2 Punkte von ashbyash 2025-08-05 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Amüsante und wichtige Kennzahlen – Beobachtungen aus Alltag und Business

  1. Micromort

    • Eine Risikoeinheit mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1.000.000, tödlich zu enden.
    • Je nach Aktivität und pro Stunde lässt sich das Risiko quantifizieren, sodass Risiken verschiedener Verhaltensweisen (Skydive, Fahrradfahren usw.) verglichen werden können.
    • Mit einem LLM lassen sich sogar Detailabschätzungen abrufen, etwa: „Sag mir den Micromort fürs Fahrradfahren am Tag in der Vorstadt.“
    • Kernpunkt: Vergleichbar, wenn man die Expositionszeit normalisiert.
  2. Alltags-/Beziehungskennzahlen

    • Kosten pro Stunde Freude (Cost per Hour of Pleasure, CPHP):
      Je häufiger ein Produkt genutzt wird, desto niedriger ist der CPHP. Konzerte oder Sportschauen sind teuer, ein häufig genutztes Laufband hingegen günstig.
    • Beschwerden pro Stunde (Complaints per Hour, CPH):
      Je mehr Beschwerden es gibt, desto negativer wird die Gesprächsatmosphäre. Unterhaltende Beschwerden können diesen Effekt aber teilweise ausgleichen.
    • Handy-Checks pro Stunde (Phone Pickups per Hour):
      In langweiligen oder anstrengenden Situationen steigt die Frequenz. Der Autor nutzt dafür einen Timer-Safe.
    • Anteil Conversational Autopilot (% Conversational Autopilot):
      Anteil automatisch ablaufender Gesprächsphasen wie Vorstellungsrunde oder Small Talk. Liegt er über 75 %, möchte man den Platz schnell verlassen.

Reale Business-Kennzahlen

  1. Lügen pro Sekunde (Lies per Second, LPS)

    • Ein Maß dafür, wie häufig Übertreibung, Lüge und Datenverfälschung in Startup- und Business-Präsentationen auftreten.
    • Beispiele: Aussagen mit angeblichen statt echten Kunden, ausgelassene Zahlen, Entfernung von Achsen/Legenden usw.
    • Ein hoher LPS ist ein Zeichen für sinkende Meeting-Effizienz – dann ist es oft richtig, schneller zu enden.
  2. Meetings pro Entscheidung (Meetings per Decision Ratio, MPDR)

    • Beschreibt quantitativ, wie viele Meetings nötig sind, um zu Entscheidungen zu kommen, und diagnostiziert wiederholte bzw. unnötige Diskussionen.
    • Er steigt bei fehlendem Owner, unklaren Freigaben/Zielen und häufigen Änderungen stark.
    • Hohe MPDR-Werte zeigen Verbesserungsbedarf in der Verantwortung- und Befugniskette an.
  3. Zeit bis zur ersten Ausrede (Time to First Excuse, TFE)

    • Die verstrichene Zeit in Minuten oder Sekunden, bis nach der Veröffentlichung von Erfolg oder Misserfolg die erste Ausrede fällt.
    • Je kürzer TFE, desto tiefer die Kultur der Verantwortungsabwehr; bei fast 0 ein Signal für Teamwechsel.
  4. Verhältnis von Zahlen zu Text (Numbers vs Text Ratio)

    • Je nach Wachstumsphase eines Unternehmens verschiebt sich der Anteil von Text (Story) ↔ Zahlen (Daten).
    • Um die Series-B-Phase herum sollte es mit Zahlenmaterial gefüllt sein, damit Glaubwürdigkeit statt Träumerei vermittelt wird.
    • Zahlenmangel führt zu Vertrauensverlust; zu viel reiner Text ist auch nicht gut.
  5. PowerPoints pro Launch (PowerPoints per Launch, PPPL)

    • Wie viele PPTs/Reports pro Launch eines neuen Produkts oder einer neuen Funktion erstellt werden.
    • Im Startup-Umfeld liegt PPPL fast bei 0. Bei wachsender Organisation kann es zu einem Death by PowerPoint werden.
    • Für agile Umsetzung braucht es eine Senkung von PPPL und direkte Führungskräfte auf Top-Management-Ebene.
  6. Dollar pro IQ-Punkt (Dollar per IQ Point)

    • Personalkosten pro IQ-Punkt bei Talentakquise.
    • Elitäre Top-Unis können ein gutes Verhältnis von Leistung zu Gehalt haben, in unteren Rängen gilt oft das Gegenteil.
    • Extremfall: Wer die unteren 10 % von Stanford einstellt, hat eine schlechte Kostenquote pro IQ.
  7. Entscheidung-zu-Überlegungs-Verhältnis (Decision to Rumination Ratio)

    • Unabhängig davon, ob eine Entscheidung groß oder klein ist, ist die Dauer der Überlegungsphase nicht zwangsläufig proportional.
    • Auch echte Lebensentscheidungen (Heirat, Umzug, Jobwechsel etc.) werden überraschenderweise oft impulsiv getroffen.
    • Zu viel Zeit in kleine Entscheidungen zu investieren ist ebenfalls ineffizient.

Schlusspunkt

  • Diese Kennzahlen wirken etwas „nerdig“, können aber reale Werkzeuge sein, um Team- oder Organisationsprobleme zu quantifizieren und zu erkennen.
  • „Wenn AI-Meetingprotokolle, automatisierte Fact-Checker usw. ausgereift sind, wird es möglich werden, LPS auch als Echtzeit-Warnsystem zu erkennen.“
  • Wenn man diese Kennzahlen zur internen oder persönlichen Verbesserungsanalyse testet, kann man unerwartet viel Spaß und Einsicht gewinnen.

Noch keine Kommentare.

Noch keine Kommentare.