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  • Die pakistanische Regierung hat angekündigt, dass in einigen industriellen und städtischen Hubs im kommenden Jahr die Dach-Photovoltaikproduktion die Netznachfrage übersteigen wird
  • Durch die Ausweitung erneuerbarer Energien wird erwartet, dass es zu Zeiten geben kann, in denen das Stromnetz überschüssige Energie nicht aufnehmen kann
  • Die Regierung prüft Maßnahmen wie Netzmodernisierungen und den Ausbau von Speichersystemen, um diese Ungleichgewichte abzufedern
  • Durch die Veränderung der Stromversorgungsstruktur könnten sich auch Auslastungsraten bestehender Kraftwerke sowie das Tarifsystem verändern
  • Dies gilt als symbolträchtiges Beispiel für die Beschleunigung der Energiewende in Pakistan und die Ausbreitung dezentraler Energieerzeugung

Solarausblick in Pakistan

  • Pakistan hat angekündigt, dass im kommenden Jahr in einigen Regionen die Dach-Photovoltaikproduktion die Netznachfrage übersteigen wird
    • Dies wird vor allem in kommerziellen und industriellen Zentren erwartet
    • Die Regierung hat darauf hingewiesen, dass dieses Phänomen zu einem Stromüberschuss in den Tagesstunden führen kann

Netz- und Infrastrukturreaktionen

  • Die Regierung prüft bereits Pläne zur Sicherung der Netzstabilität
    • Die Einführung von Energiespeichersystemen (ESS) und die Anwendung von Smart-Grid-Technologien werden als zentrale Optionen genannt
  • Auch die politische Anpassung zur Nachfrageverwaltung und der Integration dezentraler Erzeugung ist vorgesehen

Auswirkungen auf die Energiestruktur

  • Durch den Solarenergieausbau könnte die Auslastung bestehender fossiler und wasserbasierter Kraftwerke sinken
  • Eine Anpassung der Stromtarife und die Verbesserung der Stromhandelsregeln könnten erforderlich werden

Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien

  • Diese Prognose zeigt, dass Pakistan zu einer auf erneuerbaren Energien ausgerichteten Stromstruktur übergeht
  • Das Modell der dezentralen Erzeugung entwickelt sich zum zentralen Baustein der nationalen Energiepolitik

Künftige Herausforderungen

  • Stärkung der Netzaufnahmekapazität, Investitionen in Speichertechnologien und die Sicherung von Politik-Konsistenz werden als zentrale Herausforderungen genannt
  • Die Regierung verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Energieversorgungsstruktur aufzubauen

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-11-29
Hacker-News-Kommentar
  • Wenn man sich wohlhabende Gegenden in Pakistan in der Satellitenansicht ansieht, sieht man auf praktisch jedem Dach Solarmodule
    Nachdem die Strompreise seit dem Russland-Ukraine-Krieg auf mehr als das Dreifache gestiegen waren, sind wohlhabende Haushalte auf eigene Solaranlagen umgestiegen
    Dadurch hat sich jedoch das Ungleichgewicht im Stromnetz verschärft
    Lahore Karte ansehen, Karachi Karte ansehen

    • Laut dem Volts-Interview und einem Economist-Podcast haben Stromausfälle den Umstieg wohlhabender Haushalte auf Solar und Batterien ausgelöst
      Die Stromversorger geraten durch Kundenabwanderung, sinkende Einnahmen und steigende Tarife in eine Todesspirale, die wiederum die Solarnachfrage weiter antreibt
      Dieses Phänomen kann nicht nur in Ländern mit instabiler Versorgung auftreten, sondern überall
    • Durch fallende Preise für chinesische Solarmodule, Wechselrichter und Batterien sowie Finanzprodukte wie „keine Installationskosten, nutzungsbasierter Tarif“ ist das zu einer günstigeren und zuverlässigeren Option als der klassische Versorger geworden
    • Es wurde die Frage aufgeworfen: „Wie haben Solaranlagen der Wohlhabenden die Probleme des Stromnetzes verschärft?“
    • Halb im Scherz wurde sich über die chaotischen Straßennamen lustig gemacht: „20, 23, 25, MDR 7, 32 … sogar die Namen doppeln sich“
  • Jemand ist 2021 auf Solar umgestiegen, und die erwartete Amortisationszeit von 3,5 Jahren verkürzte sich auf nur 2 Jahre
    Dank der seit den 1990ern anhaltenden Stromausfälle gibt es morgens nun unterbrechungsfreien Strom und nachts längere Backup-Zeiten

