1 Punkte von GN⁺ 26 일 전 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Es wurde bekannt, dass Oracle, das in den USA derzeit umfangreiche Entlassungen durchführt, in den vergangenen zwei Fiskaljahren mehr als 3.100 H-1B-Visaanträge eingereicht hat
  • Laut USCIS-Daten wurden im Fiskaljahr 2025 2.690 Anträge und im Fiskaljahr 2026 bislang 436 Anträge eingereicht
  • Das Unternehmen hat zu den Entlassungen und den Visaanträgen keine offizielle Stellungnahme oder detaillierte Erklärung abgegeben
  • Entlassenen Mitarbeitern wurde Berichten zufolge ein Schreiben zugestellt, das den Satz „Heute ist Ihr letzter Arbeitstag“ enthielt
  • Der Fall rückt erneut die Kontroverse um die Verdrängung inländischer Arbeitskräfte in den USA und die Transparenzprobleme des H-1B-Systems in den Fokus

Das H-1B-Visasystem und die Kontroverse

  • Das H-1B-Visaprogramm erlaubt es US-Unternehmen, ausländische Fachkräfte mit spezialisierten Qualifikationen für einen bestimmten Zeitraum zu beschäftigen
  • Kritiker behaupten, das System werde missbraucht, um US-Arbeitnehmer durch günstigere ausländische Arbeitskräfte zu ersetzen
  • Befürworter sehen darin dagegen ein unverzichtbares Instrument zur Abfederung des Fachkräftemangels
  • Der Fall Oracle wirft in dieser Debatte Fragen zur Personalstrategie von Unternehmen und zur Nutzung des Systems auf

Detaillierte Zahlen und Zeiträume

  • Im Fiskaljahr 2025 (1. Oktober 2024 bis 30. September 2025) wurden 2.690 H-1B-Visapetitionen eingereicht
  • Im Fiskaljahr 2026 (1. Oktober 2025 bis 30. September 2026) gingen bislang 436 Anträge ein
  • Insgesamt wurden mehr als 3.100 Visaanträge bestätigt

Oracle America Inc.

  • Das Softwareunternehmen hat seinen Hauptsitz in Austin, Texas
  • Derzeit läuft eine Umstrukturierung mit groß angelegtem Stellenabbau, während gleichzeitig zahlreiche Visa-Petitionen für ausländische Arbeitskräfte eingereicht werden
  • Das Unternehmen macht keine konkreten Angaben zum Ausmaß der Entlassungen oder zu Plänen für die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte

Ausblick

  • Welche Auswirkungen Oracles Entlassungen und H-1B-Visaanträge auf die Beschäftigungsstruktur in den USA haben werden, ist noch unklar
  • Als zentrale Streitpunkte rücken die Personalstrategie von Unternehmen und die Notwendigkeit größerer Transparenz im H-1B-System in den Vordergrund
  • Der Fall dürfte die Debatte über die Arbeitsmarktpolitik der US-Techbranche und den Einsatz globaler Talente weiter anstoßen

1 Kommentare

 
GN⁺ 26 일 전
Hacker-News-Kommentare
  • In kleinen Lokalzeitungen in Städten nahe großer Oracle-Standorte finden sich winzige Stellenanzeigen wie „Softwareentwickler für Oracle gesucht“ direkt neben Fahrrädern oder gebrauchten Autoteilen
    Das wirkt wie eine Ausrede nach dem Muster: „Niemand in den USA hat sich beworben, also mussten wir zwangsläufig im Ausland einstellen.“

