Unitys Open-Source-Doppelstandard: VLC blockiert
(mfkl.github.io)- VLC for Unity ist eine Open-Source-Integration, die die Unity-Game-Engine mit der VLC-Multimedia-Engine verbindet, und verteilt seit Dezember 2019 plattformspezifische Binärdateien über den Unity Store
- Nach einer E-Mail von Unity im Spätsommer 2023 wurde das Publisher-Konto sofort gesperrt, und trotz monatelanger Gespräche sowie des Vorschlags, LGPL-Code auszuschließen, blieb die Rückkehr in den Store blockiert
- Im Unity Store verbleiben viele Assets mit LGPL-Abhängigkeiten wie FFmpeg, und auch Unity Editor und Runtime selbst nutzen LGPL-Bibliotheken wie Lame, libiconv, libwebsockets und websockify.js
- Nachdem das Asset entfernt worden war und Kunden nach Wartung und Build-Updates fragten, eröffnete Videolabs den Videolabs Store auf der eigenen Website und begann, Binärdateien auch ohne den Unity Store zu verkaufen
- Neben den Binärdateien des VLC-Unity-Plugins behandelt der Videolabs Store auch kommerzielle Support-Angebote für LibVLC und FFmpeg, die LibVLCSharp-Lizenz, das LibVLC-eBook, Kyber und geplante Integrationen für Unreal
VLC for Unity aus dem Unity Store blockiert
- VLC for Unity ist eine Bridge-Integration, mit der sich in Unity-basierten Spielen Media-Player mit der VLC-Engine erstellen lassen
- Unity bietet über Mono, LibVLC von sich aus eine hohe Portabilität, daher zielt diese Integration auf plattformübergreifende Nutzung ab
- Seit Dezember 2019 wurden im Unity Store Open-Source-Integrations-Binärdateien von VLC for Unity verteilt, und die Zielplattformen waren drei
- Windows
- UWP
- Android
- Nachdem Unity im Spätsommer 2023 eine E-Mail geschickt hatte, wurde das Publisher-Konto sofort gesperrt
- In den folgenden Monaten wurde per E-Mail nach einem Kompromiss gesucht, sogar der Ausschluss von LGPL-Code aus dem Asset wurde vorgeschlagen, doch Unity erlaubte keine Rückkehr in den Store
- Es kam die Antwort, dass selbst nach Entfernung sämtlichen LGPL-Codes aus dem Unity-Paket keine Rückkehr möglich sei
- Im Unity Store existieren derzeit weiterhin Hunderte bis Tausende Assets mit LGPL-Abhängigkeiten wie FFmpeg
- Unity selbst nutzt im Editor und in der Runtime LGPL-Abhängigkeiten, was sich auch auf mit Unity ausgelieferte Spiele auswirkt
- Als Beispielbibliotheken werden Lame, libiconv, libwebsockets und websockify.js genannt
- Eine vollständige Liste von Unitys Open-Source-Abhängigkeiten ist in einer separaten Liste zu finden
- Der Kern des Konflikts liegt in einem doppelten Standard: Unity verwendet Open-Source-Bibliotheken unter LGPL, erlaubt aber Publishern und Nutzern im Unity Store keine LGPL-basierte Distribution
Videolabs Store und kommerzieller Support
- Nachdem das VLC-for-Unity-Asset entfernt worden war, fragten bestehende und neue Kunden nach der weiteren Wartung und danach, wie Build-Updates erfolgen sollen
- Da viele Unternehmen den LibVLC SDK und verwandte Technologien wie FFmpeg einsetzen, entschied sich Videolabs, den eigenen Videolabs Store zu eröffnen
- Bestehende und neue Kunden können Binärdateien des Open-Source-VLC-Unity-Plugins auch ohne den Unity Store kaufen
- Da VLC for Unity Open Source ist, können Nutzer es auch selbst bauen
- Der Videolabs Store dient als Kanal, um die Struktur der Produkt- und Serviceangebote rund um LibVLC und FFmpeg klarer zu machen
- Einige Nutzer wünschen Problemlösungen oder neue Funktionen, doch mit der Community und der begrenzten Zeit weniger Freiwilliger gibt es Grenzen bei der Reaktion
- Das Videolabs-Team besteht aus Experten für VLC und FFmpeg und deckt verschiedene Protokolle, Formate und Plattformen ab
- Angeboten werden Multimedia-Beratungs-Pakete mit 3, 10 und 24 Stunden, die als einmaliger Service oder monatliches Abonnement gekauft werden können
- Der Support umfasst Custom Builds, Bugfixes, SDK-Integration und Fragen zu spezifischen Anforderungen
- Unterstützung ist unabhängig von Betriebssystemplattform oder Toolkit möglich
- Im Store sind auch die kommerzielle LibVLCSharp-Lizenz und das LibVLC-eBook enthalten
- Zu den geplanten Produkten gehören Kyber als SDK für extrem latenzarmes Game- und Desktop-Streaming sowie Remote Control und zusätzliche Integrationen für Game-Engines wie Unreal
3 Kommentare
Eine Firma, die nicht mal ihre Engine ordentlich bauen kann, zieht also wirklich jeden noch so bescheuerten Mist ab, haha.
Das ist ein vager und extremer Gedanke, aber wenn in der Tech-Branche ein unverständliches Problem auftaucht, habe ich fast das Gefühl, dass meist die Anzugträger daran schuld sind.
Unity mal wieder...
Sie sind mit Lizenzierungsfragen schon fast so weit gegangen, dass die Firma daran zugrunde gegangen wäre, und schaffen es trotzdem schon wieder, die Leute zu verärgern, haha.