- Zusammengefasste Kurzfassung und zusätzliche Erläuterungen des Reports von 2025 (90 Folien)
- „In meinem Leben gab es genau zwei revolutionäre Tech-Demos: GUI und ChatGPT – Bill Gates“
- OpenAI wird mit einer geschätzten Bewertung von 157 Mrd. USD bewertet (Microsoft brauchte 20 Jahre)
- ChatGPT hat mit beispielloser Geschwindigkeit das Bewusstsein des Mainstreams erreicht
- Das Interesse ist groß, aber die Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt, und viele empfinden es noch nicht als nützlich
- Am Markt wird bereits darüber gesprochen, ob der Nutzen im Verhältnis zu den Investitionen ausbleibt
- Im Hype Cycle braucht es Zeit, bis das „Plateau of Productivity“ erreicht wird
- Der nächste Plattformwechsel ist „Generative AI“
- Mainframe → PCs / SQL → Web / Open Source → Smartphones / Cloud → Generative AI
- Aber noch ist alles offen, und niemand kennt die Antwort
- How far will this scale?
- How is this useful?
- How do we deploy this?
How far will this scale? Wie weit lässt sich das skalieren?
- Werden LLMs immer größer (Scaling)? Werden LLMs „alles“ machen?
- Scaling ist schwierig
- Diese Modelle zu vergrößern bringt viele Herausforderungen mit sich und wird Zeit brauchen
- GPUs und Strom, Trainingsdaten, Betrieb und Engineering, und die Frage, ob die Ergebnisse tatsächlich besser werden
- Stand heute bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu investieren (ansonsten könnte man die wichtigste Technologie der nächsten 10 bis 15 Jahre verpassen)
- „Wir haben keinen Burggraben – Google“
- „Die Modelle, die wir derzeit trainieren, kosten fast 1 Mrd. USD, und 2025/2026 werden es eher 5 oder 10 Mrd. USD sein – CEO von Anthropic“
- „Die Rechenleistung, die zum Training von Llama 4 nötig ist, ist mehr als zehnmal so hoch, und künftige Modelle werden weiter darüber hinaus wachsen – Mark Zuckerberg“
- Wenn der Burggraben „Kapital“ ist, dann kann Nvidia die Nachfrage derzeit nicht decken
- Die Capex der Big Four (Meta, Alphabet, AWS, MSFT) lagen 2023 bei 90 Mrd. USD, 2024 bei 220 Mrd. USD. 2025 werden sie weiter steigen
- Alles verändert sich schnell, während sich der technische Fortschritt direkt unter unseren Füßen vollzieht
- Damit sich AI weiterentwickeln kann, ist ein Gleichgewicht zwischen Ergebnissen (bessere Resultate), Richtung und Ressourceneffizienz (Trainingskosten, Inferenzkosten, CO2-Fußabdruck) entscheidend
- „Das Consumer-Internet-Modell ‚gratis starten, viral wachsen und später über Monetarisierung nachdenken‘ passt nicht zur heutigen Kostenstruktur großer Sprachmodelle (LLMs).“
- Traditionell hatte Software hohe anfängliche Entwicklungskosten, aber fast keine Kosten für Kopie oder Distribution, also nahezu keine „Grenzkosten“
- LLMs benötigen beim Training und bei der Inferenz enorme Rechenressourcen (Strom, Server usw.), und mit steigender Nutzerzahl steigen auch die Kosten erheblich
- Eine Strategie, große Nutzerzahlen über ein kostenloses Angebot zu gewinnen, ist nicht nachhaltig, wenn kein Monetarisierungsmodell etabliert ist
- Das heißt: Von Anfang an braucht es eine klare Strategie zur Kostendeckung
- „Jeder in der Tech-Industrie verschenkt das Geschäftsmodell von jemand anderem.“
- Wenn Geschäftsmodelle oder Kerntechnologien von Wettbewerbern oder anderen Organisationen als Open Source oder in anderer freier Form verfügbar werden, verliert die exklusive Wettbewerbsposition einzelner Unternehmen an Stärke
- Indem Meta wichtige technologische Assets wie AI-Modelle als Open Source veröffentlicht, werden diese Technologien zu gemeinsamer Infrastruktur, die jeder nutzen kann
- Apple fördert über Edge-Computing-Technologien die direkte Ausführung von AI-Modellen auf Endgeräten. Statt AI auf zentralen Servern laufen zu lassen, werden Modelle eher wie einfache API-Aufrufe behandelt, was den Kommerzialisierungswert der Technologie senkt
- Der Modellboom 2023–2024: Wähle zwei von drei – gut, schnell, günstig
How is this useful? Wie nützlich ist das?
