Privastead - Open-Source-System für persönliche Heimüberwachungskameras (mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung)
(github.com/privastead)Privastead ist eine Home-Security-Kameralösung, die Privatsphäre garantiert und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet. Die wichtigsten Vorteile sind:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis des Messaging Layer Security (MLS)-Protokolls durch eine OpenMLS-Implementierung.
- Eine reine Softwarelösung, die mit bestehenden IP-Kameras funktioniert und nur minimale Vertrauensannahmen gegenüber den IP-Kameras erfordert.
- In Rust implementierter Kamera-Hub, MLS-Code der mobilen App sowie ein nicht vertrauenswürdiger Server.
Komponenten
Die Privastead-Kameralösung besteht aus drei Komponenten:
- Ein Kamera-Hub, der auf einer lokalen Maschine läuft und direkt mit der IP-Kamera interagiert.
- Eine mobile App, die Ereignisbenachrichtigungen empfängt und Remote-Live-Streaming der Kamera ermöglicht.
- Ein nicht vertrauenswürdiger Server, der verschlüsselte Nachrichten zwischen Hub und App weiterleitet. Zusätzlich wird für Benachrichtigungen Google Firebase Cloud Messaging (FCM) verwendet; auch FCM ist nicht vertrauenswürdig.
Bedrohungsmodell und Garantien
Der Hauptvorteil der Privastead-Kameralösung ist, dass sie durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung starke Datenschutzgarantien bietet. Dabei werden konkret die folgenden Annahmen getroffen:
- Es wird angenommen, dass die lokale Maschine, auf der der Hub läuft, und das Smartphone, auf dem die mobile App läuft, sicher und nicht kompromittiert sind.
- Der Server gilt als vollständig nicht vertrauenswürdig und wird als unter der Kontrolle eines Angreifers stehend angenommen.
- Es werden nur minimale Vertrauensannahmen gegenüber der IP-Kamera getroffen. Konkret wird angenommen, dass die Kamera keine private Netzwerkschnittstellenkarte besitzt, mit der sie sich selbstständig mit dem Internet verbinden könnte (z. B. Mobilfunk); daher ist es ratsam, dass Nutzer dies explizit prüfen und verifizieren. Davon abgesehen ist der IP-Kamera nicht zu vertrauen, und Privastead verbindet die Kamera nicht direkt mit dem Internet, sondern direkt mit dem Hub.
Es werden die folgenden Garantien geboten:
- Nur der Hub und die mobile App können auf unverschlüsseltes Video zugreifen.
- Der Server kann das Video nicht entschlüsseln.
- Über MLS werden Forward Secrecy und Post-Compromise Security bereitgestellt.
- Gegenwärtig wird das Timing von Ereignissen und Live-Streaming nicht vor einem Angreifer verborgen, der den Server und/oder den FCM-Kanal kontrolliert.
Unterstützte Kameras
Privastead-Kameras können theoretisch jede IP-Kamera (oder andere Kameras mit offener Schnittstelle) unterstützen. Der aktuelle Prototyp hängt von der RTSP- und ONVIF-Unterstützung der Kamera ab. RTSP wird für das Video-Streaming der Kamera verwendet, ONVIF für Event-Abfragen. Bisher wurde die folgende Kamera getestet:
- Amcrest, Modell: IP4M-1041W
Unterstützte mobile Betriebssysteme
- Android
Getestete Smartphones (OS-Version)
- Google Pixel 8 Pro (Android 14)
Getestete Laufzeitumgebung für den Hub
- Ubuntu (ffmpeg erforderlich)
Derzeit wichtigste Einschränkungen
- Die App kann nur mit einer Kamera gekoppelt werden.
- Der Kamera-Hub unterstützt nur eine Kamera.
- Der Kamera-Hub kann nur mit einer App-Instanz gekoppelt werden.
- Bei hoher Kameraauflösung und Bildrate kann die Leistung zum Flaschenhals werden.
Projektmitglieder
- Projektgründer: Ardalan Amiri Sani (Professor für Informatik an der UC Irvine, Experte für Computersicherheit und Datenschutz)
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
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