8 Punkte von GN⁺ 2024-10-08 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Urteil in Epic vs. Google: Der Richter hat entschieden, dass Google den Google-Play-App-Store für drei Jahre für den Wettbewerb öffnen muss.
    • Google muss die Verbreitung von Drittanbieter-App-Stores innerhalb von Google Play zulassen und Zugang zum vollständigen App-Katalog von Google Play gewähren.
  • Pflichten von Google:
    • Google darf für im Google Play Store vertriebene Apps Google Play Billing nicht erzwingen.
    • Google muss Android-Entwicklern erlauben, Nutzer im Play Store über andere Zahlungsmethoden zu informieren.
    • Google muss Android-Entwicklern erlauben, Links bereitzustellen, über die Apps außerhalb des Play Store heruntergeladen werden können.
    • Google muss Android-Entwicklern erlauben, App-Preise unabhängig von Play Billing festzulegen.
  • Was Google untersagt ist:
    • Es darf keine Umsatzbeteiligung mit Personen oder Unternehmen vereinbaren, die Android-Apps vertreiben oder einen App-Store starten wollen.
    • Es darf Entwicklern keine finanziellen Anreize bieten, Apps exklusiv oder zuerst im Play Store zu veröffentlichen.
    • Es darf Geräteherstellern oder Mobilfunkanbietern keine finanziellen Anreize dafür bieten, den Play Store vorzuinstallieren.
  • Förderung des Wettbewerbs: Epic argumentierte, Google habe den Wettbewerb durch Deals mit Entwicklern, Mobilfunkanbietern und Geräteherstellern unterdrückt.
    • Das Urteil eröffnet die Möglichkeit, Googles Monopol aufzubrechen, indem solche Deals blockiert und Drittanbieter-App-Stores unterstützt werden.
  • Google darf weiterhin die Sicherheit des Google Play Store verwalten und dafür angemessene Maßnahmen ergreifen.
    • Epic will jedoch weiter darauf drängen, dass Google Drittanbieter-App-Stores nicht unterdrückt.
  • Nächste Schritte: Google muss innerhalb von acht Monaten ein System einrichten; ein dreiköpfiges technisches Komitee, das gemeinsam von Epic und Google ausgewählt wird, wird Streitfälle prüfen.
  • Weitere Forderungen von Epic: Epic hatte verlangt, Google Play für sechs Jahre zu öffnen, Sideloading von Apps mit nur einem Tap zu erlauben und Google daran zu hindern, Android-APIs mit Google Play zu verknüpfen; dies wurde jedoch nicht akzeptiert.
  • Die Rolle von Amazon: Amazon argumentierte, dass Googles Konkurrenten Unterstützung benötigen, und legte Belege dafür vor, dass es schwierig ist, mit dem Google Play Store zu konkurrieren.
  • Reaktion von Epic: Epic-Games-CEO Tim Sweeney wertete das Urteil als Sieg und kündigte an, dass der Epic Games Store und andere App-Stores 2025 in den USA im Google Play Store erscheinen werden.

GN⁺-Zusammenfassung

  • Dieses Urteil ist ein wichtiger Schritt, um das Problem von Googles Monopol über Android-App-Stores anzugehen und den Wettbewerb durch Drittanbieter-App-Stores zu fördern.
  • Indem Google den Zugang für Drittanbieter-App-Stores zulassen muss, könnten Nutzer und Entwickler mehr Auswahl erhalten.
  • Allerdings besteht die Möglichkeit, dass Googles Sicherheits- und Schutzmaßnahmen als Mittel eingesetzt werden, um Drittanbieter-App-Stores zu unterdrücken; deshalb ist weiterhin eine genaue Beobachtung notwendig.
  • Ein App-Store mit ähnlicher Funktion ist der Amazon Appstore, der durch dieses Urteil die Chance erhält, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-10-08
Hacker-News-Kommentar
  • Es gibt die Ansicht, dass Google ein Monopol sei, obwohl man im Google Play Store alternative App-Stores (F-Droid, Aurora, Amazon usw.) installieren sowie APK-Dateien herunterladen und installieren kann, während das im Apple App Store nicht möglich ist.

    • Andere meinen auch, das sei fair, da Googles Marktkapitalisierung 2 Billionen Dollar beträgt und Apples 3 Billionen Dollar.
  • Epics Programm "First Run" zeigt dasselbe Verhalten, über das sich das Unternehmen bei Apple und Google beschwert hat.

    • Wenn man bei der Nutzung der Unreal Engine über Epic abrechnet, muss man keine Lizenzgebühren zahlen, und wenn man ein Spiel sechs Monate lang nicht in anderen App-Stores veröffentlicht, erhält man eine Umsatzbeteiligung von 100 %.
    • Epic interessiert sich weder für Verbraucherwahl noch für fairen Wettbewerb, sondern will Gewinne erzielen, ohne eine Hardware-Plattform aufzubauen.
  • Es gibt die Sorge, dass exklusive App-Stores von Verizon, Spotify, Zoom usw. entstehen könnten, jeweils mit unterschiedlichen Nutzer-Tracking-Bibliotheken und instabilen Zahlungsmethoden.

  • Obwohl man Google kritisch gegenüberstand, ist das Urteil schwer nachzuvollziehen, wonach Google Drittanbieter-App-Stores Zugriff auf den vollständigen App-Katalog von Google Play geben muss.

    • Es gibt die Sorge, dass dadurch ein chaotischer Markt entsteht, in dem alle App-Stores dieselben Apps haben und es keine Anreize für Kuratierung oder dafür gibt, App-Listings anzuziehen.
  • Es gibt die Meinung, dass die Pflicht, den vollständigen Google-Play-App-Katalog Drittanbieter-App-Stores bereitzustellen, überzogen ist.

    • Man hält es für richtig, dass Entwickler ihre Apps selbst mit Drittanbieter-Stores teilen.
  • Mobile Software ist vertikal integriert, sodass ein Unternehmen mehrere Komponenten kontrollieren kann.

    • Apple und Google kontrollieren Hardware, Kernel, OS, Laden/Herunterladen von Software, Zahlungen, Code-Signing usw. und blockieren damit Wettbewerber.
  • Mit Blick auf die unterschiedlichen Urteile gegen Apple und Google wird die Bedeutung guter Anwälte betont.

    • Apple hat das Marktsegment enger definiert und so ein günstigeres Urteil erreicht, während Google scheiterte.
  • Die App Droidify wird empfohlen.

  • Es gibt die Erwartung, dass man Apps künftig mit Spendenlinks sowie Links zum Play Store und zu F-Droid versehen kann.

    • Derzeit scheitern Spendenlinks bei der Review, weil sie gegen die Zahlungsrichtlinien verstoßen.
  • Es gibt die Meinung, dass Google die Google Play Services als Open Source veröffentlichen und den Nutzern Wahlfreiheit geben sollte.

    • Google Play Services seien zu einer riesigen Spyware geworden, und wenn Entwickler sie nicht nutzen, werden Geräte fast unbrauchbar.