- Das Electric-Air-Taxi-Startup Joby Aviation hat den Passagierbereich von Blade Air Mobility, dem Hubschrauberbetreiber aus New York und Frankreich, für 125 Millionen US-Dollar übernommen und den kommerziellen Zeitplan deutlich vorgezogen
- Unmittelbar nach der Übernahme wird zunächst mit den bestehenden Blade-Hubschraubern operiert; nach Abschluss der Behördenzulassung werden diese unverzüglich durch elektrische eVTOLs ersetzt, sodass wichtige urbane Luftverkehrsmärkte wie New York schnell erschlossen werden können
- Durch Nutzung der bestehenden Blade-Vertiport-Infrastruktur und des Kundenetzwerks werden Unsicherheiten beim Infrastrukturaufbau und -betrieb beseitigt und Markteintrittsbarrieren deutlich gesenkt
- Durch dieses Geschäft kann Joby im Vergleich zu Archer Aviation in New York, Frankreich und anderen Regionen eine reale Serviceeinführung einen Schritt früher realisieren
- Joby erweitert sich derzeit aktiv in zivilen und militärischen eVTOL-Märkten, zuletzt in Kooperation mit L3Harris für die Entwicklung von Hybrid-Elektroflugzeugen
Überblick und Hintergrund der Joby-Blade-Übernahme
- Joby Aviation (Santa Cruz, USA) ist ein Entwickler von elektrischen Senkrechtstarter-Lufttaxis (eVTOL); es hat das Passagiergeschäft von Blade (einem Helikopterunternehmen mit Fokus auf New York und Frankreich) für 125 Millionen US-Dollar (Barzahlung oder Aktien) übernommen
- Der bisherige medizinische Transportbereich von Blade (z. B. Organtransporte) wurde zu Strata ausgegliedert, um die NYSE-Notierung zu halten, mit der Perspektive, dass die Nutzungsrechte an Joby-Flugzeugen bestehen bleiben
- Nach der Übernahme beginnt Joby zunächst mit Blade-Hubschraubern den Betrieb in New York und Frankreich; nach Zertifizierungen wie durch die FAA folgt der Austausch auf Joby-eVTOL-Flugzeuge
- Die wichtigsten urbanen Vertiports von Blade (New York, Französische Riviera usw.) können sofort genutzt werden, wodurch ein eigener Infrastrukturausbau entbehrlich wird
Geschäftsstrategie und Wettbewerbsumfeld
- Durch den Erwerb von Blade kann Joby frühzeitig Umsätze erzielen, Marktdaten sammeln und nach eVTOL-Zertifizierung sofort in den Dienstbetrieb wechseln
- Gegenüber Archer Aviation und anderen Wettbewerbern sichert sich Joby einen frühen Vorsprung im städtischen Flughafenverkehr und bei Premiumrouten
- Für das nächste Jahr sind wettbewerbsfähige eVTOL-Kommerzialisierungen im Nahen Osten (Dubai, Abu Dhabi) und in den USA geplant
- Joby baut seine beiden Produktionsstätten in den USA (Kalifornien, Ohio) gemeinsam mit Toyota aus
Ausbau in der Verteidigung und politischer Kontext
- Joby hat kürzlich mit L3Harris die gemeinsame Entwicklung eines hybriden Elektroflugzeugs (inklusive autonomen Flugs) begonnen, um in den US-Verteidigungsmarkt einzusteigen
- Archer arbeitet mit Anduril zusammen und hat die Entwicklung eines militärischen autonomen eVTOLs (Batterie plus Turbine) angekündigt
- Die Trump-Administration in den USA hat eVTOL als strategische Industrie eingestuft und die Umverteilung von Budgets von Großkampfflugzeugen auf Drohnen und kostengünstige Luftfahrzeuge vorangetrieben
- China unterstützt die Air-Taxi-Industrie aktiv im Rahmen seiner Strategie für eine „Low-Altitude Economy“
Blade und Marktlage
- Blade betreibt Streckenflüge wie JFK–Newark sowie Manhattan/Long Island und Nizza–Monaco in Frankreich (Preisspanne $200 bis $1.000+)
- CEO Wiesenthal hatte die Umstellung auf eVTOL bereits früh befürwortet und betont, dass „stille, emissionsfreie eVTOLs der Schlüssel zu neuen Landezonen und Marktausweitung sind“
Zusätzliche Branchentrends (Noteworthy)
- Ford hat seine Strategie infolge der Deregulierung der Trump-Administration zugunsten des stärkeren Vertriebs von Verbrennungs- und Hybridfahrzeugen als reinen EVs angepasst
- Das Projekt der Biden-Administration zum Aufbau von 500.000 EV-Ladestationen soll nur nach 384 Installationen beendet werden (durch Trump abgeschafft)
- Peak Energy hat in Colorado das erste US-amerikanische kommerzielle Demonstrationsprojekt für netzgebundene Natrium-Ionen-Batterieanlagen gestartet
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