1 Punkte von GN⁺ 2025-05-13 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ein von der Community vorangetriebener Open-Source-Fork von Organic Maps
  • Die Kernprinzipien sind Transparenz, Community-Entscheidungen, Gemeinnützigkeit, vollständiges Open Source und ein starker Fokus auf Datenschutz
  • Derzeit schreitet die Entwicklung schnell voran, mit dem Ziel, die technische Grundlage aufzubauen und das erste Release zu veröffentlichen
  • Der Projektname ist vorläufig CoMaps, und die Abstimmung über den endgültigen Namen erfolgt unter Beteiligung der Community
  • Die Verhandlungen mit den Anteilseignern von Organic Maps befinden sich ohne nennenswerte Fortschritte in einer Pattsituation

Überblick

  • CoMaps ist ein community-zentriertes Fork-Projekt von Organic Maps, das schnell Fortschritte macht
  • Transparenz, Community-Entscheidungen, Gemeinnützigkeit, Gemeinwohl, vollständiges Open Source und Datenschutzfokus sind die Kernprinzipien des Projekts
  • Als erster Schritt wird in verschiedenen Bereichen gearbeitet, darunter der Aufbau der technischen Grundlage und die Einrichtung der Infrastruktur
  • Der Name ist derzeit vorläufig „CoMaps“, und die Community-Mitglieder entscheiden per Abstimmung über die endgültige Bezeichnung
  • Mitwirkende können sich auf vielfältige Weise am Projekt beteiligen, etwa durch Entwicklungsbeiträge, Dokumentationsänderungen, Organisation und Entscheidungsfindung, Öffentlichkeitsarbeit, Website-Entwicklung und Spenden

Zentrale Inhalte des CoMaps-Projekts

  • CoMaps will im Vergleich zu Organic Maps eine stärkere Community-Zentrierung und Transparenz in der Entscheidungsfindung gewährleisten
  • Die Kernprinzipien sind offene Governance, Gemeinnützigkeit, frei verfügbares Open Source für alle und Respekt für die Privatsphäre
  • Wichtige Informationen und Diskussionen werden öffentlich auf der Plattform Codeberg geführt

Stand des Projektfortschritts

  • Der Aufbau der technischen Infrastruktur und die Vorbereitung des ersten offiziellen Releases sind im Gange
  • Der Name ist vorläufig „CoMaps“, aber die Abstimmung über den endgültigen Namen läuft auf Codeberg bis zum 20. Mai
  • Nach der Registrierung bei Codeberg kann man sich durch Namensvorschläge und Abstimmungen, Feature-Diskussionen und Bug-Reports beteiligen

So kann man am Projekt teilnehmen

  • Beiträge sind in vielen Bereichen möglich, darunter Entwicklungsarbeit, Dokumentationspflege, Governance (Entscheidungsfindung), Projektkommunikation und Website-Aufbau
  • Über Abstimmungen oder Diskussionen kann man sich am Prozess zur Festlegung der Projektrichtung beteiligen
  • Durch transparente Verwaltung von Spenden und Ausgaben über OpenCollective wird finanzielle Transparenz sichergestellt

Stand der Verhandlungen mit den Anteilseignern von Organic Maps

  • Wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anteilseignern (Victor, Roman) befinden sich die Verhandlungen in einer Pattsituation
  • Victor stimmt einer Garantie gegen einen Verkauf zu, macht aber zugleich deutlich, dass er darüber hinaus die volle Kontrolle über das Projekt behalten will
  • Die Zukunft von Organic Maps ist derzeit noch ungewiss

