- Bei einigen HP- und Dell-Notebooks gibt es Fälle, in denen die in der CPU integrierte HEVC(H.265)-Hardwaredekodierung deaktiviert ist, sodass die Videowiedergabe im Browser nicht möglich ist
- Bei Modellen wie HP ProBook 460 G11, 465 G11, EliteBook 665 G11 ist in den Produktspezifikationen ausdrücklich vermerkt, dass die „HEVC-Hardwarebeschleunigung deaktiviert“ ist
- Dell hat bei einigen Modellen ebenfalls dieselbe Einschränkung, doch auf den offiziellen Produktseiten oder in den Handbüchern ist dies nicht klar ausgewiesen
- Beide Unternehmen weisen darauf hin, dass Kunden, die den HEVC-Codec nutzen möchten, Software von Drittanbietern verwenden oder eine kostenpflichtige App im Microsoft Store kaufen müssen
- Da die HEVC-Lizenzkosten ab Januar 2025 steigen sollen, scheint diese Maßnahme mit Kostensenkungen zusammenzuhängen; Verwirrung bei Nutzern ist zu erwarten
Deaktivierte HEVC-Hardwareunterstützung
- Einige Nutzer von Dell- und HP-Notebooks berichten, dass HEVC/H.265-Videos im Webbrowser nicht abgespielt werden können, obwohl die CPU über HEVC-Dekodierungsfunktionen verfügt
- Modelle ab Intels Core-Prozessoren der 6. Generation sowie AMD-Chips seit 2015 unterstützen HEVC-Hardwarekodierung und -dekodierung
- Die beiden Hersteller haben diese Funktion jedoch bei einigen Business-Notebooks absichtlich deaktiviert
- HP weist in den Produktspezifikationen ausdrücklich darauf hin: „CODEC H.265/HEVC Hardwarebeschleunigung deaktiviert“
- Dazu gehören Modelle wie ProBook 460 G11, 465 G11, EliteBook 665 G11
- In einer Systemadministrator-Gruppe auf Reddit wurden Fälle geteilt, in denen ältere Hardware kein Problem macht, bei neueren Modellen aber der HEVC-Codec entfernt oder die Browser-Hardwarebeschleunigung deaktiviert werden muss
- Dadurch treten Nebenwirkungen wie deaktivierte Hintergrundunschärfe und Leistungseinbußen auf
HEVC-Beschränkungen bei Dell-Notebooks
- Auch einige Dell-Notebook-Nutzer haben dasselbe Problem; es gibt Modelle mit deaktivierter HEVC-Hardwaredekodierung
- Beispiel: Auf der Produktseite des Dell 16 Plus 2-in-1 gibt es keinen Hinweis auf HEVC
- Auch in Hinweisen und Spezifikationen des Benutzerhandbuchs finden sich keine HEVC-bezogenen Informationen
- Laut Dells Support-Seite wird das Streaming von HEVC-Inhalten nur in Konfigurationen mit folgenden Voraussetzungen unterstützt
- Dedizierte Grafikkarte oder zusätzliche Videokarte
- Integriertes 4K-Display-Panel, Dolby Vision und CyberLink Blu-ray Player enthalten
Offizielle Position von HP und Dell
- HP erklärte, seit 2024 bei einigen Modellen (600 Series G11, 400 Series G11, 200 Series G9) die HEVC-Hardwarefunktionen deaktiviert zu haben
- Nutzer, die HEVC-Kodierung und -Dekodierung benötigen, könnten Drittsoftware mit enthaltener Lizenz verwenden
- Dell erläutert, dass HEVC-Wiedergabe nur bei Premium-Modellen und einigen Standardmodellen möglich sei
- Unterstützt wird sie auf Systemen mit 4K-Display, dedizierter GPU, Dolby Vision und CyberLink-Blu-ray-Software
- Bei allgemeinen Modellen ist HEVC-Wiedergabe nicht enthalten und kann über eine kostenpflichtige App im Microsoft Store genutzt werden
Steigende HEVC-Lizenzkosten
- Beide Unternehmen nannten keinen klaren Grund für die Deaktivierung, doch es gibt eine Belastung durch Lizenzkosten für die HEVC-Hardwareunterstützung
- OEMs müssen Lizenzgebühren entsprechend der Zahl der Geräte zahlen, die HEVC-Hardwaredekodierung und -kodierung unterstützen
- Access Advance kündigte ab Januar 2025 eine Erhöhung der HEVC-Lizenzkosten an
- Die Lizenzgebühr für Verkäufe ab 100.001 Geräten steigt pro Einheit von $0.20 auf $0.24
- Im 3. Quartal 2025 verkaufte HP 15 Millionen, Dell 10,16 Millionen PCs (Daten von Gartner)
Branchenentwicklung und Reaktionen der Nutzer
- Der NAS-Hersteller Synology stellte 2024 die Unterstützung für HEVC-, H.264/AVC- und VCI-Transkodierung ein
- Zur Begründung hieß es, die Codec-Unterstützung auf Endgeräten sei weit verbreitet, wodurch sich die Nutzung von Server-Ressourcen reduzieren und die Effizienz steigern lasse
- Nutzer auf Reddit äußerten Unmut darüber, dass bei Notebooks der „Pro“-Reihe mit Preisen ab über $800 die HEVC-Funktion entfernt wurde
- Da HEVC auch bei professionellen Video-Workflows verwendet wird, führe diese Einschränkung zu Verwirrung und Unannehmlichkeiten
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Es ist schon absurd, dass bei HP und Dell auf Business-Notebooks Hintergrundunschärfe nicht funktioniert und die Systemleistung leidet, nur um am Ende $0,24 pro Gerät zu sparen.
