Sie hielten sich für frei: Die Deutschen, 1933–45 (1955)
(press.uchicago.edu)-
Vorwort
- Milton Mayers Buch „They Thought They Were Free“ erklärt, wie sich Menschen in Hitlers Deutschland schrittweise an die Diktatur gewöhnten.
- Die Deutschen nahmen die immer größer werdende Distanz zur Regierung nicht wahr und gewöhnten sich allmählich daran, nach im Geheimen getroffenen Entscheidungen regiert zu werden.
-
Schrittweiser Wandel
- Die Kluft zwischen Regierung und Bevölkerung wurde nach und nach größer; gerechtfertigt wurde das mit dem Argument, die Bevölkerung könne die komplexe Lage der Regierung nicht verstehen, und Informationen würden aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht offengelegt.
- Aus Vertrauen in Hitler akzeptierten die Menschen diese wachsende Distanz bereitwillig.
-
Veränderungen im Alltag
- Auch Intellektuelle wie Wissenschaftler wurden von neuen Aktivitäten und Anforderungen in Beschlag genommen und hatten keine Zeit, über grundlegende Fragen nachzudenken.
- Das diktatorische System lieferte den Menschen eine Ausrede, nicht nachzudenken, sodass selbst Intellektuelle grundlegende Fragen nicht mehr reflektierten.
-
Die Schwierigkeit des Widerstands
- Der schrittweise Wandel machte es den Menschen unmöglich, ihn klar zu erkennen, und weil jeder einzelne Schritt klein und gut erklärt war, war Widerstand schwer.
- Die Menschen warteten auf ein großes, schockierendes Ereignis, wollten nicht allein handeln und keinen Ärger verursachen.
-
Ungewissheit und Angst
- Die Ungewissheit nahm mit der Zeit zu, und auf der Straße oder in den Gemeinschaften gab es kaum Widerstand.
- Kritik an oder Widerstand gegen die Politik der Regierung konnte schwere Strafen nach sich ziehen, und mit Beginn des Krieges konnte die Regierung alles tun, was sie für den Kriegssieg für notwendig hielt.
-
Fazit
- Durch den schrittweisen Wandel übernahmen die Deutschen neue Moralvorstellungen und Prinzipien, die sie sich zuvor nicht hätten vorstellen können.
- Am Ende lebten viele Deutsche in Scham weiter, und das war die beste heroische Handlung, zu der sie fähig waren.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Das Buch "The Germans" zeigt anhand von Interviews mit deutschen Bürgern und NSDAP-Mitgliedern nach dem Krieg die Banalität des Bösen und moderne Diktatur.
Der Präsident schließt einseitig Bundesbehörden, was das faktische Ende der Verfassung bedeutet.
Eine solche Situation tritt nicht nur in den USA, sondern weltweit auf.
Es wird die Ansicht vertreten, dass eine Art Indivisible in der Version von 2025 nötig ist.
In den Niederlanden greifen im Geheimen beschlossene Regierungsmaßnahmen außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren ein, um organisierte Kriminalität zu bekämpfen.
Es wird die Ohnmacht gegenüber dem, was in den USA geschieht, geschildert, zusammen mit der Realität, den Alltag dennoch weiterführen zu müssen.
Unter Berufung auf die Maximen "Principiis obsta" und "Finem respice" wird betont, dass man den Anfängen wehren und das Ende bedenken müsse.
Es wird erklärt, dass das Buch "The Germans" die Person stark geprägt hat.
Menschen gewöhnen sich nach und nach an im Geheimen beschlossene Regierungsmaßnahmen, und das Vertrauen in Hitler trug dazu bei, diese Kluft zu vergrößern.
Das Buch wurde von der Partnerperson eines Freundes empfohlen, und beim Lesen wurden Parallelen zur aktuellen Situation entdeckt.