- 2013: Machine Learning begann, Menschen/Hunde/Stühle zu unterscheiden. „Clever – und jetzt?“
- 2023: Ist generatives ML wie ChatGPT nützlich? „Clever – und jetzt?“
- Die Fehlererkennung ist noch eingeschränkt. Für einen wirksamen Umgang mit Fehlern braucht es einen ausgewogenen Ansatz auf allen Ebenen
- Eine zusammengesetzte Aufgabe aus wissenschaftlichen Problemen (Modellverbesserung), Definition von Use Cases und Produktdesign (Verbesserung der UX)
- „Wie sind LLMs im Jahr 2024 nützlich?“
- LLMs sind im Kern probabilistische Systeme zur Vorhersage des nächsten Wortes
- Der aktuelle Stand: nützlich für Zusammenfassung und Synthese von Informationen, aber noch schwach bei komplexem Schlussfolgern
- LLMs haben das Potenzial, neue Arten von Arbeit zu automatisieren, aber um das vollständig zu verstehen und zu definieren, braucht es mehr Exploration
- VisiCalc war das erste elektronische Tabellenkalkulationsprogramm der Welt und verkürzte Rechenarbeit von 20 Stunden auf 15 Minuten
- Ein Anwalt könnte das sehr innovativ und intelligent finden, aber trotzdem das Gefühl haben, dass es für die eigene Arbeit nicht relevant ist
- Solche Anwendungsfälle nehmen jedoch zu
- Beim Programmieren, Marketing, Kundenservice und anderen Aufgaben mit klar erkennbarem Bedarf entsteht sofortiger Mehrwert
- „Man muss bei der Kundenerfahrung anfangen und sich von dort zur Technologie zurückarbeiten. – Steve Jobs“
How do we deploy this? Wie bringen wir das in den Einsatz?
- Der typische Ablauf bei der Einführung neuer Technologien
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- Absorb (integrieren): Neue Technologie wird zu einer Funktion und bestehenden Geschäfts- oder Produktfunktionen hinzugefügt
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- Innovate (innovieren): Auf Basis der neuen Technologie werden innovative Ideen oder Produkte entwickelt. Startups nutzen dies oft zur Entbündelung
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- Redefine markets (Märkte neu definieren): Neue Technologien können die Grenzen bestehender Märkte auflösen und völlig neue Märkte schaffen. Das ist schwer vorherzusagen, und erfolgreiche Beispiele sind selten
- Standardfragen, die Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien stellen
- „Buy versus build?“ (kaufen oder selbst entwickeln?)
- „Single vendor or multi-vendor?“ (ein einzelner Anbieter oder mehrere Anbieter?)
- „Which use cases first? Whose budget?“ (welche Use Cases zuerst? Aus wessen Budget?)
- „Opex or capex? What’s the EPS impact?“ (Betriebskosten oder Investitionsausgaben? Welche Auswirkungen hat das auf den Gewinn je Aktie (EPS)?)
- Die Zukunft kann lange dauern
- Cloud ist ein altes und fast schon langweiliges Wort, macht aber noch immer nur 30 % aller Workflows aus
- 2024 hat ein Viertel der CIOs etwas auf LLM-Basis eingeführt, aber die Hälfte plant auch im nächsten Jahr nichts in diese Richtung
- Neue Plattformen bedeuten aber auch neue Werkzeuge
- SaaS-Anbieter dehnen Automatisierung massiv aus und entbündeln Workflows aus SAP, Excel und E-Mail
- „Es gibt zwei Wege, Geld zu verdienen: bündeln oder entbündeln. – Jim Barksdale“
- Was wäre, wenn LLMs alles erledigen könnten? Wenn sich Modelle weit genug entwickeln, könnten wir dann viel weniger Software brauchen?
- Wenn LLMs bei bestimmten Aufgaben nicht deutlich besser werden als heute, wird neue Software weiterentwickelt werden müssen
- Wenn LLMs weiter skalieren und sich weiter verbessern, könnten große Teile der Softwareentwicklung überflüssig werden
- Das Potenzial einer Entwicklung hin zu einer „General Purpose AI“, die alles erledigt
- Sind LLMs Infrastruktur? API? Plattform? Eine neue User Experience? Steuern wir LLMs mit logischen Systemen oder logische Systeme mit LLMs?
- LLMs können als einfache API genutzt werden, oder sie etablieren sich als vollständige Plattform, während alles andere zur API wird
- Mit dem technischen Fortschritt und der Skalierbarkeit wird sich die Rolle von LLMs weiterentwickeln
- Zerstören LLMs unser Modell zur Entdeckung von Use Cases? Wenn alles dieselbe UX hat, wie erfinden Unternehmer dann neue Anwendungsfälle und neue Formen des Selbstausdrucks?
