- Basierend auf sechs Monaten Nutzung des MacBook Pro M4 sind hier die wichtigsten Eindrücke zu Displayqualität, Akku und Wärmeentwicklung zusammengefasst
- Das Nano-Textur-Display reduziert Reflexionen hervorragend, und auch eine Verschlechterung der Farbdarstellung ist kaum wahrnehmbar, was für eine sehr angenehme Nutzungsumgebung sorgt
- Es wurde bewusst das Modell mit dem M4-Chip gewählt, um Wärmeentwicklung und Lüftergeräusche zu minimieren; tatsächlich springt der Lüfter fast nie an
- Die Akkulaufzeit ist länger als beim früheren MacBook Air M1; bei drei Stunden Videowiedergabe werden nur etwa 10 % Akku verbraucht
- Die 120-Hz-Bildwiederholrate verbessert nicht nur Animationen, sondern auch die Reaktionsgeschwindigkeit bei Seitenwechseln, sodass der Vorteil hoher Bildwiederholraten deutlich spürbar ist
Nano-Textur-Display
- Im Apple Store wurden normales Display und Nano-Textur-Display direkt miteinander verglichen
- Unter der Ladenbeleuchtung zeigte das normale Display deutliche Reflexionen, während das Modell mit Nano-Textur fast gar nicht spiegelte
- Laut Erklärung eines Mitarbeiters kann die Nano-Textur statt weniger Reflexionen zu einer leicht geringeren Farbbrillanz führen
- Im praktischen Einsatz war ein Unterschied bei den Farben jedoch kaum wahrnehmbar, und auch im Freien oder am Zugfenster ließ sich das Gerät ohne störende Reflexionen nutzen
- Deshalb fiel die Wahl auf das MacBook Pro statt auf das MacBook Air; trotz des höheren Gewichts hatte die Displayqualität Priorität
Wahl der Spezifikationen: M4 vs. M4 Pro
- Da das M4 Pro mehr Wärme erzeugt und stärkere Kühlung benötigt, wurde das Modell mit dem Basis-Chip M4 gewählt
- Ziel war es, zu vermeiden, dass der Lüfter häufig anspringt
- Gewählte Konfiguration
- 14 Zoll Liquid Retina XDR Display (Nano-Textur)
- Apple M4 Chip (10-Core CPU, 10-Core GPU)
- 32 GB RAM, 2 TB SSD
Nutzungseindrücke
- Auch im Ruhezustand wird das Gerät gelegentlich warm; die Ursache ist unklar
- Der Lüfter läuft fast nie, und in sechs Monaten war nur ein- oder zweimal ein Lüftergeräusch zu hören
- Die Akkulaufzeit ist ausgezeichnet
- Bei drei Stunden Videowiedergabe werden 10 % Akku verbraucht
- Ein Ladegerät muss fast nie mitgenommen werden
- Der MagSafe-Anschluss ist praktisch, in der Realität ist auf Reisen jedoch ein USB-C-Kabel oft nützlicher
Spürbarer Unterschied durch 120-Hz-Display
- Die 120-Hz-Bildwiederholrate fällt bei Animationen am stärksten auf, aber auch bei der Geschwindigkeit von Seitenwechseln ist der Unterschied spürbar
- Zum Beispiel fühlt sich beim Ausführen eines Go-Webservers auf
localhost das Navigieren zwischen Seiten schneller an
- Im Vergleich zu 60 Hz (16,6 ms) halbieren 120 Hz (8,3 ms) die Frame-Latenz; bei Reaktionszeiten unter 8 ms sind damit bis zu doppelt so schnelle Reaktionen möglich
- Am Computer fällt der Unterschied bei 60 Hz nicht unbedingt stark auf, aber bei Geräten mit vielen Animationen wie Smartphones ist der Vorteil von 120 Hz groß
Fazit
- Die ideale Kombination wäre MacBook Air + Nano-Textur-Display
- Obwohl Linux gegenüber macOS bevorzugt wird, unterstützt Asahi Linux das M4 derzeit noch nicht ausreichend, und auch die Ausgabe an externe Displays ist noch unzureichend
- Aktuell wird das Gerät hauptsächlich privat genutzt und insgesamt als leises Notebook mit hervorragender Energieeffizienz bewertet
3 Kommentare
Vielen Dank für die gute Rezension 🙏
Ich nutze das M4 Air in der Basisausstattung und bin sehr zufrieden. Für die meisten Aufgaben reicht es problemlos aus, aber wie in dem Beitrag beschrieben kommt es manchmal zu Wärmeentwicklung, obwohl ich solche belastenden Arbeiten gar nicht mache. Ich weiß nicht, woran es liegt, und wenn ich nicht neu starte, bleibt es offenbar weiterhin warm.
