- So wie Software in den vergangenen 15 Jahren ganze Branchen erobert hat, beginnen nun AI-Agenten, den SaaS-Markt zu ersetzen
- Entwickler nutzen statt einfacher SaaS-Tools Agenten, um maßgeschneiderte interne Tools direkt selbst zu erstellen
- Dadurch wächst die Skepsis gegenüber SaaS-Verlängerungen und Preiserhöhungen, und Unternehmen prüfen den Eigenbau als realistische Alternative
- Der Wartungsaufwand wird durch die Automatisierungsfähigkeiten von Agenten gemildert, während auch bestehende SaaS-Produkte Wartungsprobleme wie API-Änderungen haben
- Einfache CRUD-Backoffice-SaaS gehört zur größten Risikogruppe, und Organisationen mit technischer Kompetenz könnten diesen Wandel in einen Wettbewerbsvorteil ummünzen
Der Aufstieg von AI-Agenten als Ersatz für SaaS
- So wie Software in den vergangenen 15 Jahren Branchen wie Einzelhandel, Medien und Finanzen dominiert hat, zeigt sich nun ein Trend, bei dem AI-Agenten SaaS ersetzen
- Die Nachfrage nach SaaS-Tools sinkt, und einfache Aufgaben können von Agenten in wenigen Minuten erledigt werden
- Nutzer ziehen Tools wie Retool gar nicht mehr in Betracht, sondern erstellen Dashboards direkt selbst
- Agenten wie Gemini 3 und Claude Code übernehmen inzwischen auch nicht entwicklungsbezogene Aufgaben wie UI/UX-Mockups oder die Erstellung von Präsentationen
- Claude Code kann zum Beispiel Markdown in PDF umwandeln und daraus automatisch Folien erzeugen
- Der Widerstand gegen Preiserhöhungen bei der Verlängerung von Enterprise-SaaS nimmt zu
- Früher war der Eigenbau unrealistisch, heute wird er als echte Alternative geprüft
- Die Komplexität von SaaS-Produkten entsteht dadurch, dass sie Anforderungen vieler Kunden abbilden müssen, doch interne Tools für den Eigengebrauch lassen sich mit Fokus auf einen einzigen Kunden stark vereinfachen
- Die Organisation kann die Roadmap direkt selbst steuern
Einwände zur Wartung und mögliche Antworten
- Der wichtigste Einwand lautet: „Wer wartet die selbst gebaute App?“
- Fehlerbehebungen und Security-Patches bleiben zwar nötig, aber auch bei SaaS ist die Wartungsqualität oft nicht besonders hoch
- Agenten können die Wartungskosten deutlich senken
- Beispiel: das automatisierte Ersetzen nicht mehr unterstützter Bibliotheken
- Mit Dateien wie
AGENTS.md lässt sich die Erklärung der Codebasis automatisieren und so das Problem von Wissensverlust abmildern
- Auch SaaS bringt Wartungsrisiken mit sich
- Beispiel: Fälle, in denen die Abschaltung einer API und der Umstieg auf eine neue API umfangreiche Änderungen erforderlich machten
- Organisationen mit technischer Kompetenz senken ihre Abhängigkeit von SaaS und prüfen Eigenentwicklungen
- Für nicht technische Organisationen ist ein vollständiger Austausch allerdings noch schwierig
Veränderungen in der wirtschaftlichen Struktur von SaaS
- Der Wert von SaaS basiert auf dem Wachstumstempo der Kunden und einem hohen NRR (Net Revenue Retention)
- Durch sinkende Nachfrage neuer Kunden dürften Vertriebs- und Marketingkosten steigen
- Sinkendes NRR ist die größere Bedrohung
- Kunden ersetzen einzelne Funktionen durch eigene Tools oder holen Daten per API und verlagern sie in interne Dashboards
- Das führt letztlich zu weniger Nutzerlizenzen und vermiedenen Upgrades
- Die hochmargige Expansionslogik, die lange zum Kern des SaaS-Modells gehörte, könnte dadurch geschwächt werden
Weiterhin robuste SaaS-Bereiche
- Systeme mit Anforderungen an hohe Verfügbarkeit und hohe Zuverlässigkeit (SLA) sind schwer zu ersetzen
- Beispiele wie Zahlungsabwicklung oder Kerninfrastruktur bleiben weiterhin ein Feld, in dem spezialisierte SaaS-Anbieter wie Stripe im Vorteil sind
- Services mit Verarbeitung großer Datenmengen oder auf Basis von Netzwerkeffekten sind ebenfalls kaum ersetzbar
- Slack oder große Data Lakes intern aufzubauen, ist ineffizient
- Unternehmen mit proprietären Daten können ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den Einsatz von Agenten sogar stärken
- Finanz- und Vertriebsdaten behalten weiterhin hohen Wert
- In Branchen mit Regulierungs- und Compliance-Anforderungen bleibt die Abhängigkeit von SaaS bestehen
- Es wird voraussichtlich mehr Bedarf an SRE- und DevOps-Personal geben, um interne Apps zu betreiben
- Manche Organisationen könnten dafür eigene Teams aufbauen
Die größte Risikogruppe und die Aufspaltung des Marktes
- Einfache Backoffice-SaaS auf CRUD-Basis wird am stärksten getroffen
- Produktkategorien, die auf Kundendaten lediglich einfache Dashboards oder Analysefunktionen setzen
- Kunden können diese nach eigener Dokumentation mit Agenten selbst nachbauen
- Der SaaS-Markt dürfte sich in Unternehmen mit technischer Kompetenz und solche ohne diese Kompetenz aufspalten
- Erstere senken durch Eigenbau Kosten und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit
- Letztere sind anfälliger für steigende SaaS-Preise
- SaaS wird nicht verschwinden, aber Produkte ohne klare Differenzierung und ohne proprietäres Wissen werden es schwer haben zu überleben
- Wie schnell sich Agenten bis zum Management komplexer Systeme weiterentwickeln, bleibt eine entscheidende Variable für die Zukunft
Noch keine Kommentare.