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-05-13
Hacker-News-Kommentare
  • Besorgniserregend sei, dass man für dieses Projekt allerlei Garantien wolle, nicht weil sich bei Organic tatsächlich etwas geändert habe, sondern aus Angst, dass sich in Zukunft etwas ändern könnte. Wenn sich künftig etwas ändere, könne man dann immer noch forken. Genau das sei ja bereits passiert — Maps.Me wurde verkauft, und Roman habe zu Organic geforkt. Wenn es noch einmal verkauft werde, könne man erneut forken. Hätte man bis zum tatsächlichen Bedarf gewartet, wäre das womöglich vorteilhafter für die Community gewesen
    • Open-Source-Communities neigten bei Governance-Problemen zu oft zu der Haltung „Dann forken wir eben später“. Das Beispiel WordPress zeige, dass es Probleme geben könne — etwa dass der BDFL Kritiker im Rahmen eines Streits mit einem Konkurrenten sperren lasse — und die Community trotzdem nicht forked. Forks seien schwer und spalteten die Community, daher nehme man Instabilität eher in Kauf, als sich vom Diktator zu lösen. Das unterscheide sich nicht wesentlich von Diktaturen in anderen Umfeldern. Wenn von Anfang an gute Governance etabliert sei und es demokratische Verfahren gebe, mit denen Beitragende die Leitung wählen, müsse man später gar nicht erst das Bedürfnis nach einem Fork verspüren
    • Es werde gefragt, ob mit dem Hinzufügen von Kayak-Affiliate-Links nicht bereits eine Änderung erfolgt sei, die ohne Abstimmung mit der Community durchgezogen wurde. Das sei aus dieser Sicht bereits ein ausreichender Grund, einen Fork zu rechtfertigen. Zudem seien Versprechen zur Wahl und Änderung des Vorstands nicht eingehalten worden, und es habe Behauptungen gegeben, dass verschleiert worden sei, dass Spenden des OrganicMaps-Projekts für private Urlaube verwendet wurden
    • Es werde die Forderung nach finanzieller Transparenz erwähnt. Die genauen Hintergründe seien unklar, aber der Wunsch, zu wissen, wofür Spenden verwendet würden, erscheine vernünftig
    • Wegen der Tatsache, dass ein Teil der Server-Software nicht Open Source sei, gebe es etwas Drama. Ein Link zu der entsprechenden Diskussion werde geteilt
    • Man gründe also eine Open-Source-Entität, lasse die Community die gesamte Entwicklung machen, verkaufe diese Entität, forked erneut, lasse die Community wieder entwickeln und verkaufe erneut … das klinge nach einem ziemlich cleveren Geschäftsmodell
    • Dieses Thema scheine aus einem früheren Vorfall rund um MIT-lizenzierten Code hervorgegangen zu sein
  • Es werde nach dem Hintergrund gefragt. Mit den Organic-Maps-Anteilseignern seien offenbar keine echten Verhandlungen vorangekommen, und Viktor sei zwar offen für eine Garantie, dass das Projekt nicht verkauft werde, wolle ansonsten aber die vollständige Kontrolle über Organic Maps behalten. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Viktor und Roman als Anteilseigner seien weiterhin ungelöst, weshalb die Zukunft von Organic Maps unklar bleibe
    • Ein entsprechender Hintergrundartikel werde geteilt
    • Es wird die Meinung vertreten, dass ein BDFL besser sei als ein Komitee. Community-Management bedeute nicht automatisch Verbesserung
  • Schon wieder ein Fork, wird erneut gefragt. Organic Maps selbst sei doch ursprünglich ein community-getriebener Fork von maps.me gewesen. Jetzt sei es also ein Fork eines Forks
    • Es wird erklärt, dass Forks von Forks historisch sehr häufig seien, mit Verweis auf die Unix-Geschichte
    • Neovim sei das Ergebnis einer langen Kette von Forks über VIM, Stevie, vi und ed hinweg und zugleich die Software, die man im Alltag am häufigsten nutze
    • Warum also nicht? Einer der Vorteile freier/Open-Source-Software sei gerade, dass man forken und weiter pflegen bzw. entwickeln könne, wenn sich ein Projekt vom ursprünglichen Geist entferne und man weiterhin dazu beitragen wolle