Hacker-News-Kommentare
macOS gefällt mir immer noch nicht, deshalb würde ich auf diesem Notebook gern Linux installieren
Aber Asahi Linux unterstützt noch weder externe Displays noch das M4 richtig, daher ist es für den produktiven Einsatz schwierig
Da dieser Computer aber nicht für ernsthafte Arbeit gedacht ist, stört mich das nicht besonders
Am Computer merke ich 60 Hz kaum, aber auf dem Smartphone fühlen sich 120 Hz deutlich natürlicher an
Vielleicht wegen der vielen Animationen wirkt 60 Hz inzwischen sogar leicht übelkeitserregend
Auf einem 144-Hz-Bildschirm konnte ich den Unterschied zwischen 72 FPS und 144 FPS aber kaum erkennen
Deshalb bin ich inzwischen überzeugt, dass Displays mit hoher Bildwiederholrate vor allem Marketing sind
Ich habe auch den HTML-Testcode geteilt
Das Nano-Texture-Display wirkt unscharf und fühlt sich so an, als hätte es eine geringere Auflösung
60 Hz wirkt inzwischen verschwommen, deshalb kann ich das nicht mehr benutzen
120 Hz fühlen sich für mich nicht revolutionär an
Mein ideales MacBook wäre eine Air-Version mit Nano-Texture-Display
Im praktischen Einsatz merkt man eine sehr feine matte Textur, und die geringeren Reflexionen fand ich eindeutig angenehm
Trotzdem ist es deutlich besser als das matte Finish eines ThinkPad
Vermutlich liegt das an der Skalierung des Seitenverhältnisses
Das M4 Pro unterstützt bei SDR 1.000 Nits Helligkeit, während Air oder M1 Pro nur bis 500 Nits schaffen
Ich nutze das beim Arbeiten im Freien mit dem M3 Pro oft, und ich habe gehört, dass es auch auf älteren Modellen funktioniert
Es wirkt typisch für Apple, dass man über zehn Jahre lang auf glänzende Displays gesetzt hat und matt jetzt als „Premium“ verkauft
Glänzende Displays hatten dagegen weniger interne Brechung, stärkeren Farbkontrast und wirkten deutlich schärfer
Apples Nano-Texture ist ein hochwertiges mattes Finish, das diese Nachteile behebt und in der Herstellung mehr kostet
Es ist vernünftig, dass nur diejenigen extra zahlen, die wirklich ein mattes Display brauchen
Das Pro-Modell unterstützt 1.600 Nits HDR-Helligkeit und ist deshalb für Foto- oder Videobearbeitung im Vorteil
Das Air liegt bei 500 Nits, wodurch der Kontrasteindruck deutlich abfällt
Ich nutze das den ganzen Tag an Orten mit starkem Sonnenlicht, und wenn es aus ist, wirkt es fast so, als wäre der Bildschirm kaputt
Es gibt nicht viele Fotografen, die HDR wirklich nutzen
Das Nano-Texture-Display beseitigt Reflexionen fast vollständig
Wenn man es unter der Beleuchtung im Apple Store vergleicht, spiegeln sich die Lichter auf einem normalen Display direkt, beim Nano-Texture-Display sind sie fast unsichtbar
Für Menschen, die viel im Freien arbeiten, ist das eine stille Wohltat
Vor 20 Jahren habe ich ein G3 iBook gekauft und darauf Debian woody betrieben
Heute nutze ich ein Dell XPS, aber ohne OLED und mit einer eher mäßigen Tastatur
Ich überlege gerade, ob ich auf aktueller Apple-Hardware wieder ein freies Betriebssystem nutzen kann
Deshalb ist ein Linux in einer Vollbild-VM die realistische Lösung
Das war noch die Zeit, in der ich mit Sparc-Workstations gearbeitet und verschiedene Architekturen ausprobiert habe
Die Hardware des MacBook Pro ist beeindruckend
Es ist auch gut dafür geeignet, lokale LLMs auszuführen
Passender Issue-Link
Für Modelle mit 600B Parametern oder mehr braucht man allerdings völlig absurde Hardware
Meinungen zu Modellen mit und ohne Lüfter sind immer interessant
Ich lebe in einer warmen Region, und wenn ich mehr mache als nur im Browser zu arbeiten, wird die Tastatur so heiß, dass ich kein Air benutzen kann
Deshalb brauche ich trotz des Geräuschs unbedingt die Lüfter des MacBook Pro und Mac Fan Control