7 Punkte von GN⁺ 2025-12-16 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • So wie Software in den vergangenen 15 Jahren ganze Branchen erobert hat, beginnen nun AI-Agenten, den SaaS-Markt zu ersetzen
  • Entwickler nutzen statt einfacher SaaS-Tools Agenten, um maßgeschneiderte interne Tools direkt selbst zu erstellen
  • Dadurch wächst die Skepsis gegenüber SaaS-Verlängerungen und Preiserhöhungen, und Unternehmen prüfen den Eigenbau als realistische Alternative
  • Der Wartungsaufwand wird durch die Automatisierungsfähigkeiten von Agenten gemildert, während auch bestehende SaaS-Produkte Wartungsprobleme wie API-Änderungen haben
  • Einfache CRUD-Backoffice-SaaS gehört zur größten Risikogruppe, und Organisationen mit technischer Kompetenz könnten diesen Wandel in einen Wettbewerbsvorteil ummünzen

Der Aufstieg von AI-Agenten als Ersatz für SaaS

  • So wie Software in den vergangenen 15 Jahren Branchen wie Einzelhandel, Medien und Finanzen dominiert hat, zeigt sich nun ein Trend, bei dem AI-Agenten SaaS ersetzen
    • Die Nachfrage nach SaaS-Tools sinkt, und einfache Aufgaben können von Agenten in wenigen Minuten erledigt werden
    • Nutzer ziehen Tools wie Retool gar nicht mehr in Betracht, sondern erstellen Dashboards direkt selbst
  • Agenten wie Gemini 3 und Claude Code übernehmen inzwischen auch nicht entwicklungsbezogene Aufgaben wie UI/UX-Mockups oder die Erstellung von Präsentationen
    • Claude Code kann zum Beispiel Markdown in PDF umwandeln und daraus automatisch Folien erzeugen
  • Der Widerstand gegen Preiserhöhungen bei der Verlängerung von Enterprise-SaaS nimmt zu
    • Früher war der Eigenbau unrealistisch, heute wird er als echte Alternative geprüft
  • Die Komplexität von SaaS-Produkten entsteht dadurch, dass sie Anforderungen vieler Kunden abbilden müssen, doch interne Tools für den Eigengebrauch lassen sich mit Fokus auf einen einzigen Kunden stark vereinfachen
    • Die Organisation kann die Roadmap direkt selbst steuern

Einwände zur Wartung und mögliche Antworten

  • Der wichtigste Einwand lautet: „Wer wartet die selbst gebaute App?“
    • Fehlerbehebungen und Security-Patches bleiben zwar nötig, aber auch bei SaaS ist die Wartungsqualität oft nicht besonders hoch
  • Agenten können die Wartungskosten deutlich senken
    • Beispiel: das automatisierte Ersetzen nicht mehr unterstützter Bibliotheken
    • Mit Dateien wie AGENTS.md lässt sich die Erklärung der Codebasis automatisieren und so das Problem von Wissensverlust abmildern
  • Auch SaaS bringt Wartungsrisiken mit sich
    • Beispiel: Fälle, in denen die Abschaltung einer API und der Umstieg auf eine neue API umfangreiche Änderungen erforderlich machten
  • Organisationen mit technischer Kompetenz senken ihre Abhängigkeit von SaaS und prüfen Eigenentwicklungen
    • Für nicht technische Organisationen ist ein vollständiger Austausch allerdings noch schwierig

Veränderungen in der wirtschaftlichen Struktur von SaaS

  • Der Wert von SaaS basiert auf dem Wachstumstempo der Kunden und einem hohen NRR (Net Revenue Retention)
    • Durch sinkende Nachfrage neuer Kunden dürften Vertriebs- und Marketingkosten steigen
  • Sinkendes NRR ist die größere Bedrohung
    • Kunden ersetzen einzelne Funktionen durch eigene Tools oder holen Daten per API und verlagern sie in interne Dashboards
    • Das führt letztlich zu weniger Nutzerlizenzen und vermiedenen Upgrades
  • Die hochmargige Expansionslogik, die lange zum Kern des SaaS-Modells gehörte, könnte dadurch geschwächt werden

Weiterhin robuste SaaS-Bereiche

  • Systeme mit Anforderungen an hohe Verfügbarkeit und hohe Zuverlässigkeit (SLA) sind schwer zu ersetzen
    • Beispiele wie Zahlungsabwicklung oder Kerninfrastruktur bleiben weiterhin ein Feld, in dem spezialisierte SaaS-Anbieter wie Stripe im Vorteil sind
  • Services mit Verarbeitung großer Datenmengen oder auf Basis von Netzwerkeffekten sind ebenfalls kaum ersetzbar
    • Slack oder große Data Lakes intern aufzubauen, ist ineffizient
  • Unternehmen mit proprietären Daten können ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den Einsatz von Agenten sogar stärken
    • Finanz- und Vertriebsdaten behalten weiterhin hohen Wert
  • In Branchen mit Regulierungs- und Compliance-Anforderungen bleibt die Abhängigkeit von SaaS bestehen
  • Es wird voraussichtlich mehr Bedarf an SRE- und DevOps-Personal geben, um interne Apps zu betreiben
    • Manche Organisationen könnten dafür eigene Teams aufbauen

Die größte Risikogruppe und die Aufspaltung des Marktes

  • Einfache Backoffice-SaaS auf CRUD-Basis wird am stärksten getroffen
    • Produktkategorien, die auf Kundendaten lediglich einfache Dashboards oder Analysefunktionen setzen
    • Kunden können diese nach eigener Dokumentation mit Agenten selbst nachbauen
  • Der SaaS-Markt dürfte sich in Unternehmen mit technischer Kompetenz und solche ohne diese Kompetenz aufspalten
    • Erstere senken durch Eigenbau Kosten und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit
    • Letztere sind anfälliger für steigende SaaS-Preise
  • SaaS wird nicht verschwinden, aber Produkte ohne klare Differenzierung und ohne proprietäres Wissen werden es schwer haben zu überleben
  • Wie schnell sich Agenten bis zum Management komplexer Systeme weiterentwickeln, bleibt eine entscheidende Variable für die Zukunft

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