- In sieben Polizeibehörden in Großbritannien wurde die Einführung von zehn Transportern mit Live Facial Recognition (LFR) angekündigt
- Die Technologie soll der Identifizierung von Schwerverbrechern und Sexualstraftätern dienen und von speziell geschulten Polizeikräften betrieben werden
- Die Regierung bereitet die Einführung strenger Richtlinien und eines neuen rechtlichen Rahmens vor
- Menschenrechtsgruppen äußern Bedenken wegen Fehlidentifikationen und möglicher rassistischer Diskriminierung und fordern einen sofortigen Stopp
- Unabhängige Tests hätten Genauigkeit und keine Verzerrung bestätigt, dennoch seien öffentliche Konsultation und gesetzliche Schutzmaßnahmen nötig
Überblick über die Maßnahme
- Die britische Regierung hat einen Plan vorgestellt, den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie (Live Facial Recognition, LFR) zur Festnahme von Straftätern auszuweiten
- In sieben Polizeibezirken sollen zehn LFR-Transporter eingesetzt werden, um die Identifizierung wichtiger Sexualstraftäter und Schwerverbrecher zu unterstützen
- Innenministerin Yvette Cooper sagte, dass die Technologie gegen „die schwersten Straftäter“ eingesetzt werde
Einführungsweise und Schutzmaßnahmen
- Die LFR-Transporter werden auf Grundlage konkreter Erkenntnisse eingesetzt, und geschulte Polizeibeamte überprüfen sämtliche von den Kameras erfassten Treffer manuell
- Jedes Fahrzeug wird nach den Richtlinien des College of Policing betrieben und nutzt dabei jeweils zweckgebundene Beobachtungslisten
- Die Fahrzeuge kommen bei den Polizeibehörden von Greater Manchester, West Yorkshire, Bedfordshire, Surrey & Sussex, Thames Valley & Hampshire zum Einsatz
Bedenken zu Menschenrechten und Reaktionen der Zivilgesellschaft
- Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International UK kritisieren, die Technologie sei gegenüber ethnischen Minderheiten diskriminierend und berge das Risiko von Fehlidentifikationen und ungerechtfertigten Festnahmen
- Das Home Office behauptet, unabhängige Tests hätten gezeigt, dass das System „genau ist und keine Verzerrungen nach Ethnie, Alter oder Geschlecht“ aufweist
- Bürgerrechtsgruppen wie Liberty betonen, dass vor einer Einführung zunächst ein formaler rechtlicher Rahmen und öffentliche Konsultationen nötig seien, und fordern einen Stopp
Positionen von Regierung und Polizei
- Yvette Cooper erklärte, angemessene Schutzmaßnahmen hätten Priorität, und kündigte eine öffentliche Debatte sowie einen neuen rechtlichen Rahmen zu Verfahren beim Kameraeinsatz an
- Laut der Metropolitan Police führten Pilotprojekte in London und South Wales innerhalb von zwölf Monaten zu 580 Festnahmen von Schwerverbrechern
- Der NPCC (National Police Chiefs' Council) bewertet die Technologie als „große Chance“ für die Polizei, Verdächtige schnell und präzise zu finden
Streitpunkte der Umsetzung und weitere Ausrichtung
- In South Wales wurden vor allem an Tagen mit Fußballspielen im Stadtzentrum von Cardiff insgesamt mehr als 1,6 Millionen Menschen per Gesichtsscan erfasst
- Die Regierung will die Einführung der Technologie unter der Voraussetzung eines neuen rechtlichen Rahmens, von Schutzmaßnahmen für Bürger und einer angemessenen Kommunikation mit der Zivilgesellschaft weiter prüfen
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