- Urteil in Epic vs. Google: Der Richter hat entschieden, dass Google den Google-Play-App-Store für drei Jahre für den Wettbewerb öffnen muss.
- Google muss die Verbreitung von Drittanbieter-App-Stores innerhalb von Google Play zulassen und Zugang zum vollständigen App-Katalog von Google Play gewähren.
- Pflichten von Google:
- Google darf für im Google Play Store vertriebene Apps Google Play Billing nicht erzwingen.
- Google muss Android-Entwicklern erlauben, Nutzer im Play Store über andere Zahlungsmethoden zu informieren.
- Google muss Android-Entwicklern erlauben, Links bereitzustellen, über die Apps außerhalb des Play Store heruntergeladen werden können.
- Google muss Android-Entwicklern erlauben, App-Preise unabhängig von Play Billing festzulegen.
- Was Google untersagt ist:
- Es darf keine Umsatzbeteiligung mit Personen oder Unternehmen vereinbaren, die Android-Apps vertreiben oder einen App-Store starten wollen.
- Es darf Entwicklern keine finanziellen Anreize bieten, Apps exklusiv oder zuerst im Play Store zu veröffentlichen.
- Es darf Geräteherstellern oder Mobilfunkanbietern keine finanziellen Anreize dafür bieten, den Play Store vorzuinstallieren.
- Förderung des Wettbewerbs: Epic argumentierte, Google habe den Wettbewerb durch Deals mit Entwicklern, Mobilfunkanbietern und Geräteherstellern unterdrückt.
- Das Urteil eröffnet die Möglichkeit, Googles Monopol aufzubrechen, indem solche Deals blockiert und Drittanbieter-App-Stores unterstützt werden.
- Google darf weiterhin die Sicherheit des Google Play Store verwalten und dafür angemessene Maßnahmen ergreifen.
- Epic will jedoch weiter darauf drängen, dass Google Drittanbieter-App-Stores nicht unterdrückt.
- Nächste Schritte: Google muss innerhalb von acht Monaten ein System einrichten; ein dreiköpfiges technisches Komitee, das gemeinsam von Epic und Google ausgewählt wird, wird Streitfälle prüfen.
- Weitere Forderungen von Epic: Epic hatte verlangt, Google Play für sechs Jahre zu öffnen, Sideloading von Apps mit nur einem Tap zu erlauben und Google daran zu hindern, Android-APIs mit Google Play zu verknüpfen; dies wurde jedoch nicht akzeptiert.
- Die Rolle von Amazon: Amazon argumentierte, dass Googles Konkurrenten Unterstützung benötigen, und legte Belege dafür vor, dass es schwierig ist, mit dem Google Play Store zu konkurrieren.
- Reaktion von Epic: Epic-Games-CEO Tim Sweeney wertete das Urteil als Sieg und kündigte an, dass der Epic Games Store und andere App-Stores 2025 in den USA im Google Play Store erscheinen werden.
GN⁺-Zusammenfassung
- Dieses Urteil ist ein wichtiger Schritt, um das Problem von Googles Monopol über Android-App-Stores anzugehen und den Wettbewerb durch Drittanbieter-App-Stores zu fördern.
- Indem Google den Zugang für Drittanbieter-App-Stores zulassen muss, könnten Nutzer und Entwickler mehr Auswahl erhalten.
- Allerdings besteht die Möglichkeit, dass Googles Sicherheits- und Schutzmaßnahmen als Mittel eingesetzt werden, um Drittanbieter-App-Stores zu unterdrücken; deshalb ist weiterhin eine genaue Beobachtung notwendig.
- Ein App-Store mit ähnlicher Funktion ist der Amazon Appstore, der durch dieses Urteil die Chance erhält, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Es gibt die Ansicht, dass Google ein Monopol sei, obwohl man im Google Play Store alternative App-Stores (F-Droid, Aurora, Amazon usw.) installieren sowie APK-Dateien herunterladen und installieren kann, während das im Apple App Store nicht möglich ist.
Epics Programm "First Run" zeigt dasselbe Verhalten, über das sich das Unternehmen bei Apple und Google beschwert hat.
Es gibt die Sorge, dass exklusive App-Stores von Verizon, Spotify, Zoom usw. entstehen könnten, jeweils mit unterschiedlichen Nutzer-Tracking-Bibliotheken und instabilen Zahlungsmethoden.
Obwohl man Google kritisch gegenüberstand, ist das Urteil schwer nachzuvollziehen, wonach Google Drittanbieter-App-Stores Zugriff auf den vollständigen App-Katalog von Google Play geben muss.
Es gibt die Meinung, dass die Pflicht, den vollständigen Google-Play-App-Katalog Drittanbieter-App-Stores bereitzustellen, überzogen ist.
Mobile Software ist vertikal integriert, sodass ein Unternehmen mehrere Komponenten kontrollieren kann.
Mit Blick auf die unterschiedlichen Urteile gegen Apple und Google wird die Bedeutung guter Anwälte betont.
Die App Droidify wird empfohlen.
Es gibt die Erwartung, dass man Apps künftig mit Spendenlinks sowie Links zum Play Store und zu F-Droid versehen kann.
Es gibt die Meinung, dass Google die Google Play Services als Open Source veröffentlichen und den Nutzern Wahlfreiheit geben sollte.