- Das Open-Source-Integrationspaket VLC for Unity wurde aus dem Unity Store blockiert, woraufhin Entwickler die Maßnahme als unfair kritisierten
- Unity verbot es mit Verweis auf die LGPL-Lizenz, obwohl Unity selbst Bibliotheken auf LGPL-Basis verwendet
- Im Unity Store gibt es weiterhin zahlreiche Assets mit LGPL-Bestandteilen wie FFmpeg, weshalb kritisiert wird, dass die Anwendungskriterien dieser Maßnahme unklar seien
- Als Reaktion eröffnete der Entwickler einen eigenen Shop (Videolabs Store) und begann, das Asset sowie Beratungsangebote direkt zu verkaufen
- Der Fall legt Probleme bei der Nachhaltigkeit von Open Source, der Konsistenz bei der Anwendung von Lizenzen und dem Machtungleichgewicht innerhalb von Plattformen offen
Integration von VLC for Unity
- Seit 2019 wurde im Unity Store ein Bridge-Asset angeboten, das die VLC-Multimedia-Engine mit der Unity-Engine verbindet
- Das Asset wurde für Windows, UWP und Android vertrieben und war bei Unity-Entwicklern beliebt, die komplexe Multimediafunktionen benötigten
- Sowohl Unity als auch LibVLC bieten starke Cross-Platform-Unterstützung und konnten daher auf vielen Geräten und Betriebssystemen genutzt werden
Sperrung des Assets im Unity Store
- Im Sommer 2023 teilte Unity per E-Mail mit, dass das Asset sofort aus dem Store entfernt und das Publisher-Konto gesperrt werde
- Obwohl der Entwickler vorgeschlagen hatte, den LGPL-Code zu entfernen, wurde dies abgelehnt, und es wurde mitgeteilt, dass eine Rückkehr dauerhaft ausgeschlossen sei
- Gleichzeitig enthalten andere Assets im Store weiterhin LGPL-Bibliotheken (darunter FFmpeg)
- Sogar Unity selbst verwendet LGPL-Bibliotheken wie Lame, libiconv und libwebsockets
Eröffnung des Videolabs Store
- Als Reaktion wurde ein separater Shop auf der Videolabs-Website eröffnet, in dem bestehende und neue Kunden VLC-for-Unity-Binärdateien kaufen können
- Nutzer können weiterhin selbst Open-Source-Builds erstellen; der Shop bietet jedoch einen schnelleren und bequemeren Zugang
Flexible Multimedia-Beratungsangebote
- Ein Team aus LibVLC- und FFmpeg-Experten bietet zusätzlich Beratungsleistungen an
- Beratungspakete mit 3, 10 oder 24 Stunden sind als Einmalbuchung oder monatliches Abonnement verfügbar
- Damit lassen sich verschiedene Anforderungen abdecken, etwa Custom Builds, SDK-Integration, Bugfixes und die Beantwortung technischer Fragen
Weitere Produkte und Pläne
- Im Shop werden auch eine kommerzielle LibVLCSharp-Lizenz, ein LibVLC-E-Book und Kyber (SDK für Ultra-Low-Latency-Streaming) angeboten
- Künftig ist auch zusätzliche Unterstützung für Game Engines wie die Unreal Engine angekündigt
Fazit
- Unitys Vorgehen wird als Doppelstandard kritisiert, der der eigenen Nutzung von Open Source widerspricht
- Der Fall zeigt erneut die Schwierigkeiten bei der Pflege von Open-Source-Projekten und Beiträgen aus der Community und unterstreicht die Notwendigkeit alternativer Plattformen und direkter Vertriebsmodelle
4 Kommentare
Eine Firma, die nicht mal ihre Engine ordentlich bauen kann, zieht also wirklich jeden noch so bescheuerten Mist ab, haha.
Das ist ein vager und extremer Gedanke, aber wenn in der Tech-Branche ein unverständliches Problem auftaucht, habe ich fast das Gefühl, dass meist die Anzugträger daran schuld sind.
Unity mal wieder...
Sie sind mit Lizenzierungsfragen schon fast so weit gegangen, dass die Firma daran zugrunde gegangen wäre, und schaffen es trotzdem schon wieder, die Leute zu verärgern, haha.
Hacker-News-Kommentar
websockify.jssteht unter LGPL v3 und kann daher nicht in Plattformen wie Nintendo Switch aufgenommen werden.