  • Der aktuelle Zustand mobiler OSM-basierter Apps werde als bedauerlich empfunden. Aus Maps.me wurde OrganicMaps, nun entstehe schon wieder ein weiterer Fork; viel Entwicklungsarbeit und großartige Arbeit seien eingeflossen, doch auch nach vielen Jahren habe sich die Nutzerfreundlichkeit gefühlt kaum stark verbessert. Man habe sich ernsthaft bemüht, Google Maps zu ersetzen, aber letztlich aufgegeben. OsmAnd sei ein gutes „Schweizer Taschenmesser“, wenn man es brauche, aber meistens brauche man es nicht; für Maps.me oder OrganicMaps gelte Ähnliches. Schon ein einzelner Tippfehler verhindere Suchtreffer. Alternative Fahrradrouten ließen sich nicht finden. Das Karten-Rendering sehe nicht gut aus, sei langsam oder beides. Daher habe man Mapy.com (früher Mapy.cz) ausprobiert und sei überrascht gewesen, wie benutzerfreundlich es sei. Noch sei unklar, wie es monetarisiert werde, aber bislang sei es das Beste gewesen. Es habe sich zu einer echten Weltkarte entwickelt und funktioniere im Web wie auf Mobilgeräten hervorragend. Würde OsmAnd eine neue Rendering-Engine wie den eingebauten Mapbox-Renderer von StreetComplete oder Strava nutzen, könnte es die beste App werden
    • Stärke und Einschränkung von OSMAnd und OrganicMaps sei zugleich, dass sie grundsätzlich offline funktionieren. Aktiviere man einen Online-Routing-Dienst, werde die Routenberechnung deutlich leistungsfähiger und schneller; bei OSMAnd etwa mit GraphHopper. Auch die Adresssuche werde mit Online-Diensten wie photon komfortabler. Man könne GraphHopper Maps durch Kombination von photon und GraphHopper selbst hosten und so ebenfalls offlinefähig machen. Diese Einschätzung werde aus der Erfahrung als Mitgründer von GraphHopper geteilt
    • Das Problem, dass schon ein falscher Buchstabe in der Suche zu keinem Ergebnis führe, sei mit photon in Englisch/Französisch/Deutsch recht gut gelöst, aber eben online, was eine Grenze von Organic oder OsmAnd sei. Um mit solchen Diensten an das Google-Erlebnis heranzukommen, brauche es aber noch viel mehr: Beispielrouten-Vorschläge, Erkennung von Abkürzungen, kategoriebasierte Suche usw. Auch alternative Fahrradrouten seien mit Online-Routing einfacher. BRouter sei großartig, aber ebenfalls online. Man entwickle selbst cartes.app und nutze photon sowie BRouter
    • streetcomplete.app wirke großartig, weil sich damit OSM intuitiv bearbeiten lasse, und es werde nach einem ähnlichen Tool für iOS oder Empfehlungen zum Bearbeiten von Straßen gefragt. Es wird von Problemen wegen fehlender Angaben zu Straßenlast- und Höhenbeschränkungen beim Fahren eines Wohnmobils berichtet; man wolle der nächsten Person helfen
    • Als Alternative zu mapy.com werde auch Here WeGo empfohlen. Für Auto-Navigation gefalle es teils sogar besser als Google Maps. Auch die Datenschutzrichtlinie wirke weniger belastend. Mapy sei zwar benutzerfreundlicher als Here, aber bei Here sei das Teilen von Standortdaten opt-in und klar erklärt, während es bei Mapy automatisch aktiviert sei. Open-Source-Alternativen seien zwar vorzuziehen, aber noch nicht auf dem gewünschten Niveau
    • Zum Wandern nutze man Organic Maps sehr gern, im Auto brauche man jedoch Offline-Tauglichkeit, gut lesbare Führungsanzeige und Neuberechnung bei Unfällen. Beim Fahren sei die Suche aber der größte Schwachpunkt. Online-Informationen oder Bewertungen wie bei Google Maps brauche man nicht, aber man wolle die gesuchten Orte tatsächlich finden können. In Organic Maps fehlten sie meist in der Suche, sodass man erneut bei Google suchen und dann die Adresse eingeben müsse
    • Es wird gefragt, was bei maps.me/organic maps/comaps aus Sicht der Beteiligten das größte UX-Problem sei
    • Es gebe zunehmend Diskussionen über Fahrrad-Routing und das Anzeigen alternativer Routen; solche Gespräche würden bei CoMaps wohl weitergehen, daher seien Meinungen willkommen
    • Etwas abseits des Themas wird der Wunsch nach einer auf duckdb basierenden Alternative zu pgRouting geäußert. duckdb lasse sich leicht überall einbetten, und selbst Smartphone-Leistung sei dafür ausreichend. Mit duckdb könne man Geoparquet aus Overture Maps cachen und abfragen
    • mapy.com verkaufe inzwischen einen Premium-Dienst. Es werde erwartet, dass manche Funktionen wie Offline-Karten oder Navigation nur noch Premium-Nutzern vorbehalten seien. Die Nutzererfahrung sei jedoch hervorragend