    • In Kanada wurde vor 1,5 Jahren installiert; dank eines zinsfreien Kredits soll die Anlage in 6 bis 7 Jahren abbezahlt sein
      Man zahlt weiter dieselben 1.000 Dollar Stromkosten pro Jahr und kann danach über 20 Jahre hinweg rund 20.000 Dollar durch kostenlosen Strom sparen
    • Daraufhin kam die Frage, ob man, wenn möglich, regionale Informationen teilen könne
  • Der Artikel wirke zwar etwas wie Regierungswerbung, aber das Ergebnis sei beeindruckend
    Unabhängig davon, wie viel Solar vorhanden ist, bleibt ein funktionierendes Stromnetz unverzichtbar
    Auch Industrieländer hätten mit denselben Problemen zu kämpfen, daher hoffe man, dass bald günstige kommerzielle Lösungen auftauchen
    Hoffentlich nutzt Pakistan das gut

  • Solar bedroht das traditionelle Geschäftsmodell der Stromversorger
    Selbst ohne Net Metering könnte das bestehende Modell durch sinkende Nachfrage zusammenbrechen

    • Eine Meinung war, dass man wie in den USA Grundgebühr für den Anschluss und Verbrauchsgebühr trennen könne, sodass das System auch bei sinkendem Verbrauch über die Anschlussgebühr tragfähig bleibt
    • Das gehe nur mit ausreichender Batteriekapazität, die aber meist fehle
      Deshalb wurde vorgeschlagen, dass das Stromnetz einen Speicherdienst bereitstellen sollte
      An jedem Umspannwerk könnten große Batterien installiert werden, die bei Solarspitzen Strom kaufen und ihn zu Nebenzeiten wieder verkaufen
    • Eine andere Sicht war, dass große Solarparks viel günstiger seien als Dachanlagen und der Wert eines stabilen Stromnetzes hoch bleibe, weshalb von „Nachfragezerstörung“ übertrieben gesprochen werde
    • Da die industrielle Nachfrage weiterhin groß sei, werde die gesamte Stromnachfrage nicht sinken, so eine weitere Meinung
    • In den meisten Ländern seien Netzgebühren und Verbrauchsgebühren bereits getrennt
  • Es wurde ein Artikel zitiert, laut dem die pakistanische Regierung für große Solarnutzer einen neuen Tarif einführen wolle
    Darauf kam die kritische Reaktion: „Warum sollten die Vorteile eines öffentlichen Guts nicht der Allgemeinheit zugutekommen?“

  • Jemand meinte, man könne „Sonnenwärme speichern und im Winter nutzen oder einfach abschalten, wenn man sie nicht braucht“

    • In Lahore gebe es allerdings praktisch kaum Winter, und Klimaanlagen sind lebenswichtig
      Siehe Klimadaten zu Lahore
      Technologien, um Wärmeenergie für Kühlung zu speichern, seien noch nicht ausgereift
  • Jemand hat Solar installiert, aber bei lang anhaltend bewölktem Wetter wird fast nichts erzeugt, sodass es sinnvoll sei, das System deutlich überzudimensionieren
    Die Strategie sei, die Batterie in den wenigen Sonnenstunden maximal aufzuladen

  • Es wurde gefragt: „Wann wird so etwas auch in den USA passieren?“

    • Das sei in den USA je nach Region unterschiedlich, aber FOMO (Angst, etwas zu verpassen) dürfte ein großer Treiber sein
      Solar sei keine politische Frage, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung; während die USA teuren Strom nutzen, könnten Länder wie Mexiko ihre industrielle Elektrifizierung schnell vorantreiben
      Mexiko habe viel Sonneneinstrahlung und günstige Bedingungen auch für die chinesische EV-Produktion
    • In Kalifornien wurden die Strompreise wegen eines Solarüberschusses negativ, woraufhin die NEM-Politik angepasst wurde, um Batteriespeicherung zu fördern
    • Verwandte Artikel: HN-Thread, Ember-Bericht
    • In manchen Regionen laufe das bereits, werde aber durch Lobbyarbeit der Stromversorger in Gesetzgebung und Regulierung ausgebremst
  • Es wurde die Meinung geäußert, dass China sich zur größten Produktionsbasis für erneuerbare Energien der Welt gewandelt habe
    Es fiel der Ausdruck „das Saudi-Arabien der Solarenergie“

    • Allerdings könnten auch Industrieländer bei strategischem Bedarf selbst produzieren, und China könne daher nur begrenzt politischen Einfluss ausüben
      Wegen des harten internen Wettbewerbs sei auch Preisabsprache nicht leicht
    • Da die Herstellung von Solar- und Windkraftanlagen Energie braucht, sei China gewissermaßen auch ein Energieexporteur
      Ein Teil davon werde zudem mit erneuerbaren Energien produziert, und anders als Öl oder Gas werde sie nicht einmal verbraucht und sei dann weg, sondern liefere über Jahre Strom