Technologische Innovationen, um Tibetisch zu einem gleichberechtigten Bürger der digitalen Welt zu machen
- BDRC treibt technologische Innovationen voran, um Tibetisch zu einem gleichberechtigten Bürger der digitalen Welt zu machen. Dass LibreOffice seit Kurzem ein wichtiges Merkmal des Tibetischen unterstützt – sehr lange Absätze –, ist ein großer Erfolg.
- Seit der Einführung des Buddhismus im 8. Jahrhundert haben Tibeter viel Energie in Schreiben, Innovation und Technologie investiert. Die tibetische Schrift wurde erfunden, um buddhistische Schriften aus dem Sanskrit und Chinesischen ins Tibetische zu übersetzen.
- Im 14. Jahrhundert übernahm man die Holzblockdruck-Technologie, um ins Tibetische übersetzte Schriften sowie buddhistische Texte, die von Autoren aus dem Himalaya direkt verfasst wurden, in großer Zahl zu produzieren.
- In jüngerer Zeit war die Entwicklung tibetischer Computer-Schriften ein großer Sprung für die Weiterentwicklung des Tibetischen in der digitalen Welt. Besonders bemerkenswert ist, dass Tibetisch in den Unicode-Standard aufgenommen wurde, der die Zeichencodes für Computer-Schriften von Schriftsystemen weltweit standardisiert.
- Dennoch hat das Tibetische weiterhin wichtige Eigenschaften, die nicht von allen Tools oder Anwendungen unterstützt werden. Eine davon sind sehr lange Absätze. Anders als europäische Sprachen kennt tibetischer Text kein Absatzkonzept und muss als langer zusammenhängender Text verarbeitet werden.
- Übliche Textverarbeitungssoftware wurde mit Blick auf englische Texte entwickelt und unterstützt daher relativ kurze Absätze. Da tibetische Absätze jedoch nahezu unendlich lang sind und es kaum Leerzeichen gibt, verschlechtert sich bei solcher Software die Leistung stark, wenn tibetische Texte geöffnet werden.
- LibreOffice ist eines der kostenlos verfügbaren, ausgereiften und stabilen Open-Source-Textverarbeitungsprogramme und für die Tibetforschung und die tibetische Community wichtig. Kommerzielle Software ist teuer, und in vielen Teilen Asiens werden raubkopierte Versionen verwendet.
- 2015 meldete Elie Roux, CTO von BDRC, dieses Problem an LibreOffice, doch Eingriffe in den Code waren ein großes Projekt. Kürzlich hat der Entwickler Jonathan Clark das Problem jedoch gelöst. Lange Texte wie Longchenpas Yishindzö lassen sich nun schnell öffnen und bearbeiten.
- BDRC hat einen kleinen Beitrag zu dieser Innovation geleistet und freut sich über Jonathans hervorragende Arbeit sowie über die Stärkung der Open-Source-Publishing-Tools für Tibetisch.
- Die Unterstützung für sehr lange Absätze wurde in LibreOffice 24.8.2 integriert, das am 27. September 2024 veröffentlicht wurde. Rückmeldungen zur Bearbeitung tibetischer Texte sind willkommen.
Zusammenfassung von GN⁺
- Dieser Artikel behandelt technologische Innovationen, die das Tibetische in der digitalen Welt besser unterstützen sollen. Das Update von LibreOffice stellt einen großen Fortschritt dar, weil es nun lange Absätze in tibetischen Texten verarbeiten kann.
- Die digitale Integration des Tibetischen spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt der Kultur und für die Forschung, und Fortschritte bei Open-Source-Software helfen dabei, Kostenprobleme zu lösen.
- Der Artikel zeigt, warum digitale Unterstützung für Minderheitensprachen wie Tibetisch wichtig ist, und kann als Modell für die digitale Integration anderer Sprachen dienen.
- Andere Projekte mit ähnlichen Funktionen sind Google Docs und Microsoft Word.
2 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ohne die Wortabstände im Koreanischen wäre es schwierig geworden.