3I/ATLAS, das dritte interstellare Objekt, das das Sonnensystem besucht hat, von Astronomen entdeckt
(abc.net.au)- Astronomen haben ein neues interstellares Objekt (Interstellar Object) namens 3I/ATLAS entdeckt
- 3I/ATLAS ist als dritter interstellarer Besucher, der das Sonnensystem durchquert hat, von besonderer Bedeutung
- Das Objekt wurde nach den früheren Fällen 'Oumuamua' und 2I/Borisov entdeckt
- Durch die Analyse von Umlaufbahn und Geschwindigkeit von 3I/ATLAS lässt sich bestätigen, dass sein Ursprung außerhalb des Sonnensystems liegt
- Diese Entdeckung trägt dazu bei, die Forschung zu interstellarem Material und das Verständnis des Entstehungsprozesses des Sonnensystems zu vertiefen
3I/ATLAS: Entdeckung des dritten bestätigten interstellaren Objekts
Astronomen haben kürzlich ein Objekt mit dem Namen 3I/ATLAS entdeckt. Dieses Objekt ist das dritte interstellare Objekt, das das Sonnensystem durchquert, und stellt nach 'Oumuamua' und 2I/Borisov eine weitere neue Entdeckung dar
Bedeutung und Wichtigkeit interstellarer Objekte
- Interstellare Objekte sind Himmelskörper, die von außerhalb des Sonnensystems stammen
- Die Entdeckung von 3I/ATLAS eröffnet neue Forschungsmöglichkeiten zur Zusammensetzung interstellaren Materials und zu seinen Bewegungsbahnen
- Solche Objekte können als Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems dienen
Entdeckung und Bahnanalyse
- Astronomen beobachteten bei 3I/ATLAS seine Geschwindigkeit und ungewöhnliche Eigenschaften der Umlaufbahn
- Die Bahnanalyse ergab, dass dieses Objekt nicht aus dem inneren Bereich des Sonnensystems stammt
- Durch diese Analyse wurde offiziell bestätigt, dass es sich um ein interstellares Objekt handelt
Weitere Forschung und erwartete Auswirkungen
- Der Durchflug von 3I/ATLAS bietet eine Beobachtungsmöglichkeit für interstellare Objekte
- Forschende planen weitere Untersuchungen zur Zusammensetzung und Herkunft dieses Objekts
- Auch künftig ist die Entdeckung weiterer interstellarer Objekte sehr wahrscheinlich
Solche Entdeckungen tragen dazu bei, dass Objekte, die durch den interstellaren Raum reisen, die Erforschung des Ursprungs des Sonnensystems und die Entwicklung der Weltraumwissenschaft voranbringen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Sehr beeindruckend ist die Information, dass die Exzentrizität der diesmal entdeckten Bahn über 6 liegt.
Zum Vergleich: Frühere Fälle waren ‘Oumuamua (1I) mit 1,2 und Borisov (2I) mit 3,3.
Derzeit erscheint das Objekt nur als ein Punkt am Himmel, daher ist noch schwer festzustellen, ob es aktiv ist, also wie ein Komet Staub ausstößt.
Falls es nicht aktiv ist und wie ein Asteroid aussieht, wird die derzeit beobachtete Größe je nach Oberflächenreflexion (Albedo) auf 8–22 km geschätzt.
Da es wahrscheinlich eher sehr dunkel ist, liegt die tatsächliche Größe vermutlich näher am oberen Ende dieser Spanne.
Falls es aktiv ist, kann es durch ausgestoßenen Staub viel größer erscheinen, als es tatsächlich ist.
Wenn es sich der Sonne nähert und sich erwärmt, ist zu erwarten, dass es zunehmend aktiv werden könnte.
Es wird keinem Planeten besonders nahe kommen.
Kurz vor Halloween wird es sich der Sonne bis auf 1,35 AU nähern, bei einer Geschwindigkeit von 68 km/s (zum Vergleich: die Erdumlaufgeschwindigkeit beträgt 29–30 km/s).
Die Bahn ist retrograd und verläuft damit entgegen der Bewegungsrichtung der Planeten, was aber wohl eher Zufall ist.
Link zum Orbit-Viewer
Für meine Kolleginnen und Kollegen werden die nächsten Wochen sehr spannend.
Zur Einordnung: Ich promoviere in Orbitaldynamik und habe Asteroidensimulationscode geschrieben, der in NASA-Missionen verwendet wurde.
Link zum zugehörigen Code
Zur Info: Die größte Annäherung findet am 29. Oktober 2025 statt.
Derzeit kreuzt es die Jupiterbahn.
Ich bin immer wieder tief beeindruckt davon, wie lange es trotz dieser Geschwindigkeit dauert, bis es hier ankommt.
Zitat von Douglas Adams: „Man glaubt einfach nicht, wie unfassbar gewaltig, riesig und atemberaubend groß das Weltall ist.“
Über den bereitgestellten Link erscheint der Fehler "Specified object was not found".
Ich frage mich, was mit „aktiv“ konkret gemeint ist.
Ist damit vielleicht eine Art Plume wie bei einem Kometen gemeint?
Danke für die interessanten Informationen.
Ich frage mich, ob „Exzentrizität“ etwas über die Bahn oder über die Form des Himmelskörpers aussagt.
Wie wurde bei ‘Oumuamua im Jahr 2017 festgestellt, dass es langgestreckt ist, und wird man bei diesem neuen Objekt die Ausdehnung auf ähnliche Weise bestimmen können?
