Warum passieren die falschen Dinge? Ein Memo von Scale-AI-CEO Alexandr Wang [Übersetzung]
(blogbyash.com)Ein Teil eines Memos, das Scale-AI-CEO Alexandr Wang 2019 an das Scale-AI-Team geschickt hat
Informationskompression: Warum Dinge schieflaufen
1. Was ist Informationskompression?
- Der Prozess, in dem komplexe Situationen der realen Welt in einfache Sprache oder Bilder übersetzt werden, damit Menschen sie verstehen können, ist genau das, was mit „Informationskompression“ gemeint ist.
- In diesem Prozess gehen jedoch die meisten Nuancen und wichtigen Kontexte verloren.
2. Warum verursacht Informationskompression Probleme?
- Beim Komprimieren entsteht zwangsläufig Informationsverlust, wodurch am Ende eine verzerrte Botschaft übermittelt wird.
- Das Gegenüber macht sich dadurch ein Bild im Kopf, das mit der tatsächlichen Situation weit entfernt verwandt ist, und wenn auf dieser Grundlage versucht wird, das Problem zu lösen, entstehen völlig unpassende Ergebnisse.
- Die meisten Kommunikationsfehler und Ineffizienzen in Organisationen haben ihre grundlegende Ursache in den Grenzen dieser Informationskompression.
3. Der Zusammenhang zwischen Organisationsgröße und Informationskompression
- In kleinen Startups (unter 5 Personen) teilen alle Beteiligten denselben Kontext, und ihr Vorwissen (Prior) ist ähnlich, sodass selbst komprimierte Information für die Kommunikation ausreicht.
- Je größer eine Organisation wird, desto mehr entstehen Wände zwischen Abteilungen (Silos), und gemeinsamer Kontext und geteiltes Vorwissen schwächen sich ab, wodurch die Nebenwirkungen der Informationskompression zunehmen.
- Das Ergebnis sind mehr unnötige Übergaben, Missverständnisse und ineffiziente Ergebnisse.
4. Typische Beispiele für das Problem der Informationskompression
- Kundenanforderungen: Kunden komprimieren ihr Problem, wenn sie es weitergeben, aber das stimmt fast nie mit dem überein, was sie tatsächlich wollen.
- Anfragen von Nicht-Entwicklern an Entwickler: Wenn Nicht-Entwickler Entwickler um etwas bitten, werden die tatsächliche Schwierigkeit und der Kontext nicht vermittelt, was zu unpassenden Ergebnissen führt.
- Lösungen ohne Bezug zum eigentlichen Problem: Oberflächlich wirkt es so, als werde das Problem gelöst, tatsächlich entsteht aber ein Ergebnis ohne nennenswerten realen Verbesserungseffekt.
5. Lösungsansätze für das Problem der Informationskompression
- Übergaben minimieren, direkte Erfahrung sammeln: Das Problem selbst direkt zu erleben und Übergaben zu reduzieren, ist der beste Weg.
(z. B. Dogfooding, direkte Erfahrung in verschiedenen Rollen) - Eine starke Organisationskultur: Vorwissen (Prior) und Kontext müssen innerhalb der Organisation geteilt werden.
- Die Distanz zwischen Kunden und Code minimieren: Kundenprobleme und tatsächliche Entwicklung müssen eng miteinander verbunden sein.
- Neugier und zusätzliche Fragen: Die Person, die das Problem löst, sollte ständig Fragen stellen und versuchen, den Kontext zu erfassen.
- Talente mit Kundenerfahrung einstellen: Wenn sich im Team Menschen befinden, die das eigentliche Problem gut kennen, geht weniger Kontext verloren.
6. Kernaussage
- Informationskompression ist unvermeidlich, aber immer unvollständig.
- Je größer eine Organisation wird, desto stärker werden die Nebenwirkungen der Informationskompression.
- Die beste Lösung ist eine Organisationsstruktur und -kultur sowie direkte Erfahrung, die nicht auf „Kompression“ angewiesen sind.
7 Kommentare
Es ist eine selbstverständliche und wichtige Erkenntnis, aber wenn man sie tatsächlich in die Praxis umsetzen will, ist es ziemlich schwierig und erfordert viel Aufmerksamkeit. Die hervorragenden Kolleginnen und Kollegen in meinem Umfeld schienen ein besonders gutes Gespür dafür zu haben, komprimierte Informationen gut zu dekomprimieren.
Vielen Dank für die netten Worte!
Tatsächlich möchten auch ziemlich viele Entwickler, wenn möglich, das Problem direkt sehen und verstehen.
> Neugier und weiterführende Fragen: Wer Probleme löst, muss unablässig Fragen stellen und versuchen, den Kontext zu verstehen.
Ich halte diesen Teil für den wichtigsten.
Denn die Haltung, dem Wesentlichen näherzukommen, wird zur Motivation dafür, andere Lösungen hervorzubringen, etwa die Minimierung von Übergaben, eine starke Unternehmenskultur oder die Minimierung der Distanz zwischen Kunden und Code.
Bis vor Kurzem habe ich mich nur darauf konzentriert, die vorgegebenen Anforderungen umzusetzen, aber nachdem die Entwicklung abgeschlossen war, hatte ich oft das Gefühl, dass die tatsächliche Wirkung eher gering war. In letzter Zeit frage ich vor der Diskussion über Anforderungen hartnäckig nach dem „Warum“, und dabei scheint eine Lösung herauszukommen, die der richtigen Antwort näherkommt.
Stimmt, je tiefer man ergründet, was das Ziel ist und warum man es tun sollte, desto klarer scheint die Lösung zu werden.
Vielen Dank für die gute Übersetzung!
Danke, dass Sie den Artikel so positiv aufgenommen haben!