- Im Mittelpunkt steht der Unterschied in Philosophie und Wertesystem der drei Sprachen und ein Vergleich, welche Probleme jede von ihnen lösen will
- Go wird als Sprache beschrieben, die Einfachheit und Stabilität in den Vordergrund stellt und durch minimale Features Zusammenarbeit und Wartbarkeit erleichtert
- Rust strebt gleichzeitig Sicherheit und Performance an und gewährleistet mit einem komplexen Typsystem und einer Trait-Struktur Speichersicherheit
- Zig wird als experimentelle Sprache dargestellt, die Entwicklern durch manuelle Speicherverwaltung und datenorientiertes Design die vollständige Kontrolle gibt
- Die gegensätzlichen Ansätze der drei Sprachen zeigen das Wertesystem, das Programmiersprachen verkörpern, und machen deutlich, dass die Wahl davon abhängt, mit welcher Philosophie sich Entwickler identifizieren
Perspektive des Sprachvergleichs
- Der Autor will nicht die Sprache untersuchen, die er bei der Arbeit verwendet, sondern durch Experimente mit neuen Sprachen die Wertesysteme der einzelnen Sprachen verstehen
- Betont wird, dass nicht der bloße Vergleich von Feature-Listen entscheidend ist, sondern welche Trade-offs eine Sprache gewählt hat
- Go, Rust und Zig überschneiden sich funktional in vielen Bereichen, unterscheiden sich aber in den Werten, die ihre Designer priorisiert haben
- Wer die Philosophie jeder Sprache versteht, kann besser beurteilen, für welche Umgebungen und Zwecke sie geeignet ist
Go — eine Sprache der Einfachheit und Zusammenarbeit
- Go zeichnet sich durch Minimalismus aus und hat die Eigenschaft, dass man „die gesamte Sprache im Kopf behalten kann“
- Generics wurden erst nach 12 Jahren hinzugefügt, und Funktionen wie Tagged Unions oder Syntax Sugar für Fehlerbehandlung gibt es bis heute nicht
- Neue Features werden nur mit großer Vorsicht hinzugefügt; dadurch gibt es viel Boilerplate-Code, aber auch hohe Sprachstabilität und Lesbarkeit
- Go-Slices decken Funktionen ab, die in Rust
Vec<T> oder in Zig ArrayList übernehmen, wobei die Laufzeitumgebung die Speicherorte automatisch verwaltet
- Die Sprache entstand aus Unzufriedenheit mit der Komplexität von C++ und langsamen Kompilierzeiten und wurde mit dem Ziel einfacher und schneller Kompilierung entworfen
- Im Fokus steht die Effizienz der Zusammenarbeit im Unternehmensumfeld; klare, konsistente Programme sind wichtiger als komplexe Features
Rust — komplex, aber mit starker Sicherheit und Performance
- Rust wirbt mit „Zero-Cost Abstractions“ und ist eine maximalistische Sprache, in der viele Konzepte zusammenkommen
- Dass Rust schwer zu lernen ist, liegt an der hohen Konzeptdichte sowie an seinem komplexen Typsystem und der Trait-Struktur
- Das Kernziel von Rust ist die Verbindung von Performance und Speichersicherheit
- Um UB (Undefined Behavior) zu verhindern, werden Prüfungen zur Compile-Zeit durchgeführt
- Dadurch werden unvorhersehbare Laufzeitverhalten wie ungültige Pointer-Referenzen oder Double Free verhindert
- Damit der Compiler das Laufzeitverhalten des Codes verstehen kann, müssen Entwickler Typen und Traits explizit definieren
- Diese Struktur erhöht die Verlässlichkeit fremden Codes und trägt zu einem lebendigen Library-Ökosystem bei
Zig — vollständige Kontrolle und datenorientiertes Design
- Zig ist unter den drei Sprachen die jüngste; sie befindet sich bei Version 0.14, und die Dokumentation der Standardbibliothek ist fast nicht vorhanden
- Die Sprache setzt auf manuelle Speicherverwaltung, sodass Entwickler selbst
alloc() aufrufen und den Allocator wählen müssen
- Anders als Rust oder Go lassen sich globale Variablen einfach erzeugen; außerdem erkennt die Laufzeitumgebung „illegal behavior“ und beendet das Programm
- Über vier wählbare Release-Modi beim Build lässt sich die Balance zwischen Performance und Stabilität anpassen
- Auf objektorientierte Programmierung (OOP) wird bewusst verzichtet
- Es gibt keine private Felder und kein dynamisches Dispatching, und selbst
std.mem.Allocator ist nicht als Interface umgesetzt
- Stattdessen verfolgt Zig datenorientiertes Design (data-oriented design)
- Auch bei der Speicherverwaltung wird nicht eine feingranulare objektbezogene Verwaltung nach dem RAII-Prinzip bevorzugt, sondern eine Struktur empfohlen, in der große Speicherblöcke periodisch allokiert und freigegeben werden
- Zig wird als freie, gegenkulturelle Sprache beschrieben, die OOP-Denkmuster entfernt und entwicklergetriebene Kontrolle maximiert
- Das Team konzentriert sich derzeit auf die Neuschreibung aller Abhängigkeiten; ein stabiler Release 1.0 ist noch nicht terminiert
Fazit — Unterschiede in den Werten, die Sprachen sichtbar machen
- Go stellt Zusammenarbeit und Einfachheit, Rust Sicherheit und Performance, Zig Freiheit und Kontrolle in den Mittelpunkt
- Die Unterschiede zwischen den drei Sprachen sind nicht bloß ein Vergleich von Features, sondern spiegeln eine philosophische Entscheidung über Softwareentwicklung wider
- Entwickler wählen eine Sprache letztlich danach, mit welchen Werten sie sich identifizieren
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