- In der traditionellen Softwareentwicklung stellen sich Startups und Unternehmen konkrete Use Cases vor und erfinden sie
- Wenn LLMs so weit kommen, dass sie alle Use Cases abdecken und automatisieren, könnte der Bedarf an traditioneller Softwareentwicklung sinken
- Wenn LLMs zum Zentrum der UX werden, müssen Nutzer womöglich selbst neue Use Cases imaginieren und erfinden
- Ein Paradigmenwechsel in Softwareentwicklung und UX-Design
- „AI“ neigt dazu, zu „Automatisierung“ zu werden.: As technology matures, it disappears (Wenn Technologie reift, verschwindet sie.)
- AI! → Smart → Auto → Just software
- Drei Modelle für LLM-Produkte?
- Neue Funktionen in bestehende Anwendungen einbauen: „Formuliere meine E-Mail um, fasse die Reviews zusammen“
- Neue Werkzeuge: „Analysiere und fasse 500 Finanzberichte zusammen“
- General Purpose AI: „Kauf mir ein Haus“
- Vielleicht gibt es auf jede AI-Frage nur eine von zwei Antworten.
- „Es wird sich wie jeder andere Plattformwechsel entwickeln.“
- „Niemand weiß es“
Meanwhile...
- Von der Vision zur Umsetzung: Was ist bereits groß, was wird gerade gebaut und was kommt als Nächstes?
- In den frühen 2000ern war E-Commerce die große Innovationsidee: „Menschen werden Dinge online kaufen“
- In den 2010ern standen Ideen wie SaaS (Software as a Service), Automatisierung, Kollaborationstools und Workflow-Management im Fokus
- Mit Blick auf 2030 etabliert sich Generative AI als neue Vision
- Meta arbeitet immer noch am Metaverse (VR & AR). Bislang wurden mindestens 60 Mrd. USD investiert, davon 17,4 Mrd. USD allein in den letzten 12 Monaten
- E-Commerce ist im Wesentlichen unverändert geblieben (mit Ausnahme der COVID-Zeit). Es ist die langweiligste Kurve im gesamten Tech-Chart
- Amazon entbündeln: Das GMV (Gross Merchandise Volume) von Shopify hat 270 Mrd. USD überschritten. Das entspricht 35 % des Amazon-GMV
- Amazons Werbeumsatz steigt weiter. Der Cashflow ist höher als im Retail-Geschäft bzw. bei AWS
- Software eats media: neue Kanäle, neue Modelle, neue Bundles
- Softwarezentrierte Medienplattformen wie YouTube und TikTok erzielen Umsätze auf dem Niveau traditioneller Medien und steigen zu Schwergewichten des Medienmarkts auf
- Große traditionelle Medienunternehmen wie Disney erwirtschaften weiterhin starke Umsätze, stehen aber dem hohen Wachstumstempo von Softwareplattformen gegenüber
- Neue Medienformen wie Streaming (Netflix) fordern das traditionelle, von Kabel und Rundfunk geprägte Modell heraus
- Traditionelle Medien versuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit über Content-Bibliotheken und exklusive Inhalte zu halten, während Softwareplattformen werbefinanzierte und abonnementsbasierte Modelle kombinieren, um ihre Umsätze zu maximieren
- Software eats cars? Nach jahrzehntelangen Versprechen und Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe könnte autonomes Fahren nun tatsächlich zu funktionieren beginnen
- Die Zahl der Robotaxi-Fahrten wächst stetig. Die Autoindustrie wandelt sich zu einem softwarezentrierten Servicegeschäft
- Werden Autos zu Software? BEVs nähern sich 10 % der Gesamtverkäufe, aber wer gewinnt? Läuft dieser Prozess wie bei Android ab?
- Battery Electric Vehicles machten 2023 rund 10 % des gesamten Autoabsatzes aus und werden zur Mainstream-Technologie
- Unternehmen wie Tesla verwandeln BEVs von bloßen Fahrzeugen in softwarezentrierte Produkte. Das deutet darauf hin, dass sich rund um BEVs ein softwarezentriertes Ökosystem ähnlich wie bei Smartphones bilden könnte
2 Kommentare
Ich habe gerade über das Geschäftsmodell von LLMs nachgedacht, danke fürs Teilen.
Benedict Evans’ Tech-Trends 2024: AI und alles andere
Benedict Evans’ Tech-Trends 2023: The New Gatekeepers s
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