    • Tatsächlich fanden Oracles Massenentlassungen größtenteils in Indien statt. In den USA gab es kaum Entlassungen.
      IT-Arbeitskräfte sind nicht einfach beliebig austauschbar, viele Rollen sind hochgradig spezialisiert.
      Die USA sind nahezu vollbeschäftigt, und der Ersatz durch ausländische Niedriglohnkräfte ist bereits illegal und wird auch verfolgt.
      Dieses Narrativ wird als „virusartige Erzählung“ gesehen, die die Realität verzerrt.
      Verwandter Artikel: GoodReturns - Oracle layoffs 2025
    • Auch Stanford hat dieses Jahr für IT-Stellen H1B-Visa beantragt (Quelle)
      Es wirkt fragwürdig zu behaupten, kein US-Bürger wolle diese Arbeit machen.
    • Eine frühere Firma hängte H1B-Ausschreibungen an ein Brett neben den Toiletten. Man brauchte einen Besucherpass, um sie zu sehen, aber formal war es ein „öffentlicher Ort“.
    • Es wird nach Belegen für diese Behauptung gefragt.
  • Es wirkt merkwürdig, dass es kein System gibt, das Unternehmen nach Entlassungen für eine gewisse Zeit von der Nutzung des H1B-Systems ausschließt

    • Es gibt im H1B-System mehrere Kategorien für „Spezialgebiete“, sodass in einem Bereich entlassen und in einem anderen eingestellt werden kann.
      Diese Struktur schafft Schlupflöcher für Unternehmen. Die Kategorien sollten reduziert werden.
      Entlassungen gab es weltweit, Indien wurde dabei besonders hart getroffen.
    • Bei Entlassungen sollten auch Aktivitäten wie Aktienrückkäufe oder Insiderhandel vorübergehend ausgesetzt werden.
    • Bei der Greencard (PERM) sorgt sich die Regierung um das Existenzrisiko langfristig Ansässiger, bei H1B hingegen weniger, weil es sich um ein Kurzzeitvisum handelt.
    • Es gibt auch die zynische Reaktion: Wenn man „30.000 H1B einstellt und danach 30.000 Leute entlässt“, ist das Ergebnis dann nicht dasselbe?
    • Beide großen US-Parteien gelten als einwanderungsfreundlich, daher gebe es praktisch keine echte Veränderung. In der EU werde die Regulierung unter populistischem Einfluss dagegen verschärft.
  • Es wird gefragt, ob die Gebühr von 100.000 Dollar pro Person für H1B-Antragsteller tatsächlich angewendet wird
    Selbst wenn das nur für 100 Personen gilt, wären das 10 Millionen Dollar, und es ist schwer zu erkennen, warum Oracle solche Kosten tragen würde.
    Es wird vermutet, dass die Executive Order möglicherweise von Gerichten gestoppt wurde oder Ausnahmen gelten.

    • Tatsächlich gilt das nur für neue Antragsteller aus dem Ausland; bestehende Visainhaber oder Personen mit Arbeitgeberwechsel fallen nicht darunter.
      Eine Executive Order ist kein Gesetz und kann daher auch vor Gericht aufgehoben werden.
    • Es gab eine Ausnahmeregelung, nach der bestimmte bevorzugte Unternehmen mit einer Einmalzahlung von 1 Million Dollar unbegrenzt H1B beantragen konnten.
    • Die betreffende EO sei so gestaltet gewesen, dass sie indische IT-Unternehmen gezielt traf, während US-Unternehmen größtenteils ausgenommen waren.
  • Der Artikeltitel ist irreführend
    Oracle hat lediglich H1B für 2025–2026 beantragt, nicht unmittelbar nach den jüngsten Entlassungen.
    Das sei so, als würde man über Einstellungen während der Pandemie sagen: „Sie haben trotz Massenentlassungen eingestellt.“

    • Solche Entlassungen passieren allerdings nicht spontan, daher ist die Entscheidung, bis kurz vor Entlassungen weiter ausländische Arbeitskräfte einzustellen, durchaus kritikwürdig.
  • Der Behauptung, in den USA gebe es bereits genug Talente, wird entschieden widersprochen

    • Noch vor zwei Jahren war der Mangel an fähigen Fachkräften gravierend.
      Inzwischen wurde durch Investitionen in AI-Rechenzentren viel Kapital gebunden, wodurch weniger eingestellt wird, und zusätzlich überschwemmen AI-generierte Lebensläufe den Markt, sodass echte Talente untergehen.
  • Es sei unverständlich, warum US-Arbeitnehmer solche H1B-Programme unterstützen
    Universitäten oder gemeinnützige Forschungseinrichtungen sind zudem von Obergrenzen bei Einstellungen ausgenommen, was noch unfairer wirkt.
    Unternehmen wollten eher kontrollierbare Arbeitskräfte als ethisch zu handeln. Letztlich gehe es um ein Ungleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit.