Dell nennt nicht einmal, welche Modelle betroffen sind.
Langfristig dürfte der Reputationsschaden durch den Eindruck „neue Dell-Laptops sind in Teams viel zu langsam“ deutlich teurer werden.
Aus OEM-Sicht ist die Nutzererfahrung also offenbar nicht einmal $0,04 wert.
Solche Patentsysteme bremsen Innovation. VP9 und AV1 sind dagegen kostenlos und Open Source und daher nicht betroffen.
Blur hat nichts mit HW-Decoding zu tun, und AVC-Encoding ist ja weiterhin möglich.
Mein altes Modell von vor fünf Jahren hatte dieses Problem nicht.
In wenigen Monaten ging es schon um 20 % nach oben; vielleicht rechnen sie damit, dass es als Nächstes doppelt so teuer wird.
Der Kern des Problems ist die Struktur des double dipping.
Theoretisch müssten Intel und AMD die HEVC-Lizenz nur einmal zahlen, damit alle x86-Notebooks abgedeckt sind.
In der Praxis zahlen aber Intel, AMD, Nvidia, HP, Dell und sogar Browser und Software alle mit.
Immerhin laufen die H.264-Patente bald auch in den USA aus, und hoffentlich setzt sich AV2 dann richtig durch.
Mit freien Formaten wie AV1 gäbe es dieses Problem gar nicht.
Siehe dazu die Bug-Reports Bugzilla 1963910, 1924066, 1894818.
Offenbar haben die Anwälte aus dem Fall gelernt, in dem Cisco H.264 kostenlos für Firefox bereitgestellt hat.
Wenn Dell HEVC standardmäßig unterstützt, muss Dell zahlen; wenn der Nutzer den Codec im Microsoft Store kauft, trägt Microsoft die Kosten.
Deshalb binden US-basierte Linux-Distributionen oder Firefox den Codec auch nicht direkt ein.
Dem Artikel fehlt technische Erklärung.
Ich würde gern wissen, wie genau das Hardware-Decoding deaktiviert wurde — per efuse oder per Firmware?
Wenn man eine App mit HEVC-Unterstützung nutzt oder den Codec für $1 im Microsoft Store kauft, funktioniert die Hardwarebeschleunigung wieder.
Mit dem offiziellen Intel-Treiber oder unter Linux funktioniert HEVC normal.
Ich verstehe nicht, wie man bei bereits verkauften Produkten später Funktionen entfernen kann.
Aus Kundensicht sind das bereits gekaufte Funktionen.
Früher war das bei Premium-Marken standardmäßig enthalten, heute ist der separate Kauf wie bei günstigeren Geräten normal.
Artikel dazu: NPR-Bericht
Vielleicht verfolgen Dell und HP damit auch eine Strategie, um Druck auf das Patentkonsortium auszuüben.
Wenn die Lizenzeinnahmen sinken, könnte das Konsortium gezwungen sein, die Preise zu senken, um neue Verträge zu bekommen.
Solche Entscheidungen dürften den Übergang von HEVC zu AV1 und VVC letztlich noch beschleunigen.
Lizenzfreie Videoformate sind die richtige Antwort.
Das Internet ist ursprünglich auf freien Formaten und Protokollen gewachsen.
Unter Windows 11 erlebt man die absurde Situation, dass nach dem Kauf der HEVC-Erweiterung im Microsoft Store
nach der Installation in der Beschreibung „für Windows 10“ steht.
Link zur HEVC-Erweiterung
Wenn Hersteller Funktionen einschränken, um ein paar Cent zu sparen,
sollte man sie lieber auf 480p-Video festnageln, damit Nutzer überhaupt merken, was da passiert.
Trotzdem hätte man es wie beim Raspberry Pi lösen können, sodass Nutzer die Lizenz selbst kaufen und aktivieren.
Die Führungskräfte, die so etwas entscheiden, scheinen technisch wenig Verständnis zu haben.
Siehe: HEVC/VVC-Lizenzgebühren
Ich habe gehört, dass sich das Problem mit Linux lösen lässt.
Das erste Gerät hatte eine Nvidia-GPU, die HEVC-Encoding und -Decoding unterstützt, und offenbar wurde auch das deaktiviert.