Eine Woche nach der WWDC 2025: kurze Eindrücke und Beobachtungen
(daringfireball.net)- DaringFireball (John Gruber) mit einer allgemeinen Einordnung der WWDC 2025
- Apple hat auf der diesjährigen WWDC offenbar aufgrund der Erfahrung mit den im vergangenen Jahr nicht eingelösten Versprechen nur Funktionen vorgestellt, deren Veröffentlichung im Herbst tatsächlich sicher ist
- Alle wichtigen Funktionen waren sofort in den Developer-Betas enthalten, und auch die Apple-Führung versprach ihre tatsächliche Veröffentlichung im Herbst
- Damit wird die Strategie erneut bestätigt, nur Funktionen zu versprechen, die noch im laufenden Jahr erscheinen können, und weitere Features erst dann schrittweise anzukündigen, wenn sie wirklich bereit sind
- Die Verteilung von Feature-Ankündigungen über das ganze Jahr ist auch aus Marketingsicht ein effektiver Ansatz
Versionspolitik mit Jahreszahlen
- Etwas ungewöhnlich, aber alle Apple-Plattformen wurden nun auf OS 26 vereinheitlicht, sodass Jahr und Version auf einen Blick erkennbar sind
- Da es inzwischen sechs Apple-Plattformen gibt (Mac, iPhone, iPad, Vision, TV, Watch), war es schwieriger geworden nachzuvollziehen, was im selben Jahr erschienen ist
- Man könnte das nun als ein integriertes Erlebnis von „Apple OS 26“ bezeichnen
- Die Politik einheitlicher Versionsnummern stärkt nicht nur das plattformübergreifende Nutzungserlebnis, sondern macht faktisch auch offiziell, dass die Major-Releases der einzelnen Betriebssysteme jährlich in festem Rhythmus erscheinen
- Anders als in der Zeit von Mac OS X ist es unter Tim Cook kennzeichnend, dass große Updates jedes Jahr zuverlässig veröffentlicht werden
Änderungen am Fenstersystem von iPadOS
- Das in iPadOS 26 vorgestellte neue Fenstersystem kommt dem Konzept von echtem Windowing näher als bloßem „Multitasking“
- Das bisherige Split Screen und Slide Over entfallen, Stage Manager bleibt zwar erhalten, bringt aber weiterhin hohe Komplexität mit sich
- Fenster erstellen, verschieben und in der Größe ändern wird intuitiv möglich, wodurch sich eine Multi-App-Arbeitsumgebung natürlicher anfühlt
- Das steht im Kontrast dazu, dass Apple vor drei Jahren mit der Einführung von Stage Manager zunächst mit einer komplexen Funktion begonnen hatte
Liquid-Glass-Design
- Liquid Glass ist eine einheitliche Designsprache für alle Apple-Plattformen, basierend auf der physischen und ausdrucksstarken Anmutung von VisionOS
- Es betont die tiefe Integration von Hardware und Software und verleiht der User Experience neue visuelle Frische
- Visuelle Effekte und dynamische Reaktionsfähigkeit stehen im Vordergrund, teilweise wirkt es jedoch etwas überzogen oder noch unfertig
- Ähnlich wie Aqua (2000) gibt es zum Start noch einige Schwächen, doch mit der Zeit dürfte das Design reifen und verbessert werden
- Auch intern war der Design-Reifegrad bis kurz vor der WWDC niedrig, wurde aber unmittelbar vor der Veröffentlichung der Beta schnell konsolidiert
Gründe für den Wandel und Schlussgedanken
- Liquid Glass hat schon allein deshalb einen ausreichenden Wert für die Einführung, weil es einfach „gut aussieht“
- Apple bewegt sich weg von kühnen, spektakulären Innovationen und hin zu einer Ausrichtung, die Verlässlichkeit und Umsetzungsstärke bei dem betont, was tatsächlich versprochen wurde
„Der letzte Maßstab für die Bewertung eines Kunstwerks ist letztlich nicht unsere Fähigkeit zu erklären, warum es gut ist, sondern unsere Liebe zu diesem Werk.“ – Stanley Kubrick
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