- WiLo wurde als Hybridtechnologie entwickelt, die Wi-Fi und das Long-Range-Netzwerkprotokoll (LoRa) kombiniert
- WiLo ist so konzipiert, dass es auf bestehender Wi-Fi- und LoRa-Hardware genutzt werden kann
- Wi-Fi ist bei Reichweite und hohem Stromverbrauch eingeschränkt, während LoRa auf Fernkommunikation und geringen Energiebedarf ausgelegt ist
- Mit WiLo werden die Vorteile beider Kommunikationsprotokolle ohne zusätzliche Technik kombiniert und maximiert
- Das senkt Kosten, Komplexität und potenzielle Fehlerquellen und macht IoT-Deployments effizienter und besser skalierbar
- Es kann auf Internet-of-Things-(IoT)-Technologien angewendet werden, etwa auf Langstrecken-Sensornetzwerke in der Landwirtschaft oder in Smart Cities
Details zum WiLo-Experiment
- Die Forschenden führten das WiLo-Experiment mit dem von Semtech hergestellten SX1280-LoRa-Transceiver durch
- Das 2,4-GHz-Kommunikationsband des SX1280 wird mit Wi-Fi sowie anderen Standards und Technologien geteilt, aber Wi-Fi- und LoRa-Signale sind nicht kompatibel
- Die Forschenden entwickelten einen Algorithmus, der die Frequenz von Wi-Fi-Datenübertragungssignalen so manipuliert, dass sie mit den Signalen übereinstimmt, die LoRa-Geräte zur Kommunikation mit anderen Geräten verwenden
- WiLo wurde in Innen- und Außenbereichen auf Distanzen von bis zu 500 m getestet und erreichte eine Erfolgsquote von 96 %
Vorteile und Grenzen von WiLo
- Ein Vorteil von WiLo ist, dass es auf bestehender Hardware laufen kann und dadurch keine erheblichen Rollout-Kosten oder zusätzliche Komplexität verursacht
- Eine der Grenzen von WiLo ist der zusätzliche Stromverbrauch, der entsteht, wenn Wi-Fi-Geräte Kommunikation und Signalemulation gleichzeitig verarbeiten müssen
Nächste Schritte zur Kommerzialisierung
- Das System muss weiter optimiert werden, um Energieeffizienz, Datenrate und Robustheit gegenüber Interferenzen zu verbessern
- Erforderlich sind zudem die Einhaltung von Industriestandards und die Integration von Sicherheitsmaßnahmen für technologieübergreifende Kommunikation
Meinung von GN⁺
- Die WiLo-Technologie ist ein innovativer Ansatz, um die Probleme der geringen Reichweite und des hohen Stromverbrauchs von Wi-Fi im IoT-Bereich zu lösen
- Dass bestehende Hardware genutzt werden kann, dürfte die Deployment-Kosten und die Komplexität deutlich senken
- Der zusätzliche Stromverbrauch von Wi-Fi-Geräten bleibt jedoch eine Herausforderung, die mit Blick auf Batterielaufzeit und Energieeffizienz gelöst werden muss
- Das Potenzial für den Einsatz in unterschiedlichen IoT-Umgebungen wie Landwirtschaft und Smart Cities ist hoch, allerdings dürfte eine Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen Anwendungseigenschaften nötig sein
- Für IoT-Fernkommunikation sind LPWAN-Technologien wie LoRaWAN, Sigfox und NB-IoT bereits kommerziell im Einsatz; deshalb ist es wichtig, gegenüber ihnen Differenzierung und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen
2 Kommentare
Ich habe mich gefragt, ob es vielleicht für Low-Power-Geräte nutzbar wäre, und einen Mitarbeiter von Nordic Semi gefragt. Er meinte, dass ihre Chips das wohl nicht unterstützen werden. Wie es bei Espressif aussieht, weiß ich allerdings nicht...
Hacker-News-Kommentare
WiLo ist ein neues algorithmisches Framework, das gerichtete Kommunikation von Wi‑Fi zu LoRa ermöglicht. Es erlaubt, mit Wi‑Fi-Hardware 2,4-GHz-LoRa-Wellenformen zu erzeugen.
Ich würde mir wünschen, dass die Geschwindigkeit von Wi‑Fi schrittweise auf 1 kbps oder 100 bps sinkt. Physikalisch ist das auch ohne zusätzliche Sendeleistung möglich.
Falls es stimmt, dass Wi‑Fi 500 Meter erreicht hat, konnte man sich schon früher in den 802.11b-Zeiten mit Netzwerken in mehreren hundert Metern Entfernung verbinden.
Ich frage mich, wie diese Technik Funküberlastung handhaben würde, wenn sie sich als Standard etabliert und viele Geräte in Reichweite sind.
Diese Technik ist kein Teil des offiziellen Wi‑Fi-Standards bzw. der Spezifikation.
Ich frage mich, wie die Geschwindigkeit aufrechterhalten wird.
Es ist erstaunlich, dass Starlink-Terminals weder LoRa noch HaLow enthalten. Für abgelegene Bauernhöfe und Ähnliches könnte das eine offensichtliche Verbesserung sein.
Ich frage mich, ob LoRa patentiert und proprietär ist.
Ich frage mich, ob 802.11ah nicht bereits existiert.
Es wird weiterhin über Smart Cities gesprochen.