- Das US Copyright Office hat kürzlich Fälle von Urheberrechtsverletzungen durch AI-Unternehmen offiziell anerkannt.
- Es wies darauf hin, dass AI-Algorithmen umfangreiche urheberrechtlich geschützte Materialien nutzen und dafür die Zustimmung sowie Vergütung der Urheber erforderlich sind.
- Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass in einigen Fällen die Fair-Use-Verteidigung nicht greift.
- Gegen große Anbieter wie OpenAI, Google, Meta, Microsoft laufen in dieser Frage bereits Klagen.
- Durch das Zusammentreffen einer AI-freundlichen Politik mit einer politisch motivierten Entlassung von Amtsträgern wird die Lage noch komplexer.
Überblick über den Bericht des US Copyright Office und die Entlassung der Leiterin
- Die Leiterin des US Copyright Office wurde unmittelbar nachdem ein Bericht zu dem Schluss gekommen war, dass Entwickler von AI-Modellen bei der Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien über die bisherigen Grenzen von Fair Use hinausgegangen sind, entlassen.
- Der aktuelle Bericht enthält die Einschätzungen aus dem dritten Entwurf einer Reihe von Berichten zu Urheberrecht und AI.
- Der erste Bericht behandelte Fragen der digitalen Vervielfältigung, der zweite prüfte die Urheberrechtsfähigkeit von Ergebnissen generativer AI.
Zentrale Inhalte des Berichtsentwurfs
- Am 9. Mai wurde ein Berichtsentwurf (PDF) zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke bei der Entwicklung generativer AI-Systeme veröffentlicht.
- Es wurde deutlich, dass AI-Systeme große Datenmengen nutzen, darunter eben auch urheberrechtlich geschützte Materialien.
- Dadurch wurde die Frage aufgeworfen, ob AI die Zustimmung oder Vergütung der Rechteinhaber einholen muss.
- Genau dies ist der Kernpunkt mehrerer laufender Gerichtsverfahren.
- AI-Entwickler haben eingeräumt, Inhalte aus dem Internet und anderen Quellen ohne Genehmigung zum Training ihrer Produkte genutzt zu haben.
Rechtsprechung zu Fair Use und Beurteilungskriterien
- AI-Unternehmen argumentieren, dass ihre Nutzung nach den Fair-Use-Bestimmungen des Urheberrechts zulässig sei.
- Richter betonen jedoch, dass für die Fair-Use-Bewertung entscheidend ist, ob die Nutzung „den potenziellen Markt oder den Wert des ursprünglichen Werks beeinflusst“.
- Falls der Einfluss nicht erheblich ist, kann sie als Fair Use gelten.
- Der Bericht stellt ausdrücklich fest, dass in bestimmten Situationen die Fair-Use-Verteidigung von AI-Unternehmen nicht tragfähig ist.
Auswirkungen des Berichts und Reaktionen aus der Wissenschaft
- Der endgültige Bericht soll in Kürze ohne größere Änderungen veröffentlicht werden.
- Der Rechtswissenschaftler Blake. E Reid bewertet den Bericht als „sehr nachteilig für AI-Unternehmen“ und meint, er könne „direkt zu Niederlagen vor Gericht führen“.
- Derzeit sind Google, Meta, OpenAI und Microsoft Parteien in urheberrechtlichen Streitverfahren.
Hintergründe der Entlassung und politischer Kontext
- Da Zeitpunkt der Entlassung und Veröffentlichung des Berichts zusammenfielen, wurden Zweifel an der offiziellen Darstellung laut, die Publikation sei „auf Grundlage von Anfragen des Congress und von Stakeholdern“ erfolgt.
- Professor Reid wies darauf hin, dass die hastige Veröffentlichung des Berichts durch das Copyright Office ein Anzeichen für personelle Maßnahmen innerhalb der Organisation („purge“) gewesen sein könnte.
- Tatsächlich wurde berichtet, dass die Trump-Regierung die Leiterin Shira Perlmutter entlassen habe.
Politische Folgen und Verbindung zu Elon Musk
- Der Abgeordnete Joe Morelle hob hervor, dass die Entlassung unmittelbar darauf erfolgt sei, dass die Leiterin des Copyright Office den Forderungen Elon Musks nach Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien für das Training von AI-Modellen nicht zugestimmt habe.
- Musk und Jack Dorsey forderten unter anderem die „Abschaffung aller Gesetze zum geistigen Eigentum (IP)“, zudem gab es über Posts auf X (ehemals Twitter) Vorstöße zur Ausweitung von AI-Training.
Weitere mögliche Gründe für die Entlassung
- Da das Copyright Office dem Library of Congress unterstellt ist, wurde auch ein Zusammenhang mit dem jüngsten Fall erwähnt, in dem die Leiterin der Bibliothek wegen einer Diversity-Politik (DEI) und Fragen zur Auswahl von Kinderbüchern entlassen wurde.
- Daher könnte die aktuelle Entlassung ein komplexes Phänomen sein, das zugleich mit AI-Politik, wichtigen Geldgebern oder DEI-Politik sowie weiteren internen und politischen Faktoren zusammenhängt.
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