- BuyMeACoffee hat die Unterstützung für Payoneer und einige Zahlungsmethoden in zahlreichen Ländern und Regionen ohne Vorankündigung eingestellt
- Zu den wichtigen Änderungen gab es keine klare vorherige Ankündigung und keine offizielle öffentliche Mitteilung
- Durch die Einschränkung der Auszahlungsmethoden entstand ein gravierendes Problem: Kreative in Ländern ohne Stripe-Unterstützung, darunter die Ukraine, verlieren ihre Einnahmen
- BuyMeACoffee nannte unter anderem die „Kompatibilität mit neuen Funktionen“ als Grund, zeigte dabei jedoch deutliche Defizite in Kommunikation und Nutzersupport
- Wegen der eingestellten Unterstützung und der dabei gezeigten mangelhaften Kommunikation wachsen Zweifel an der Zuverlässigkeit des Dienstes und Sorgen über Schäden für die Nutzer
Überblick
BuyMeACoffee hat für Kreative in zahlreichen Ländern ohne besondere Ankündigung die Unterstützung für Payoneer und einige Zahlungsmethoden stillschweigend eingestellt.
Diese Änderung wurde vor allem dadurch sichtbar, dass ukrainische Kreative keine Auszahlungen mehr vornehmen konnten; auf dem offiziellen Twitter-Account oder in Newslettern gab es jedoch keine vorherige Information dazu.
Die Angelegenheit hat erhebliche Auswirkungen auf Kreative und Unterstützer.
Verlauf des Vorfalls
- In letzter Zeit hatten ukrainische Kreative bei BuyMeACoffee Probleme mit Auszahlungen
- In den ersten Antworten des Supports gab es nur formelhafte Hinweise wie „Änderung der Richtlinien“ oder „Einhaltung von Vorschriften“
- Auch andere große Plattformen wie Mercury und Patreon haben Fälle mit ähnlichen Länder-Blacklists
- Einige Tage später stellte BuyMeACoffee die Unterstützung für Payoneer vollständig ein, sodass nur noch Stripe übrig blieb
Bestätigung der Änderungen
- In den aktuellen Support-Dokumenten von BuyMeACoffee wird nur noch Stripe erwähnt
- Laut Internet-Archiv waren bis Februar 2024 noch Payoneer und Stripe aufgeführt, ab Mai blieb nur noch Stripe
- Die inoffiziellen Antworten des Support-Teams stimmen mit dem Inhalt der Dokumentation überein
- Einige ukrainische Nutzer berichteten, dass sie noch bis vor Kurzem Auszahlungen über Payoneer erhalten hatten
- In der offiziellen Kommunikation wurden die betreffenden Änderungen jedoch überhaupt nicht angekündigt
- Weder auf Twitter noch in einem öffentlichen Changelog oder per E-Mail gab es eine Mitteilung
Auswirkungen und Probleme
- Wegen der Unterschiede bei der Länderunterstützung von Payoneer und Stripe können nun mindestens 95 Länder und Regionen keine Auszahlungen mehr erhalten
- In der Ukraine und anderswo ist BuyMeACoffee für viele eine wichtige Einnahmequelle
- Betroffen sind unterschiedliche Kreative, darunter Sänger, Militärangehörige, Forscher und Betreiber von Leseclubs
- Diese Personen können die auf der Plattform gesammelten Gelder nun nicht mehr auszahlen
- Für Nutzer in Regionen ohne Stripe-Unterstützung wird eine tatsächliche Nutzung des Geldes praktisch unmöglich
- Auch jährliche Unterstützungsbeträge bleiben damit faktisch „in der Luft hängen“
- Es gibt keine offizielle Erklärung zu den Gründen für die Änderung oder zu möglichen Gegenmaßnahmen
- Dadurch nehmen Vertrauensverlust gegenüber BuyMeACoffee und die Verunsicherung der Nutzer zu
Kommunikation und Reaktion des Supports
- Es fehlte an Vorabinformationen, Wahlmöglichkeiten und ausreichenden Begründungen
- Der Ablauf dieser Änderung wird als Lehrbuchbeispiel für „schlechte Kommunikation“ kritisiert
- Problematisch waren die mangelhafte Kommunikation mit Kreativen und Nutzern sowie die ausweichenden Reaktionen des Support-Teams
Offizielle Antwort (13. August 2024)
- BuyMeACoffee erklärte die Bereitschaft, bei nicht möglichen Auszahlungen Rückerstattungen vorzunehmen
- Es fehlten jedoch konkrete Erläuterungen zu tatsächlichen Rückerstattungsfällen und zur praktischen Umsetzung
- Es wurde behauptet, dass es „keine zurückgehaltenen Auszahlungen ukrainischer Kreativer“ gebe
- Vor Ort wurden jedoch viele Fälle gemeldet, in denen Probleme auftraten
- Der Support änderte zudem häufig seine Position, was die Glaubwürdigkeit weiter schwächte
- Mit der Begründung, dass die meisten Kreativen Stripe nutzen, entschied sich das Unternehmen für eine Stripe-zentrierte Politik
- Es wurde erklärt, man suche nach alternativen Auszahlungsmethoden, ohne jedoch Zeitplan oder konkrete Vorgehensweise offenzulegen
- Gegen Kritik in der Community wurde die Haltung erkennen lassen, bei „Spam und Verbreitung von Falschinformationen“ Sperren auszusprechen
Weiteres Update (14. August 2024)
- Einigen ukrainischen Kreativen wurde inoffiziell mitgeteilt, dass ein „Kompatibilitätsproblem mit einer geplanten Funktionsaktualisierung“ der Grund für das Ende der Payoneer-Unterstützung sei
- Diese Begründung weicht von früheren offiziellen Aussagen ab
- Als die Forderungen nach Kommunikation anhielten, blockierte BuyMeACoffee kritische Nutzer auf X (Twitter)
- Einige Informationen, etwa zum tatsächlichen Zeitplan der Einstellung des Payoneer-Dienstes, wurden erst verspätet nachgereicht
Verwandte Hinweise
- Es wurden Artikel und Beispiele dazu geteilt, warum ukrainische Nutzer auch andere Plattformen wie Patreon nicht verwenden können
Gesamtschlussfolgerung
- Die Einschränkung der Mittel und die stillschweigende Richtlinienänderung von BuyMeACoffee haben erhebliche Auswirkungen auf die globale Creator Economy
- Es entsteht ein Problem der wirtschaftlichen Ausgrenzung in Regionen ohne Stripe-Unterstützung
- Vor allem wegen der fehlenden Vorabinformation, der Reaktion des Supports und der inkonsistenten Informationsvermittlung steht das Unternehmen in der Kommunikationskritik
- Der Fall zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass globale Dienste ihre Richtlinien transparent und fair umsetzen
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