    • Die Regierung arbeite eher für Kapitalbesitzer als für Arbeitnehmer.
    • Wenn jemand unzufrieden sei, solle er direkt ein Unternehmen gründen und ohne Einwanderer arbeiten.
    • Früher ließ sich so ein System leicht unterstützen, weil es viele Tech-Jobs mit guter Bezahlung gab, heute sei die Lage anders.
    • Arbeitnehmer schweigen aus Angst, bei Widerspruch als rassistisch abgestempelt zu werden.
  • Auf die Frage „Wo ist mein Lebensstandard geblieben?“ wirkt die Schuldzuweisung an ausländische Arbeitskräfte wenig überzeugend

    • Die Vergütung in Tech-Berufen ist kontinuierlich gestiegen, und steigende Wohnkosten seien eher auf NIMBY-Effekte und Immobilienspekulation zurückzuführen.
    • Günstigere Arbeitskräfte können im Gegenteil dazu beitragen, dass Verbrauchsgüter billiger bleiben, was den Lebensstandard erhöht.
  • Es wird gefragt: Wenn es in den USA genug Talente gibt, warum bewirbt sich dann niemand bei Oracle?

    • Jemand berichtet, zwar ein Angebot von Oracle erhalten, es aber wegen schlechter Arbeitsbedingungen abgelehnt zu haben.
      Dass Oracle weiterhin Talente gewinnen kann, liege an seiner Abhängigkeit von H1B.
      Vorgeschlagen wird, den Anteil von Arbeitskräften mit Visum in bestimmten Rollen auf höchstens 30 % zu begrenzen.
    • Wer vom Job existenziell abhängt, muss womöglich arbeiten, auch wenn er die Stelle nicht mag.
    • Man würde sich durchaus bewerben, wenn die Bedingungen stimmen, aber ist nicht genau der Sinn dieser Debatte, das zu vermeiden?
    • Oracle zahlt Top-Talenten tatsächlich auch hohe Vergütungen.
  • Arbeitgeber müssen pro H1B 100.000 Dollar Visakosten zahlen, daher sind Einwanderer nicht automatisch billiger als US-Arbeitnehmer

    • Diese 100.000 Dollar gelten nur für neue Antragsteller aus dem Ausland; bestehende Aufenthaltsinhaber oder Personen mit Arbeitgeberwechsel sind nicht betroffen.
      Tatsächlich sollen nur etwa 85 Fälle diese Voraussetzung erfüllt haben (Quelle)
    • Es wird jedoch vermutet, dass Oracles Gründer Larry Befreiungen oder Sonderausnahmen erhalten haben könnte.
  • Die Moral und die ökonomische Wirkung des H1B-Systems werden mit einem einfachen Modell erklärt
    Wenn es in Land C1 Nachfrage nach 100 Tech-Stellen gibt, aber nur 50 einheimische Arbeitskräfte, steigen die Löhne.
    Werden jedoch über H1B weitere 50 Ausländer eingestellt, stoppt der Lohnanstieg.
    Diese Struktur werde als Ursache für Lohndeflation gesehen.

    • Als Gegenargument wird genannt, dass C1 dann über 100 Tech-Arbeitskräfte verfügt, von denen die Hälfte zu den weltbesten Talenten gehört.
      Dadurch werde C1 zu einem Innovationszentrum, und genau deshalb sei die Bay Area zum globalen Tech-Hub geworden.
      Umgekehrt würde Isolationismus den technologischen Aufstieg von Ländern wie China fördern.
    • In der Realität ist die Lage jedoch komplexer. Unternehmen können bei steigenden Löhnen auf Auslandsbeschäftigung umstellen, und Arbeitnehmer schaffen durch Konsum wiederum Nachfrage nach neuen Jobs, sodass Beschäftigung kein Nullsummenspiel ist.