- Amazon hat das neue Robotersystem Vulcan vorgestellt und erzielt beim Einlagern im Durchschnitt eine höhere Geschwindigkeit als Menschen
- In Logistiklagern, in denen jährlich mehr als 14 Milliarden Artikel manuell eingelagert werden, soll Vulcan bei 20 Betriebsstunden pro Tag 300 Artikel pro Stunde einlagern
- Vulcan ist der erste Amazon-Roboter mit taktiler Wahrnehmung und kann in Lagerumgebungen in Echtzeit Entscheidungen treffen sowie präzise steuern
- Beim hochdichten Einlagern sind menschliche Experten weiterhin überlegen, doch Vulcan übertrifft Menschen bei der Planungsoptimierung
- In Lagern in Deutschland und im Bundesstaat Washington lernt das System bereits durch Hunderttausende reale Einlagerungsvorgänge kontinuierlich dazu und verbessert seine Leistung
Amazons Roboter „Vulcan“ zur Optimierung des Einlagerns
# Vulcan: Amazons neuer taktiler Roboter
- Amazon hat in Dortmund ein neues Robotersystem namens Vulcan vorgestellt
- Vulcan ist Amazons erster Roboter mit echter Tastsinn-Funktion und wurde entwickelt, um die Interaktion mit der physischen Welt zu verändern
- Der Haupteinsatzzweck ist das Einlagern und Kommissionieren im mobilen Bestandsroboter-System von Amazon
- Zwei zugehörige Fachartikel sollen in _IEEE Transactions on Robotics_ veröffentlicht werden
- Neben dem Einlagern entwickelt Vulcan auch seine Fähigkeiten beim Paket-Picking weiter; darauf geht ein separater Artikel ein
# Wie Amazons Einlagerungsprozess funktioniert
- Stowing ist in Amazons Lagern der Prozess, bei dem Produkte im Bestand erfasst und eingelagert werden
- Menschliche Arbeitskräfte erhalten mobile Pods mit Stofffächern (Bins) mit elastischen Bändern, suchen einen passenden freien Platz, legen das Produkt hinein und erfassen es im System
- Danach wird der betreffende Pod innerhalb des Lagers weitertransportiert, und der nächste Pod trifft automatisch ein
- Da das bestehende System für Menschen optimiert ist, nutzt der Roboter verschiedene Manipulationswerkzeuge, die an diese Struktur angepasst sind
# Das Problem, das Vulcan lösen soll
- In Amazons Lagern werden jährlich mehr als 14 Milliarden Produkte manuell eingelagert
- Das Ziel ist, dass der Vulcan-Roboter davon 80 % mit einer Geschwindigkeit von 300 Artikeln pro Stunde bei 20 Stunden Betrieb pro Tag übernimmt
- Die Einlagerungsleistung von Vulcan hat sich in 18 Monaten verdreifacht und liegt inzwischen im Durchschnitt über der Geschwindigkeit von Menschen
- Dennoch sind erfahrene menschliche Arbeitskräfte bei Geschwindigkeit und dichtem Einlagern weiterhin im Vorteil
# Stärke des Roboters: optimierte Planung
- Die Fähigkeit zur schnellen, Tetris-artigen Planung ist die größte Stärke des Roboters
- Menschen können nur etwa 20~30 Artikel visuell beurteilen und im Gedächtnis behalten, während der Roboter gleichzeitig alle Artikeleigenschaften und Daten vieler Pods analysieren kann
- Dadurch kann er innerhalb von 100 Millisekunden die optimalen Einlagerungspositionen bestimmen
- Menschen sind stark bei physischer Handhabung und kreativer Platzierung, Roboter dagegen bei informationsbasierter Planung
# Realer Betrieb und künftige Richtung
- Vulcan ist bereits seit über einem Jahr in Lagern in Deutschland und im US-Bundesstaat Washington im realen Betrieb und hat Hunderttausende Produkte eingelagert
- Dieser Prozess trägt erheblich zum Lernen des Roboters und zur Sicherung seiner Zuverlässigkeit bei
- Auch das Picking bringt eigene Herausforderungen mit sich, und Vulcan macht auch in diesem Bereich Fortschritte
- Langfristig ist das Ziel die Kommerzialisierung eines vollautomatisierten Roboters, der sowohl Einlagern als auch Picking übernimmt
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