- Bleipigmente, die in bangladeschischem Kurkuma gefunden wurden, wurden als neue wichtige Ursache für Bleivergiftungen weltweit bestätigt
- Das Rätsel wurde durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Gesundheitsdetektiven zwischen New York und Bangladesch gelöst
- In Bangladesch wurde die Praxis aufgedeckt, Bleichromat zu Kurkuma hinzuzufügen, um die Farbe aufzuhellen
- Nach öffentlichen staatlichen Kontrollen und Bildungskampagnen sank die Nachweisrate von Blei in Kurkuma drastisch von 47 % auf 0 %
- Dennoch besteht weiterhin das Risiko einer Bleiexposition durch andere Gewürze, Kosmetika, Küchenutensilien und mehr
Die Verbindung zwischen bangladeschischem Kurkuma und Bleivergiftung
Bei Kurkuma, einem in Bangladesch beliebten Gewürz, begannen einige Bauern seit den 1980er Jahren, Farbstoffe hinzuzufügen, um eine kräftigere Farbe zu erzielen. Als jedoch bekannt wurde, dass dieser Farbstoff ein bleihaltiges Pigment war, entstand ein weitreichendes Vergiftungsproblem.
Die globale Realität der Bleivergiftung
- Dr. Bruce Lanphear von der Simon Fraser University weist darauf hin, dass weltweit etwa 800 Millionen Kinder von Bleivergiftung betroffen sind, was etwa der Hälfte aller Kinder auf der Erde entspricht
- Die Ursachen für Bleivergiftung sind vielfältig, darunter Kochgeschirr im Haushalt, Lebensmittel und Luft, und sie stellen vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ein besonders schwerwiegendes Problem dar
- Über Jahrzehnte waren die Gegenmaßnahmen unzureichend, doch zwei Forscherinnen — eine Ermittlerin des New Yorker Gesundheitsamts und eine Doktorandin in Kalifornien — sorgten mit einer globalen Untersuchung für einen großen Wendepunkt
Das gleichzeitig in New York und Bangladesch entdeckte Rätsel
Die Blei-Detektive in New York
- Das New Yorker Gesundheitsamt stellte fest, dass es auffallend viele Kinder bangladeschischer Herkunft mit erhöhten Bleiwerten unter Minderjährigen gab
- Das Ermittlungsteam untersuchte mit Messgeräten Wände, Möbel, Spielzeug und Kleidung in den Haushalten, um die Ursache zu finden
- Doch in bangladeschischen Haushalten wurden keine der üblicherweise vermuteten Ursachen wie Farbe oder Boden gefunden
Hohe Blewerte bei Müttern in Bangladesch
- Jenna Forsyth analysierte Blutdaten von mehr als 400 schwangeren Frauen in ländlichen Regionen Bangladeschs und stellte fest, dass mehr als die Hälfte erhöhte Blewerte aufwies
- Verschiedene Möglichkeiten — Pestizide, Dosenlot, Reis, Boden und andere — wurden untersucht, doch die Ursache ließ sich zunächst nicht ermitteln
Die Lösung des Rätsels: Bleipigment in Kurkuma
Forsyths Team stieß in früheren Studien auf einen Fachartikel, in dem bei wenigen Kindern mit Schwermetallbelastung Blei in Kurkuma nachgewiesen worden war.
- Auch in direkt entnommenem Kurkumapulver und in den Wurzeln wurden große Mengen Blei festgestellt
- Die Blei-Fingerabdrücke im Blut stimmten mit denen im Kurkuma überein
- Befragungen lokaler Bauern ergaben, dass man nach einer großen Überschwemmung in den 1980er Jahren damit begonnen hatte, industrielles Bleichromat zu verwenden, um die Farbe des Kurkumas wiederherzustellen, und dass sich dies als Praxis etablierte
Reaktion in Bangladesch und weltweit
- Dieser Befund konnte Bleivergiftungen sowohl in Bangladesch als auch in der bangladeschischen Community in New York gleichzeitig erklären
- Unter den Gewürzen in den USA wurden besonders hohe Bleikonzentrationen vor allem in Kurkuma festgestellt, das aus dem Ausland im Reisegepäck mitgebracht wurde
- 2019 starteten die bangladeschischen Behörden öffentliche Kampagnen, Schulungen für Landwirte und großangelegte Kontrollen auf Märkten
- Mobile Gerichte führten direkt Beschlagnahmungen und Geldstrafen durch, und es wurde beobachtet, dass der Anteil bleihaltiger Kurkumaproben von 47 % auf 0 % sank
- Auch die Blutbleiwerte tatsächlich Betroffener wie Frauen und Landwirte gingen deutlich zurück
Verbleibende Aufgaben und die Verhinderung globaler Ausbreitung
- Forsyth und icddr,b zeigten, dass es auch in Ländern Asiens wie Indien und Pakistan Bleiverunreinigungen in Kurkuma und anderen Gewürzen gibt
- Neben Kurkuma bleiben verschiedene weitere Quellen bestehen, darunter Blei-Säure-Batterien, Kochgeschirr aus Metall, mangelhafte Keramik und bleihaltige Kosmetika
- Nach den Kriterien der US-CDC fallen derzeit noch 98 % der Kinder in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, in die Kategorie Bleivergiftung
- UNICEF und USAID kündigten kürzlich eine globale Initiative zur Bekämpfung von Blei im Umfang von 150 Millionen US-Dollar pro Jahr an
- Das Hauptziel besteht darin, Blei aus Farben, Gewürzen und Kosmetika zu verbannen; der Ansatz soll sich auf kostengünstige Maßnahmen mit großer Wirkung konzentrieren — auf sogenanntes „low-hanging fruit“
Fazit
Jenna Forsyth sowie ihre mitermittelnden Detektive und Fachleute suchen weiterhin nach blinden Flecken der Bleikontamination in unterschiedlichsten Expositionspfaden. Wie es in der Aussage heißt, dass es „sehr schmerzhaft ist, Eltern über die Bleivergiftung ihres Kindes zu informieren“, äußern sie die Hoffnung auf den Tag, an dem sie diese Nachricht nicht mehr überbringen müssen.
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