- Der in Großbritannien entwickelte ultrakompakte Axialfluss-Elektromotor von YASA liefert eine Leistung, die die Leistungsdichte herkömmlicher Elektroauto-Motoren deutlich übertrifft
- Er wiegt nur rund 12,7 kg (28 Pfund), leistet aber 750 kW (1.005 PS) – das entspricht der Leistung von zwei Tesla Model 3 Performance oder vier Tesla-Motoren
- Gegenüber der vorherigen YASA-Motorgeneration wurde die Leistung um 40 % gesteigert, eine Dauerleistung von 350 bis 400 kW kann aufrechterhalten werden
- Er wird ohne seltene oder teure Materialien gefertigt, was die Voraussetzungen für die Massenproduktion schafft
- YASA, eine Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz, liefert bereits Motoren für den Ferrari 296 GTB und das Mercedes-AMG GT XX Concept; die Technik gilt als wichtiger Baustein für die Verbreitung leichter und effizienter EVs
Überblick über YASAs ultrakompakten Elektromotor
- Das britische Unternehmen YASA hat einen neuen Prototyp-Elektromotor vorgestellt
- Er ist kleiner und leichter als bestehende Motoren und liefert gleichzeitig mehr Leistung
- Es handelt sich nicht um ein Laborkonzept, sondern um einen voll funktionsfähigen Motor
- Der Motor ist als Axialfluss- (axial flux) Konstruktion ausgelegt, um Leistungsdichte und Effizienz zu maximieren
Leistungs- und Performancedetails
- Gewicht 28 Pfund (ca. 12,7 kg), Leistung 750 kW (1.005 PS)
- Das entspricht der Leistung von zwei Tesla Model 3 Performance oder vier Tesla-Motoren
- Der bisherige Rekordhalter kam auf 28,8 Pfund und 550 kW (737 PS); das neue Modell erreicht damit eine um 40 % bessere Leistung
- Eine Dauerleistung von 350 bis 400 kW (469 bis 536 PS) ist möglich, was die Eignung für den dauerhaften Betrieb und nicht nur für kurze Leistungsspitzen unterstreicht
- YASA-CEO Joerg Miska erklärte, die Leistungsdichte liege dreimal höher als bei heutigen Mainstream-Radialflussmotoren
Design und Produktionspotenzial
- Es werden keine seltenen oder teuren Materialien verwendet, wodurch Massenproduktion und Skalierbarkeit möglich sind
- YASA erklärt, mit dieser Technologie die Grenzen des Elektromotordesigns neu zu definieren
- Die kompakte, leichte und leistungsstarke Bauweise kann direkt zur Effizienzsteigerung von Elektrofahrzeugen beitragen
Bestehende Partnerschaften und Einsatzbeispiele von YASA
- YASA ist eine 100%ige Tochter von Mercedes-Benz und liefert bereits Motoren für Hochleistungsfahrzeuge
- Wichtige Anwendungsmodelle: Mercedes-AMG GT XX Concept, Ferrari 296 GTB
- Leichte Motoren können das Gesamtgewicht eines Fahrzeugs senken und so Beschleunigung, Reichweite und Effizienz verbessern
- Bei künftig größerer Produktionsmenge und sinkenden Preisen sei auch ein Einsatz in gewöhnlichen Elektroautos (wie dem Nissan Leaf) möglich
Technische und industrielle Bedeutung
- Der ultrakompakte Motor liefert mehr als 1.000 PS und zeigt das Potenzial für Innovationen im Elektroantrieb
- Er gilt als Beispiel für den gelungenen Ausgleich zwischen Gewichtsreduktion und Leistungserhalt und steht damit als Leichtbautechnologie der nächsten Generation im Fokus der EV-Industrie
- YASAs aktueller Erfolg wird als Beleg dafür gewertet, dass auch in kleinem Format große Leistung möglich ist
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Wenn das Motorgewicht von EVs auf ein Viertel sinken würde, könnte sich die Gesamteffizienz deutlich verbessern
YASA ist ein 2009 aus der Universität Oxford ausgegründetes Unternehmen und ging aus der Forschung von Gründer und CTO Dr. Tim Woolmer hervor
Herkömmliche Axialflussmotoren (axial flux) waren schwer zu fertigen und deshalb schwierig zu kommerzialisieren, aber YASA hat das gelöst, indem die Motoren segmentiert aus Soft Magnetic Composite (SMC) gefertigt werden
