Schweiz verpflichtet den öffentlichen Sektor zu Open-Source-Software
(news.itsfoss.com)- Viele europäische Regierungen bemühen sich, sich von der proprietären Software von Big Tech und anderen Wettbewerbern zu lösen
- Die Schweizer Regierung hat jedoch einen seltenen und ungewöhnlichen Schritt in der heute von Big Tech dominierten Welt umgesetzt
EMBAG - Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben
- EMBAG ist ein Bundesgesetz über die Erfüllung von Behördenaufgaben mit elektronischen Mitteln, das 2023 verabschiedet wurde und kürzlich in Kraft getreten ist
- Nach diesem Gesetz müssen alle staatlichen Stellen des öffentlichen Sektors Open-Source-Software verwenden, zusätzlich sind sie verpflichtet, den von ihnen entwickelten Quellcode offenzulegen
- Bei Konflikten mit Rechten Dritter oder aus Sicherheitsgründen kann der Code jedoch unveröffentlicht bleiben
- Außerdem gibt es nach derselben Regelung in Artikel 9 einen Mechanismus, mit dem öffentliche Stellen zusätzliche Leistungen in Bereichen wie Wartung, Integration und Infrastruktursicherheit erbringen können, wobei zur Deckung dieser Kosten eine angemessene Vergütung vorgesehen ist
- Einer der lautstärksten Befürworter dieser Offenheit in der Schweizer Regierung ist Dr. Matthias Stürmer, Direktor des Instituts Public Sector Transformation an der Universität Bern
- Im Gespräch mit dem Open Source Observatory ergänzte er:
Das neue Schweizer 'Public Money Public Code'-Gesetz bietet große Chancen für Regierung, IT-Industrie und Gesellschaft
Alle Beteiligten profitieren von dieser neuen Regelung: Der öffentliche Sektor reduziert Vendor Lock-in, Unternehmen bauen digitale Business-Lösungen aus, und Steuerzahler geben weniger für IT-Lösungen aus und erhalten dank mehr Wettbewerb und Innovation bessere Dienstleistungen - Wer tiefer verstehen möchte, wie EMBAG entstanden ist, kann den Artikel von Dr. Stürmer „Open by Default“ gesetzlich verankern lesen (auf Deutsch)
Zusammenfassung von GN⁺
- Die Schweizer Regierung hat das EMBAG-Gesetz in Kraft gesetzt, das den Einsatz von Open-Source-Software im gesamten öffentlichen Sektor vorschreibt
- Das Gesetz soll Vendor Lock-in im öffentlichen Sektor reduzieren, das Wachstum digitaler Business-Lösungen von Unternehmen fördern und Steuerzahlern bessere Dienstleistungen bieten
- Dr. Matthias Stürmer betont die Notwendigkeit dieses Gesetzes und argumentiert, dass mit öffentlichen Mitteln entwickelter Code zum Nutzen der Allgemeinheit offengelegt werden sollte
- Auch ein deutsches Bundesland bewegt sich in Richtung eines Ersatzes von Microsoft-Software durch Open-Source-Software
- Diese Veränderungen fördern Wettbewerb und Innovation in der IT-Industrie und ermöglichen Kosteneinsparungen im öffentlichen Sektor
3 Kommentare
Ich wünschte, auch Korea würde sich in diese Richtung entwickeln.
Sie müssen die CSAP-Zertifizierung erhalten, werter Kunde.