- Die Kampagne entstand aus Kritik an Missbrauch von Nutzerdaten und ihrer ausschließlichen Nutzung als Daten nur für das KI-Training, sowie an den Praktiken von Technologieunternehmen.
- Clippy wird nicht als Entität dargestellt, die Daten verkauft oder als Geiseln nimmt, sondern ausschließlich als eine Hilfe für Nutzende.
- Teilnehmende ändern ihr Profilbild zu Clippy und erklären damit ihre Unterstützung für eine offene und transparente Technologiekultur.
- Es ist eine Aktion, die Entwickler:innen, Unternehmen und Nutzende dazu auffordert, ein nutzungsfreundliches Technologieökosystem zu fördern.
- Eine symbolische Bewegung, die gegenüber unternehmenszentrierten Daten-Sammelpraktiken eine ethische Ausrichtung der Technik betont.
Überblick über die Be-Like-Clippy-Bewegung
- Sie beginnt mit dem Satz: „Clippy hat deine Daten nicht verkauft. Clippy hat deine Daten nicht als Geiseln genommen. Clippy war da, um dir zu helfen.“ und stellt Clippy als Symbol für Technik ohne Datenmissbrauch dar.
- Clippy wird so beschrieben, dass es die Daten nicht verkauft oder als Geiseln nimmt, sondern lediglich zur Hilfe bereitsteht.
- Kritisiert die Realität, dass große Technologieunternehmen die Nutzerdaten ausbeuten oder für das KI-Modelltraining verwenden.
- Die in der Voreinstellung verankerte Daten-Sammelpraxis mit Opt-out wird als Problem benannt.
Teilnahme und Botschaft
- Teilnehmende können teilnehmen, indem sie ihr Profilbild auf Clippy ändern.
- Entwickler:innen, Unternehmen und Nutzende werden aufgefordert, eine offene, transparente und benutzerzentrierte Technologiekultur anzustreben.
- Auf der Website sind Videomaterialien enthalten, die den Zweck der Bewegung erklären.
Open Source und Verbreitung
- Das Projekt ist als GPL-3.0-Lizenz veröffentlicht und kann auf GitHub geteilt werden.
- Über den Repository-Link kann jede:r seine eigene Version erstellen oder verbreiten.
- „Be Like Clippy“ wird nicht als bloßes Meme dargestellt, sondern als symbolische Handlung für Datenethik und die Wiedergewinnung von Nutzerrechten.
1 Kommentare
Hacker-News-Meinungen
Clippy war weder Open Source noch in irgendeiner Hinsicht „gute“ Software.
Es gab damals nur schlicht noch nicht das Konzept des Datenverkaufs; absichtlich nutzerfreundlich war es nicht.
Der Versuch, Clippy mit Gewalt zu verklären, wirkt auf mich sehr fadenscheinig.
Verglichen mit heutiger, für Nutzer schädlicher Software wirkte es eher naiv.
Es fühlt sich an wie ein selbstironischer Witz nach dem Motto: „Die Messlatte lag schon am Boden, und trotzdem hat man sie noch untergraben.“
Nur weil Clippy nicht die Dinge getan hat, die heutige Unternehmen tun, heißt das noch lange nicht, dass es „gut“ war.
Es fehlte einfach die Technik, nicht etwa böser Wille.
Trotzdem finde ich die Stoßrichtung dieser Bewegung gut.
Gemeint ist eine Satire darauf, dass heutige Software noch nutzerfeindlicher ist als die schlimmste UX der 90er.
Diese Bewegung zeigt die Ironie, dass sogar der nutzloseste und dümmste Fehlschlag eines Großkonzerns besser war als das, was wir heute haben.
Die Annahme, Clippy wäre heute ebenfalls ruiniert worden, ist dabei irrelevant.
Es geht nicht darum, dass Clippy großartig war, sondern darum, dass es trotz seiner Mängel besser war als vieles heute.
Interessant ist, dass selbst in einem Hacker-Forum viele Menschen diesem Anliegen spöttisch oder systemverteidigend begegnen.
Ein heutiges Clippy wäre sicher bösartig, aber damals war es das nicht.
Warum wir diesen Wandel einfach als selbstverständlich hinnehmen, finde ich fragwürdig.
Menschen mit Hacker-Ethos, also Leute, die Wissensaustausch und Erkundung lieben, sind in der Minderheit.