    • Beim häufigeren Einsatz von OsmAnd auf dem Fahrrad habe man kürzlich festgestellt, dass sich in den Einstellungen eine alternative, also Online-, Routing-Engine festlegen lasse, obwohl die Routenberechnung auf dem Smartphone sehr langsam sei. Mit openrouteservice.org würden selbst lange Strecken in wenigen Sekunden berechnet und funktionierten sehr gut
    • Auf die Erwähnung des „3D sluggish thing“ in OsmAnd hin wird gefragt, was genau gemeint sei, und erklärt, dass StreetComplete und ähnliche Apps in den letzten Monaten begonnen hätten, MapLibre zu verwenden. Mit der Entschuldigung, dass es nicht um Organic gehe, wird ergänzt, dass auch OsmAnd träge wirke. Warum nicht MapLibre genutzt wurde, sei unklar; vielleicht hänge man zu stark an eigenem Code
    • Nach einigen Monaten mit LineageOS plus Organic Maps empfinde man es als deutlich benutzerfreundlicher als Google Maps und schätze besonders die wesentlich bessere Offline-Nutzung
    • Das Projekt styluslabs/maps sowie eine neue 3D-Karten-Engine und Unterstützung für JS-Plugins werden erwähnt. Noch gebe es dort kein Offline-Routing, aber das könne noch kommen
    • Man mache sich keine allzu großen Sorgen, dass mapy.cz/.com durch Monetarisierung sinnlos werde. Die Entwicklerfirma Seznam sei so etwas wie das tschechische Google/Craigslist/Zillow und verdiene auf viele Arten Geld, etwa mit Werbung, Enterprise und APIs
    • Auf Android nutze man seit Langem Locus Maps. Die Oberfläche sei etwas komplex, aber sehr leistungsfähig. Das Entwicklungsteam sei engagiert und motiviert, daher sei es eine lohnende Wahl
    • Als Tscheche habe man sich lange gefragt, wie mapy.cz/Mapy.com monetarisiert wird. Dahinter stehe das große Unternehmen Seznam, das mit Nachrichten, TV und Werbung Geld verdiene. Nebenprojekte wie der E-Mail-Dienst würden komplett kostenlos angeboten. Die Karten-App habe einmal Booking.com-Affiliate-Links verwendet und kürzlich Offline-Kartendownloads kostenpflichtig gemacht. Es wirke, als suche man jetzt nach einem nachhaltigeren Monetarisierungsmodell, und alle hofften, dass diese gute App dadurch nicht kaputtgehe
    • Beim Thema alternative Fahrradrouten könne man die Strecke durch Zwischenstopps anpassen; es wird nachgefragt, ob vielleicht etwas anderes gemeint gewesen sei. Der Einschätzung, dass die Suche etwas wenig tolerant sei, wird zugestimmt
  • Es wird gefragt, warum Menschen statt zu Organic Maps direkt zu OSM beitragen. Man habe Organic Maps für ein ausgefeiltes Mittel zur Verteilung von OSM-Daten gehalten
    • Organic Maps sei zwar ein Mittel zur Verteilung von OSM-Daten, biete aber mehr als nur OSM-Karten: Erfassung und Paketierung von Karten, Kartendarstellung, Routing-Code, Design-Assets, Dokumentation und mehr. Trotzdem helfe es Community-Kartenprojekten wie Organic Maps, wenn man direkt zur Karte in OSM beitrage
    • Man brauche sowohl die Kartendaten selbst, also das OSM-Projekt, als auch Software, die sie nutzt. Idealerweise könnten alle Apps wieder zu OSM-Daten beitragen, in der Praxis sei das aber nicht so. An Organic Maps gefielen die Leichtigkeit, das schnelle Rendering und die einfache Konfiguration. Allerdings gebe es zu wenige Points of Interest. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn sich Offline-Kartendaten leichter zwischen Apps teilen ließen
    • Damit eine Datenbank wie OSM breite Popularität erlange, brauche es Apps, über die jede Person einfach beitragen könne. Organic Maps sei teilweise als genau so eine App angesehen worden. Zu dieser App beizutragen sei sehr wichtig dafür, dass OSM im Wettbewerb mit Google/Apple Maps bestehen könne
    • Es wird darauf hingewiesen, dass man zwischen „beitragen“ und „spenden“ unterscheiden müsse. Fixes, Bugreports und Code zu FOSS-Projekten auf Basis von OSM-Daten beizusteuern, sei sinnvoll
    • OSM allein könne nicht direkt als GPS-Navigation auf dem Handy genutzt werden
    • Auch die Verteilung von OSM-Daten erfordere erhebliche Entwicklungsarbeit. Im OSM-Ökosystem gebe es viele weitere FOSS-Projekte, und auch Verbesserungen an den Kartendaten selbst seien stets willkommen
