- Im 1. Jahr „einen wirklich guten Vortrag machen“, im 2. Jahr „mehr Sichtbarkeit bekommen“, im 3. Jahr „bei internationalen Konferenzen einreichen“ – also einen schrittweisen Entwicklungsprozess durchlaufen
- Wer vortragen will, sollte sich zunächst selbst fragen, warum er überhaupt auf die Bühne möchte. Um sich zu einer Konferenzsprecherin oder einem Konferenzsprecher zu entwickeln, braucht es viel mehr Zeit und kontinuierliche Übung, als man denkt
- User Groups, Community-Events und regionale Veranstaltungen wie DDD sind eine entscheidende Stufe, um Netzwerke aufzubauen und Kontakte zu Programmkomitees zu knüpfen
- Da die Konkurrenz bei CFP-Einreichungen groß ist, sind frische Inhalte, fokussierte Einreichungen und die Nutzung des eigenen Netzwerks unverzichtbare Strategien
- Letztlich sollte jede Person für sich klären, woran Erfolg beim Vortragen gemessen wird – ob Spaß, Sichtbarkeit oder Einnahmen. Wenn man ausgebrannt ist, sollte man aufhören können, und vor allem ist eine respektvolle Haltung gegenüber dem Publikum wichtig
Bevor du mit dem Vortragen beginnst
- Wer vorträgt, sollte zuerst für sich definieren, warum man überhaupt sprechen möchte und was man als den „nächsten Schritt“ ansieht
- Ob es um die Vermarktung von Consulting oder Trainings geht, um eine Karriere als professionelle Speakerin oder professioneller Speaker oder einfach darum, Menschen kennenzulernen – die Ziele können sehr unterschiedlich sein
- Das Zweite ist ein realistischer Zeiteinsatz
- Der Autor brauchte von seinem ersten Vortrag bis auf die Bühne einer internationalen Konferenz 7 Jahre; die Erwartung, in kurzer Zeit zu großen Events eingeladen zu werden, ist unrealistisch
Year 1: Get Good — Den Vortrag selbst gut machen
- Der Anfang besteht darin, einen Vortrag zu bauen, der eine Geschichte erzählt, die niemand sonst so erzählen kann, also Inhalte enthält, die nur die eigene Person vermitteln kann
- Durch wiederholte Vorträge in lokalen User Groups wird laufend verbessert:
- Demos anpassen
- Folien überarbeiten
- Länge abstimmen
- einen zweiten Vortrag schreiben
und so weiter
- Wenn es keine User Group gibt, empfiehlt sich Meetup, um Gelegenheiten zu finden
Year 2: Get Seen — In der Community sichtbar werden
- Nach den User Groups kommt der nächste Schritt: kleinere Community-Veranstaltungen und eintägige Developer-Events
- Kostenlose eintägige Events wie DDD (Developers! Developers! Developers!) sind typische Beispiele
- Bei solchen Veranstaltungen ist Folgendes wichtig:
- am Abend davor beim Essen und Networking dabei sein
- am Veranstaltungstag alle Sessions besuchen
- mit anderen Sprecherinnen und Sprechern sowie den Organisatoren ins Gespräch kommen
Das ist die zentrale Strategie, um den Veranstaltern im Gedächtnis zu bleiben
- Wenn eine Veranstaltung Vortragsvideos hochlädt, ist ein YouTube-Link später bei der CFP-Begutachtung ein großer Vorteil
Year 3: Get Accepted — CFPs einreichen
- Wenn mehrere Vorträge ausgearbeitet sind und ein Netzwerk entstanden ist, sollte man offene CFPs suchen und fortlaufend Einreichungen abschicken
- Die Liste bald endender CFPs auf codeasaur.us ist hilfreich
- Einige Veranstaltungen übernehmen Reisekosten, aber durch sinkende Sponsorbudgets ist das seltener geworden als früher
- Man kann auch versuchen, Unterstützung im eigenen Unternehmen zu bekommen
- Wichtige Tipps für die Einreichung
- Nur 2–3 Vorträge einreichen, um den Fokus zu behalten
- Mehr als 10 Einreichungen wirken eher wie „jemand, der seine Vorträge noch nicht richtig ausgearbeitet hat“ und sind daher nicht zu empfehlen
- Bei großen Konferenzen konkurrieren in CFPs mehr als 20 Einreichungen um einen einzigen Slot
Year 4: Get Bored — Der Punkt, an dem Ermüdung einsetzt
- Nach einigen Jahren mit Reisen zu Veranstaltungen im ganzen Land oder weltweit macht es zwar Spaß, aber die Erschöpfung nimmt ebenfalls zu
- Manche hören nach ein paar Jahren ganz auf,
manche behalten nur noch wenige Veranstaltungen bei,
andere verbringen den Großteil des Jahres mit Reisen, Vorbereitung und Workshops
- Deshalb ist es wichtig, den eigenen Maßstab für Erfolg im Voraus festzulegen
- Spaß: Wenn es keinen Spaß mehr macht, aufhören
- Sichtbarkeit: Leads und Ergebnisse nachverfolgen
- Einnahmen: das Prinzip „No pay, no play“
- Vor allem ist Respekt gegenüber dem Publikum entscheidend
- Das Publikum investiert Zeit und Geld, um einen Vortrag zu hören
- Wenn man erschöpft oder gleichgültig auf die Bühne geht, sollte das als Signal verstanden werden, dass es Zeit ist aufzuhören
Abschluss
- Vortragen ist eine lange, wiederholte Reise, und
gründliche Vorbereitung, Freude daran und der Prozess des Lehrens selbst haben einen eigenen Wert
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