Wer behauptet, dank LLMs etwas gebaut zu haben, hat oft in Wahrheit die eigene Kompetenz nur durch „LLM-Kompetenz“ ersetzt.
Am Ende landet man bei dem paradoxen Fazit: „Der Hacker ist tot, es lebe der Hacker.“
Clippy wurde schon damals als datenschutzfeindlicher Assistent gehasst.
Als Symbol für ein Werkzeug, das Daten respektiert, ist es völlig ungeeignet.
Dieses aufdringliche Helfenwollen war noch schlimmer als bei heutiger AI.
Außerdem war es eine animierte Figur, die CPU-Ressourcen fraß.
Das hier ist eine Plattform eines riesigen VC, und im Zentrum stehen industrieller Erfolg und Anlagerendite.
Das ist kein Untergrund-BBS, sondern ein Business-Hub des Silicon Valley.
Der Versuch, Clippy zu beschönigen, nervt mich.
Genauso wie Clippy selbst genervt hat.
Passendes Video: YouTube-Link
Unabhängig von der Clippy-Debatte gibt mir der Trend, Clippy als Profilbild zu verwenden, einen negativen Eindruck.
Wenn ich solche Accounts sehe, wirken sie auf mich sofort anstrengender.
Leider unterstütze ich die Right-to-Repair-Bewegung selbst.
Nur hassbasierte Bewegungen scheinen als Ausnahme wirklich zu wachsen.
Die Leute hier sind im Großen und Ganzen unternehmensfreundlich, deshalb ziehen sie jede Bewegung ins Negative.
Selbst Gewerkschaften oder soziale Bewegungen werden so behandelt.
Meine Großmutter mochte Clippy.
Melinda French Gates war damals Projektmanagerin von Microsoft Bob, und dort entstand Clippy.
Hintergrundartikel: Artsy – The Life and Death of Microsoft Clippy
Ich wusste nie genau, was man damit eigentlich machen sollte, aber ich habe wie im echten Leben einfach Häuser oder Festungen gebaut.
Heute würde ich das wahrscheinlich in Minecraft tun.
Das wirkt auf mich nicht wie eine einfache soziale Bewegung, sondern eher wie ein von AI geführtes Social-Engineering-Experiment.
Das Paperclip-Problem scheint Realität geworden zu sein — als logische Konsequenz einer AI, die Menschen als Büroklammern behandelt, um Produktionsziele zu erreichen.
Ich denke, Clippy hätte damals auch Daten verkauft, wenn Microsoft nur weit genug gewesen wäre.
Um Daten zu sammeln, hätte man sie wohl per Diskette mit der Post verschicken müssen.
Vermutlich gab es so etwas auch schon in Office XP.
Dass Gmail E-Mail-Inhalte scannt, war einmal ein großer Skandal, wurde dann aber mit „für bessere Werbeempfehlungen“ rationalisiert.
Im Gegenzug lockte man Nutzer mit „unbegrenztem Speicherplatz“.
In 20 Jahren gibt es vielleicht eine Website namens „Be Like ChatGPT“.
Viele Leute verfehlen den Punkt.
Ob Clippys UX schlecht war oder nicht, entscheidend ist der Unterschied in der Absicht.
Microsoft wollte keine Daten verkaufen oder Nutzer manipulieren, sondern glaubte aufrichtig, hilfreich zu sein.
Es ist einfach gescheitert.
Was Louis sagen will, ist nicht ein Kontrast in der Umsetzung, sondern bei Motivation und Ethik.
Dass Clippy eine „nutzerfeindliche UX“ hatte, ist nur ein Nebenaspekt.
Clippy war ein frühes Urbeispiel dafür, warum heutige Software nervt.
Früher gaben Nutzer Befehle und der Computer gehorchte; mit Clippy begann der Moment, in dem der Computer anfing, eine eigene Meinung zu haben.
Daraus entstand später der Verlust an Nutzerkontrolle durch Benachrichtigungen, Empfehlungen, Pop-ups und Zwangsupdates.
Der Computer ist jetzt nicht mehr das Werkzeug des Nutzers, sondern eine Plattform zur Ausführung der Absichten Dritter.
Das ist Clippys wahres Vermächtnis.
Übermäßig vereinfachte UX/UI hat jüngere Generationen zu noch unkundigeren Nutzern gemacht.
Clippy war Teil dieser Entwicklung.