  • Aus eigener Erfahrung mit einigen kleineren Beiträgen zu OrganicMaps wird berichtet, dass die Führung vernünftig argumentiert und schnell reagiert habe. Man müsse nicht mit jeder Entscheidung einverstanden sein, aber das sei normal. Es habe sich wie ein System nahe am BDFL-Modell angefühlt. Nach etwas Recherche scheine OrganicMaps praktisch die einzige echte Open-Alternative zu etwas wie Gaia zu sein. Der Kartenstil könne besser sein, und nur Höhenlinien in Metern seien etwas schade, aber insgesamt funktioniere es gut. Beim Blick in den Code sei klar geworden, dass dies kein kleines Projekt ist — mit C, Java und dem nicht trivialen Erzeugen der Kartenfiles. Es bestehe Skepsis, ob der Fork wirklich wachsen könne. Einen Fork anzukündigen sei viel leichter, als über längere Zeit echten Mehrwert zu liefern, der Nutzer wirklich mitziehe
    • Die gute Nachricht sei, dass das Fork-Team aus der Mehrheit der Kernbeitragenden bestehe und nicht aus den Eigentümern; die Eigentümer seien offenbar schon länger ausgebrannt und in interne Konflikte verstrickt. Kurzfristig könne die Erfahrung daher sogar besser werden. Nutzerzahlen würden zwar nur schrittweise wachsen, seien bei FOSS-Projekten aber nicht der wichtigste Maßstab; wichtiger seien vielfältige aktive Beiträge, Nutzbarkeit und Popularität
    • Wie sich der Fork entwickle, werde sich zeigen. Wer forken wolle, könne das tun, und Nutzer könnten die App wählen, die sie bevorzugen. Man verwende OrganicMaps und OSMAnd parallel; je nach Situation könne man auch beide zusammen nutzen
  • Es werde zunehmend Skepsis gegenüber BDFL-Projekten geäußert. Die Idee eines wohlwollenden Alleinherrschers wirke zunächst attraktiv, doch sobald ein Projektdiktator sich auf den eigenen Vorteil konzentriere oder glaube, nur er selbst sei das Projekt, entstünden Probleme. Das erinnere an WordPress. Gute BDFLs hätten ihren Wert, aber reale Community-Strukturen, inspiriert von Demokratie oder Republik, seien langfristig stabiler und berechenbarer. Demokratie sei nicht perfekt, liefere aber vorhersehbarere Ergebnisse, ohne sich auf die Ideen einer Einzelperson zu verlassen
    • Staaten könne man nicht forken, Open-Source-Projekte aber jederzeit. Vorsicht sei bei CLAs (Contributor License Agreements) geboten. Das System sei weniger ein BDFL-Regime als eher ein loses „Hüten von Katzen“, bei dem sich alle frei bewegen
    • Es wird der Unterschied zwischen BDFL-Projekten und Community-Projekten beschrieben. Community-Projekte hätten oft eine fluide Mission, Werte und Governance und behaupteten, per Mitgliederabstimmung zu funktionieren, während in der Praxis meist wenige Führungspersonen entscheiden. Bei BDFL-Projekten gebe es dafür keine Geheimnisse; sie folgten offen dem Willen der Führung. Organic Maps sei allerdings kein BDFL-Projekt, sondern habe drei Anteilseigner (die Gründer Roman, Viktor und Alexander); bei Uneinigkeit zwischen ihnen werde das Ganze für alle instabil. Echte BDFL-Projekte, die klar gegen die Absichten der Community liefen, sehe man fast nie — außer wenn Geld ins Spiel komme. Zu Open Source beizutragen sei sicher, aber sobald jemand daraus ein Produkt mache und verkaufe, müsse man vorsichtig werden. „Geld ist der Universaladapter“
  • OrganicMaps sei eine großartige App, und es sei unbekannt gewesen, dass sie einer solchen Organisationsstruktur gehöre. Hoffentlich löse sich das gut
  • Es wirke wie ein Fork eines Forks. Organic Maps selbst sei ein Fork von maps.me gewesen, und nun entstehe erneut ein Fork
    • Solche Forks seien eher etwas Gutes. Vielleicht werde CoMaps zum neuen Mainstream, vielleicht ändere sich Organic Maps oder bleibe wie es ist. Allein die Möglichkeit zu forken sei ein Vorteil für die Nutzer. Man müsse nicht immer dem neuesten Fork folgen
  • Es wird nach den üblichen Praktiken bei Forks gefragt. Ob Personen aus den Communities von Organic Maps oder OSM die Akteure hinter diesem Fork tatsächlich kennen und für deren Absichten oder die Notwendigkeit des Forks bürgen könnten. Wie man zu solcher Gewissheit komme, sei die Frage
    • Die meisten Aktivitäten seien öffentlich sichtbar; man könne sich die Accounts der Köpfe hinter dem Fork und ihre bisherigen Aktivitäten im bestehenden Projekt ansehen. Die meisten jüngeren Kernbeitragenden seien Teil dieses Forks. Sie seien lange dabei und hätten ihre Positionen klar dargelegt