DNA könnte etwa 60–750 MB an Daten sein
(dynomight.net)Zum Zählen
- Menschliche DNA kann etwa 1,2 Milliarden Bit speichern, was ungefähr 1,5 GB an Informationsmenge entspricht.
- Allerdings enthält DNA viele sich wiederholende Abschnitte, und die von den Eltern geerbten Chromosomen sind einander ähnlich, weshalb die tatsächliche Informationsmenge anders betrachtet werden kann.
- Es braucht ein präziseres Informationskonzept als die bloße Vorstellung von Speicherplatz.
Zur Kompression
- Laut Informationstheorie lässt sich die Information einer Zeichenkette als ihre minimal komprimierbare Länge definieren.
- DNA lässt sich unter Verwendung eines Referenzgenoms teils bis zu 99 % komprimieren, aber das ist ein Sonderfall, bei dem nur die abweichenden Teile als Information gelten.
- Ohne Referenz lässt sie sich um bis zu 62 % reduzieren, was als allgemeinere Informationsmenge gelten kann.
Zur Information
- Die Informationsmenge wird als Kolmogorov-Komplexität (Komprimierbarkeit) oder Shannon-Information (wahrscheinlichkeitsbasiert) definiert.
- Kolmogorov bezieht sich auf absolute Informationsmenge, Shannon auf relative Muster.
- DNA ist aus beiden Perspektiven sinnvoll, doch der Kolmogorov-Ansatz, der gemeinsame genetische Information einschließt, erscheint nützlicher.
Zur Biologie
- Nur 1 % der DNA sind tatsächlich Exons, die in Proteine umgesetzt werden; der Rest hat regulatorische oder unbekannte Funktionen.
- Proteine entstehen durch komplexe Prozesse wie Transkription, Translation und Spleißen.
- Verschiedene RNA-Arten und genetische Regulationselemente interagieren miteinander, und DNA ist mehr als nur ein einfacher Code.
Zur Unordnung
- DNA besitzt eine komplexe und unübersichtliche Struktur, die das Ergebnis von Mutationen und Evolution ist.
- Große Teile der DNA sind repetitiv oder inaktiv; Transposons und Mechanismen zur Reparatur von Mutationen erklären das.
- Lebewesen sind robust gegenüber Fehlern aufgebaut, und die Evolution hat sogar Ineffizienzen nutzbar gemacht.
Noch einmal zur Information
- Vorgeschlagen wird eine „phänotypische Kolmogorov-Komplexität“, bei der die minimale komprimierte DNA-Größe, die noch als Mensch funktionieren kann, als Informationsmenge gilt.
- Das wäre eine Messung über die kürzeste DNA, mit der sich ein funktional identischer Mensch erzeugen ließe.
- Sie wird grob auf 60 MB~750 MB geschätzt, doch derzeit lässt sich dieser Wert nicht eindeutig bestimmen.
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