2025 investierte das Unternehmen 12 Millionen Pfund in seine erste Axial-Flux-Superfabrik in Oxfordshire im Vereinigten Königreich und kann nun mehr als 25.000 Einheiten pro Jahr produzieren
Solche leichten Motoren könnten auch Elektroflugzeugen große Möglichkeiten eröffnen
Zum Beispiel ist der Motor des Tesla Model 3 sogar leichter als ein Mensch
Selbst wenn man das Gewicht um 75 % reduziert, wäre die Effizienzverbesserung beim Gesamtfahrzeug (etwa 1,5 Tonnen oder mehr) vermutlich gering
Natürlich sind auch kleine Verbesserungen sinnvoll, aber ein Game Changer wäre das wohl nicht
Schwere Autos sind ineffizient und meiner Meinung nach das genaue Gegenteil der Richtung, in die wir gehen sollten
Ein Software-Startup, das sich „AI“ auf die Fahnen schreibt, hätte vermutlich mehr als das Zehnfache eingesammelt
Wenn die Effizienz niedrig ist, bringt die Gewichtsreduktion gar nichts und könnte die Reichweite sogar verringern
Bezogen auf das Gesamtgewicht dürfte der Effekt begrenzt sein
Diese Diskussion konzentriert sich meist auf Fahrzeuge mit großen Batterien, aber es gibt auch Potenzial bei Hybriden und kleineren Geräten
Zum Beispiel brauchen Toyota-artige Hybride keine große Batterie, und auch bei E-Bikes, Hybridflugzeugen und Elektrowerkzeugen scheint eine Anwendung möglich
Neben effizienzorientierten Hybriden nach Toyota-Art gibt es auch leistungsorientierte Hybride wie den Porsche 911 T-hybrid
Solche Fahrzeuge brauchen keine große Batterie, und ein leichter Motor wäre dort sofort nützlich
Im Video zum RAV4-Hybridmotor sieht man zum Beispiel, dass das Fahrzeug nur etwa 200 bis 300 Pfund schwerer ist als das Benzinmodell
Link zur offiziellen Pressemitteilung von YASA
Natürlich nur ein Scherz, aber als Einheit für „Leistungsdichte“ wäre das sogar anschaulicher
Man könnte eine neue Einheit erfinden und sie „fainpul (fp)“ nennen — 59 fp wäre dann ein neuer Rekord für Elektromotoren
Dort gibt es viel mehr Testdaten und Hintergrundinformationen
Der neue YASA-Motor wiegt angeblich 28 Pfund (etwa 13 kg), also ungefähr so viel wie ein kleiner Hund
Mich würde interessieren, wie präzise sich die Leistungsabgabe dieses Motors regeln lässt
Ob er sich in 0,1-%-Schritten weich steuern lässt und wie es um MTBF oder Fehlermodi steht, würde ich gern wissen
Ich frage mich auch, ob es öffentlich verfügbare Informationen zu Ausfällen von Tesla-Motoren gibt
Technisch wirkt das alles perfekt, deshalb frage ich mich, wo der Haken ist
Die Materialien sind gewöhnlich, das Ding ist klein und leistungsstark — gibt es vielleicht Probleme bei Fertigungsaufwand oder Haltbarkeit?
Und wenn YASA Mercedes-Benz gehört, könnte die Innovation durch die Abschöpfung des Werts durch einen Großkonzern womöglich untergehen
Normale Motoren werden aus Stapeln dünner Stahlbleche gefertigt, bei axialen Motoren muss man sie jedoch bandförmig wickeln, was komplex ist
YASA hat das mit hohen Kosten gelöst, aber schon ein kleiner Effizienzverlust kann die Wärmeentwicklung verdoppeln
Außerdem wirkt die Magnetkraft nur in eine Richtung, wodurch Vibrationen und Lagerlast groß sind, und auch Montage und Wartung sind teuer
Man könnte diesen Motor vielleicht in die Radnabe integrieren und damit die Scheibenbremse ersetzen
In Notfällen könnte eine mechanische Kurzschlussvorrichtung die Motorenergie als Wärme ableiten, sodass vollständiges Drive-by-Wire-Bremsen möglich wäre
Ich stelle mir vor, wie ein Dragster beim abrupten Bremsen flüssiges Metall versprüht
Es gibt dazu ein Video: Erklärvideo zum YASA-Motor (YouTube)
Ich frage mich nach der Leistungsumwandlungseffizienz des Motors
Wenn sie niedrig ist, wäre er vielleicht gut für Drag Races, aber ungeeignet für normale Fahrzeuge
Die verlorene Leistung würde schließlich als Wärme auftreten
Statt stärkerer Autos bräuchte ich eher einen 1-PS-Motor mit 1 Unze Gewicht für ein E-Bike