Passender NASA-Link
In der verlinkten Simulation wirkt es so, als käme es der Marsbahn relativ nahe, was einem noch einmal klarmacht, wie groß das All ist.
Trotzdem würde mich sehr interessieren, was passieren würde, wenn ein Objekt dieser Größe mit 90 km/s auf dem Mars einschlägt.
Im bereitgestellten Orbit-Viewer erscheint ebenfalls der Fehler "specified object not found".
Dazu, dass die Menschheit solche Objekte über Jahrtausende nicht gesehen hat und nun in den letzten Jahren gleich drei entdeckt wurden, werden zwei Hypothesen vorgeschlagen:
Das Vera-Rubin-Teleskop hat den Betrieb aufgenommen und soll den gesamten Himmel alle drei Tage absuchen.
Dadurch ist die Entdeckung solcher Objekte viel einfacher geworden, und man dürfte künftig deutlich mehr davon beobachten.
Passendes Video
Ich denke, die erste Hypothese stimmt.
Fortschrittlichere Teleskope in Kombination mit GPU-beschleunigten Algorithmen spielen dabei eine große Rolle.
Humorvolle Anmerkung, dass der Titel statt „drittes entdecktes interstellares Objekt“ eher „dritte Entdeckung eines interstellaren Objekts“ heißen sollte.
Zu dem Scherz über eine „hereinbrechende Flut dieser Felsen“: Falls ‘Oumuamua eine Aufklärungsdrohne war, ist es jetzt ohnehin zu spät.
Ich verstehe den Witz, frage mich aber auch, ob wir nicht zufällig gerade durch eine Staubwolke der Galaxie ziehen könnten.
Dank des Vera-Rubin-Teleskops wird erwartet, dass künftig viel mehr solcher interstellaren Objekte entdeckt werden.
In einem anderen Thread wurde das Paper "Interstellar Objects in the Solar System: Isotropic Kinematics from the Gaia Early Data Release 3" erwähnt, hier der arXiv-Link.
Darin wird die Zahl solcher Objekte ungefähr auf
Nisc <~ 7.2 × 10−5 AU−3
geschätzt.
Wenn ich mich nicht verrechnet habe, würde das bedeuten, dass sich innerhalb des Saturnbahnradius jederzeit ungefähr eines befinden könnte.
Im Roman „The Last Astronaut“ von 2019 kommt ein fiktives interstellares Objekt namens „2I“ vor.
Es ist ein interessanter Moment, dass in der Realität bereits 3I entdeckt wurde.
Je mehr interstellare Objekte entdeckt werden, die Kometen ähneln, desto auffälliger wirkt die Seltsamkeit von ‘Oumuamua.
Wenn Außerirdische tatsächlich eine Sonde schicken würden, wäre sie vermutlich eher von der Größe eines CubeSat und damit so klein, dass wir sie vielleicht gar nicht bemerken würden.
Lustige Vorstellung: Was, wenn ‘Oumuamua das Mutterschiff war und das Sonnensystem bereits voller winziger CubeSats ist?
Humorvolle Erwähnung von Rama („Rama“-Reihe), wo Dinge immer in Dreiergruppen auftreten.
Jemand wünscht sich, dass eine Sonde losgeschickt würde, um Omaumau (‘Oumuamua) einzufangen.
Wenn Starship dauerhaft im Einsatz wäre, könnte das vielleicht gerade so machbar sein.
Ich habe keinerlei Hintergrundwissen zu Beobachtungsdaten und frage mich, was das alles bedeutet und wie daraus überhaupt auf ein einzelnes Objekt geschlossen wird.
Das MPC ist die offizielle Stelle, die Beobachtungsdaten zu Objekten im Sonnensystem sammelt.
Die beiden Namen ganz oben sind bei solchen Objekten eine übliche Identifikationsweise (zum Beispiel 3I/ATLAS = C/2025 N1 (ATLAS)).
Entdeckt wurde das Objekt vom ATLAS-Teleskop.
Die aufgeführte Datenliste enthält einzelne Beobachtungsdaten verschiedener Teleskope, und das Format ist sehr alt (es wurde so entworfen, dass es in eine Zeile einer Lochkarte passt).
Auf Basis dieser Daten wird die Bahn berechnet; nicht nur das MPC, sondern auch JPL und der Horizons-Dienst nutzen diese Daten.
Falls ein solches Objekt direkt auf die Erde zufliegen würde, frage ich mich, ob wir überhaupt Mittel hätten, es aufzuhalten.
Mit genügend Vorwarnzeit ließe sich ein Einschlag wahrscheinlich sogar vergleichsweise leicht vermeiden.
Solche Objekte fliegen meistens einfach vorbei, daher würde schon eine sehr kleine Bahnänderung genügen, damit sie uns verfehlen.
Mit heutiger Technik wäre das durchaus möglich, und ähnliche Tests hat man bereits durchgeführt.
Wenn dieses Objekt tatsächlich direkt auf die Erde zufliegen würde, könnten wir in Wirklichkeit kaum etwas tun.
Immerhin ist es beruhigend, dass die Ressourcen zur möglichst frühen Entdeckung solcher Objekte kontinuierlich ausgebaut werden.
Die ersten beiden seien die Abbremsstufen eines riesigen außerirdischen Raumschiffs gewesen, abgestoßene leere Treibstofftanks, während das eigentliche Schiff verzögerte — eine SF-hafte Vorstellung.
Und dieses dritte sei nun endlich das Hauptschiff, als Witz gemeint.
3I/ATLAS auf Wikipedia als Hinweis