- Laut einer internen E-Mail von Microsoft empfiehlt das Unternehmen Mitarbeitern mit H-1B- und H-4-Visum nachdrücklich, sofort in die USA zurückzukehren, bevor die Executive Order am 21. September in Kraft tritt
- Die von Präsident Donald Trump unterzeichnete Executive Order erhöht die Gebühren für H-1B-gesponserte Visa auf 100.000 US-Dollar pro Jahr und versetzt damit der Tech-Branche, die auf ausländische Fachkräfte aus Ländern wie Indien und China angewiesen ist, einen schweren Schlag
- Der Handelsminister und Vertreter des Weißen Hauses betonen, dass die Maßnahme dazu dienen soll, mehr Absolventen in den USA einzustellen und das missbrauchte Visasystem zu reformieren
- Indien stellt 71 % aller H-1B-Genehmigungen und dürfte damit am stärksten betroffen sein; allein im ersten Halbjahr 2025 erhielten Amazon mehr als 12.000, Microsoft und Meta jeweils mehr als 5.000 H-1B-Genehmigungen
- Die neue Politik dürfte einen Umbau des auf ausländischen Fachkräften basierenden Modells erzwingen und tiefgreifende Veränderungen bei Talentgewinnung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auslösen
Microsofts dringende Empfehlung
- Laut der von Reuters bestätigten E-Mail fordert Microsoft Mitarbeiter mit H-1B-/H-4-Status auf, vor dem Stichtag am 21. September in die USA zurückzukehren
- Mitarbeitern, die sich bereits in den USA befinden, wird empfohlen, vorerst im Land zu bleiben
- Hintergrund ist, dass die neue Gebührenstruktur die Belastung für Unternehmen sprunghaft erhöhen und den Personaleinsatz beeinträchtigen könnte
Erhöhung der H-1B-Visagebühren
- Präsident Trump setzte per Executive Order vom 19. September die Gebühr für H-1B-Visaanträge auf 100.000 US-Dollar pro Jahr fest
- Trump sagte mit Blick auf die erwartete Reaktion der Branche: „Auch sie werden sehr glücklich darüber sein“ — eine Aussage, die den Sorgen der Branche klar widerspricht
- Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte, die Maßnahme solle sicherstellen, dass nur echte Spitzenkräfte einreisen, und durch US-Arbeitskräfte ersetzbare ausländische Beschäftigte reduzieren
Indiens dominierende Rolle
- Indien stellte im vergangenen Jahr 71 % aller H-1B-Genehmigungen, China folgte mit 11,7 %
- Im ersten Halbjahr 2025 erhielt Amazon (einschließlich AWS) mehr als 12.000, Microsoft und Meta jeweils mehr als 5.000 H-1B-Genehmigungen
- Entsprechend dürfte die Gebührenerhöhung vor allem Talente aus Indien und US-Big-Tech-Unternehmen direkt treffen
Politischer Kontext
- Der Handelsminister betonte: Man solle „den Import ausländischer Arbeitskräfte stoppen und Absolventen in den USA ausbilden“
- Das Weiße Haus bezeichnete H-1B als das am stärksten missbrauchte Visasystem und erklärte, die neuen Gebühren seien ein Filter, um nur hochqualifizierte Kräfte hereinzulassen
- Die Branche befürchtet jedoch, dass die Maßnahme Innovation und Wettbewerbsfähigkeit schwächen könnte
Einordnung
- Die Veränderung verlangt einen strukturellen Wandel bei Talentstrategien, die auf ausländischen Fachkräften beruhen
- Sowohl indische Tech-Fachkräfte als auch große US-Konzerne sind zu sofortigen Reaktionen gezwungen, was auch globale Muster der Talentmobilität stark beeinflussen könnte
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