-
Was ist ein Anti-Pitch?
- Eine Art, auf neue Ideen – besonders auf Startup-Pitches – mit einem einzigen Satz nur die Schwachstellen herauszupicken und Pessimismus zu verbreiten
- Reaktionen wie „Das wurde doch alles schon ausprobiert?“ oder „Was macht ihr, wenn ein großer Konzern es kopiert?“ tauchen immer wieder auf
- Der Pitch steht für „Hoffnung und Erklärung“, der Anti-Pitch für „Zynismus und Störung“
-
Praxisbeispiele für Anti-Pitches nach Branche
- Produktivitäts-App: „Das wird vier Jahre dauern – lässt sich das überhaupt an einen Großkonzern verkaufen?“
- AI: „Ist das nicht einfach schon ein GPT-Wrapper-Service?“, „Wenn OpenAI das macht, ist es doch vorbei?“
- Social-App: „Gegen den Effekt von Instagram und YouTube bringt das alles nichts“
- Hardware: „Was macht ihr, wenn Kopien aus China auftauchen?“
- Ähnliche Einwände prasseln in jeder Branche nieder, etwa bei VR, Bildung, Abos oder Dating-Apps
-
Das Wesen des Anti-Pitch
- Eine Verbindung aus hartem Realismus und Zynismus: 99 % einer Branche scheitern
- Wenn alle nur in diesem Denkmuster steckenbleiben, kann nichts Neues entstehen
- Auch Uber, das Internet und innovative Services waren in ihrer Anfangszeit Ziel solcher Anti-Pitches
-
Strategien für optimistische Gründer
-
- Ignorieren
Bedeutungslose Skepsis und die Meinung von Menschen, die nicht zur idealen Zielkundschaft gehören, kann man einfach vorbeiziehen lassen
Wer vom Kritisieren lebt (z. B. Medienjournalisten), verdient noch weniger Aufmerksamkeit
- Ignorieren
-
- Kritik annehmen
Die Kritik zuerst anerkennen („Stimmt, vielleicht sind wir einfach schon die zehnte AI-App für Hunde“)
Danach die tatsächliche Differenzierung und Innovation logisch darlegen; entscheidend sind Insight und Timing
Dahinter müssen allerdings echte Innovation und eine substanziell gute Antwort stehen
- Kritik annehmen
-
- Einfach bis zum Ende abstreiten
Mit einer klaren Abgrenzung reagieren, etwa: „Wir sind nicht Yelp“
Das birgt jedoch das Risiko, gerade dadurch in derselben Kategorie gefangen zu bleiben; empfohlen wird eine Strategie, die den Frame selbst verschiebt
Gemeint ist also der Rat: „Ändert die Art des Vergleichs“
- Einfach bis zum Ende abstreiten
-
-
Ein besserer Pitch ist die beste Verteidigung (Pitch-Labyrinth-Strategie)
- Wenn sich dieselbe Kritik wiederholt, verändert man die Kernbotschaft, die Punkte und den Frame des Pitchs selbst
- „Es ist eine Glücksspiel-App“ → „Es ist eine Prediction-Market-Plattform“
- Dieselbe Idee kann in 5 bis 10 verschiedenen Pitches (
bullet point pitch) variiert werden - Für Gründer ist es wichtig, mit verschiedenen Pitches den strategischen Weg zu wählen, auf dem sie am besten reagieren können
-
Was man aus dem Anti-Pitch lernen kann
- Nicht jede Kritik ist unbegründet; man sollte anerkennen, dass sich Branchenrealität und Kundeninsight darin mischen können
- Das Verhalten neuer Vertriebsmitarbeiter nach dem Muster
show up and throw up(ein einseitiger, nur auf Selbstdarstellung setzender Pitch) ist ein direkter Weg zum Scheitern - Aussagen wie „Warum VR schwierig ist = ein Ökosystemproblem“ sollte man als praktische Wahrheit ernst nehmen
- Das Gleichgewicht aus optimistischer Herausforderung und angemessener skeptischer Prüfung schafft Innovation
1 Kommentare
Wer so einen Text überhaupt braucht, kann den Inhalt von vornherein nicht in die Praxis umsetzen. Es fehlt nichts anderes – man braucht einfach nur starke Überzeugung in sich selbst. Wenn man diese starke Überzeugung hat, lassen einen solche Aussagen gar nicht erst ankratzen.
Und solche Dinge sind tatsächlich Schwächen, die einem in nur einer Sekunde einfallen können; ich denke, statt etwa eine Haltung wie [anzuerkennen, dass nicht jede Kritik unbegründet ist und dass sich darin Branchenrealität und Kundeneinsichten mischen können] einzunehmen, braucht man eher die Haltung, solche Schwächen offen anzuerkennen und sie stets im Hinterkopf zu behalten.