1 Punkte von GN⁺ 2025-08-08 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Startet mit der Einführung des Projekts zur Visualisierung der Technologiekontinuität, das vor 3 Millionen Jahren ansetzt
  • Nutzer können die technologische Entwicklung in interaktiver Baumform erkunden
  • Das Projekt wurde von Étienne Fortier-Dubois erstellt
  • Derzeit sind die Daten leer (für Technologien und deren Verknüpfungen)
  • Weitere Technologien und Verknüpfungen sollen später hinzugefügt werden

Projektübersicht

  • HISTORICAL TECH TREE ist ein interaktives, baumbasiertes Tool zum visuellen Erkunden der Entwicklungsgeschichte der Menschheit
  • Das Ziel ist die Bereitstellung einer Visualisierung, die die Technologien von vor 3 Millionen Jahren bis in die Gegenwart auf einen Blick zeigt
  • Die Entwicklung wird von Étienne Fortier-Dubois vorangetrieben

Aktueller Stand

  • Derzeit gibt es 0 eingetragene Technologien und 0 Verbindungen zwischen Technologien
  • Die eigentliche Baumstruktur sowie die Daten sind noch nicht implementiert

Zukünftige Entwicklung

  • Das Projekt ist in Arbeit; künftig sollen weitere Technologien und Verbindungen hinzugefügt werden

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-08-08
Hacker News Kommentar
  • Bei solchen großen Projekten entstehen eben oft Blinder-Flecken-Ausbildungen; dieser Technologiebaum unterschätzt meiner Ansicht nach den Einfluss von Metallurgie und Präzisionsmaschinenbau erheblich, und ich denke, dass die Grundlagenforschung selbst ebenfalls stärker berücksichtigt werden sollte. Sonst wirken etwa Gasturbinen so, als würden sie ohne vorbereitende Technologien plötzlich auftauchen.

    • Der Ersteller hat versucht, eine Definition von „Technologie“ zu etablieren, verliert aber im Verlauf die Konsistenz. Hielte er das Kriterium bis zum Ende durch, wären kulturell geprägte Techniken wie Nixtamalization vermutlich nicht in der Liste gelandet. Diese Inkonsistenzen und großen Lücken wirken dadurch oft seltsam: Es gibt zu wenige textile Einträge, und „Kleidung“ wird auf nur eine einzige „Erfindung“ um 160,000 BC reduziert, obwohl ein T-Shirt und eine Arktisjacke klar unterschiedliche Technologien sind. Auch die Landwirtschaft der Neuen Welt ist merkwürdig aufgebaut, denn Knoten tauchen plötzlich auf und sind nirgends verknüpft. Es wirkt, als wäre „Natur“ bewusst nicht als Technologie modelliert worden. Den zugehörigen Link findest du hier.
    • Das Projekt ist noch in Arbeit und begrüßt Feedback und Vorschläge; weitere Details sind hier beschrieben.
    • Viele dieser Punkte sind meiner Meinung nach inkrementelle Verbesserungen, bei denen kleine Optimierungen mehrfach wiederholt werden, bis ein völlig anderes Ergebnis entsteht – ähnlich wie bei der schrittweisen Steigerung einer Legierung um ein paar Prozent. Es ist schwierig zu bestimmen, ab wann man etwas als eigenständigen Knoten betrachtet. Bei der Aussage, dass graduelle Verbesserungen den Kern nahezu allen Fortschritts ausmachen, stimme ich jedoch zu 100 % zu.
  • Ich bin sehr an der Schraubenschneid-Drehbank (screw cutting lathe) interessiert; der betreffende Wikipedia-Eintrag, der wohl die Basis dieses Trees ist, war allerdings um etwa 25 Jahre falsch datiert (1800 statt 1775). Diese Angabe wurde anscheinend direkt übernommen und in den Tree übernommen. Ich habe den Fehler bereits auf Wikipedia gemeldet; weitere Details findest du hier.

    • Interessant finde ich auch: Ich habe eine Replik von Da Vincis Schraubenschneidegerät im Museum gesehen; sie ist extrem clever konstruiert. Sie konnte nicht nur Schrauben schneiden, sondern auch neue Schrauben präziser herstellen, und durch den Austausch dieser Schrauben ließ sich die Genauigkeit der Maschine selbst erhöhen. Da es kein universeller Dreher, sondern ein reines Schraubenwerkzeug war, glaube ich nicht, dass es wesentlich weiter in die Vergangenheit zurückreicht.
    • Falls du es noch nicht gesehen hast, kann ich diesen YouTube-Kanal empfehlen: Machine Thinking – wirklich hervorragend.
  • Als Idee zur Verbesserung wäre ein Tausender-Trennzeichen sinnvoll, damit man 1,500,000 BC nicht mit 150,000 BC verwechselt. Eine Zoom-Funktion wäre ebenfalls sehr hilfreich. Die Grundidee ist insgesamt wirklich stark.

  • Den Quellcode findest du hier.

    • Der Scraper-Code wirkt so wie erwartet, was ich spannend finde. Persönlich hätte ich wohl lieber einen Wikimedia-Dump geladen und direkt geparst. Eine weitere Idee wäre, Organisationen in die Technologietimeline einzubeziehen, etwa Unternehmen, Staaten, Universitäten, Gilden, internationale Organisationen usw. Die Art, wie Menschen sich organisieren, beeinflusst technologische Innovation enorm. Das Higgs-Boson-Experiment, das Manhattan-Projekt, die Mondlandung, das Internet, das iPhone wären ohne komplexe internationale Institutionen vermutlich nicht möglich gewesen.
  • Auch vor der Industriellen Revolution gab es Phasen mit schneller Innovation, während andere Phasen deutlich langsamer waren, z. B. sind die Jahre von 500 v. Chr. bis 200 v. Chr. gut dokumentiert, aber 200 n. Chr. bis 500 n. Chr. deutlich weniger.

    • Der Begriff „Dark Age“ wird heute oft in Frage gestellt, aber mit dem langsamen Verfall des Weströmischen Reiches änderten sich tatsächlich die materiellen Rahmenbedingungen: Bevölkerungsdichte und Urbanisierung nahmen ab, ebenso wie die Arbeitsteilung. Viele „Erfindungen“ entstehen, wenn viele Hände zur Verfügung stehen – unter genau diesen Bedingungen am häufigsten. Zu Indien und China kann ich als Nichtexperte nicht klares Urteil liefern, aber auch dort gab es Phasen von Integration und Zerfall.
  • Eine ähnliche Technologiebaum-Idee wurde bereits früher diskutiert, siehe hier.

  • Wenn dir diese Idee gefällt, gefällt dir vermutlich auch das Buch von Cartoonisten und Informatiker Ryan North, How to Invent Everything: A Survival Guide for the Stranded Time Traveler; weitere Infos findest du hier.

  • Ein wirklich tolles Projekt. Ich habe selbst einmal einen „dialogbasierten historischen Zeitlinien-Generator“ gebaut: Timeline of Everything. Es wäre spannend, wenn dort zusätzlich eine Explore-Funktion eingebaut wäre, bei der man „Zeig mir die wichtigsten Nachfollgetechnologien von x“ eingibt und sofort verknüpfte Technologien mit kurzer Erklärung angezeigt bekommt.

  • Als verwandte Idee gibt es auch das Projekt „The Universal Tech Tree“, siehe hier.

  • Ich glaube, das ist eine Aufgabe, die eigentlich von echten Historikern gemacht werden sollte (obwohl Historiker solche Ansätze oft nicht mögen).