- Amazons Echo-Lautsprecher wurden zwar breit verkauft, sind aber ein Beispiel für eine Art von Geschäft, die Unternehmen nicht wollen: Sie verursachen enorme Verluste
- CEO Andy Jassy versucht, dieses Problem zu lösen und sich von den Buchhaltungstricks zu lösen, die Amazon in diese Lage gebracht haben
Das Rentabilitätsproblem von Echo
- Als Amazon 2014 die Echo-Smart-Home-Geräte mit dem Sprachassistenten Alexa auf den Markt brachte, übernahm das Unternehmen die Strategie von Gillette
- Zwar besitzen viele Kunden Geräte mit Alexa-Unterstützung, doch die Idee, über Echo Produkte bei Amazon zu kaufen, hat sich nicht verwirklicht
- Kunden nutzen Echo hauptsächlich für kostenlose Anwendungen wie das Stellen von Weckern oder das Abrufen des Wetters
- Infolgedessen hat Amazon mit Echo und anderen Gerätesparten Verluste in Milliardenhöhe eingefahren
Fehlurteil aus der Ära Jeff Bezos
- Was der heutige CEO Andy Jassy ändern will, ist ein schwerwiegender Fehlentscheid, den Amazon unter Gründer Jeff Bezos getroffen hat
- Um die Verluste auszugleichen, will Amazon noch in diesem Monat einen kostenpflichtigen Alexa-Dienst einführen, doch einige Ingenieure äußern Zweifel an den Erfolgsaussichten
Das Problem mit der Kennzahl "Downstream Impact"
- Die vage Kennzahl "Downstream Impact" (DSI), die in der Bezos-Ära geschaffen wurde, erklärt, warum Geräte wie Echo trotz langjähriger hoher Verluste kaum beeinträchtigt wurden
- DSI weist einen finanziellen Wert auf Basis der Ausgaben zu, die Kunden nach dem Kauf eines Produkts oder Dienstes innerhalb des Amazon-Ökosystems tätigen
- In einigen Fällen wie beim Kindle funktionierte das DSI-Modell gut, insbesondere bei Echo-Geräten jedoch nicht
- DSI ist eine intern verwendete Schätzung und weder besonders wissenschaftlich noch präzise
- Zudem gab es das Problem, dass derselbe Umsatz zwischen Geschäftsbereichen doppelt gezählt wurde
Jeff Bezos' Unterstützung für Echo
- Das Gerätegeschäft war ein Herzensprojekt von Bezos, und trotz enormer Verluste hielt er an den Investitionen fest und baute die Belegschaft aus
- 2018 und 2019 lagen die Verluste im Gerätegeschäft jeweils bei mehr als 5 Milliarden beziehungsweise 6 Milliarden US-Dollar
- Trotz Bezos' berühmtem Motto "fail fast" häuften sich die Verluste über Jahre hinweg an
Andy Jassys Prüfung der Rentabilität
- Nach seinem Amtsantritt als CEO begann Jassy umgehend mit einer Überprüfung der Rentabilität der einzelnen Amazon-Geschäftsbereiche
- Entwicklungsteams für neue Produkte mit unklarer Rentabilität wurden aufgelöst, und bestehende Produktteams erhielten die Anweisung, Einnahmequellen zu entwickeln, ohne sich auf DSI zu stützen
- Im Oktober 2022 stellte Amazon das verlustbringende Videotelefonie-Gerät Amazon Glow nur ein Jahr nach der Einführung wieder ein
Plan zur Monetarisierung von Alexa
- Jassys Team nahm Alexa und Echo-Geräte ins Visier und suchte nach Wegen zur Monetarisierung
- Unter dem Codenamen "Banyan" arbeitet Amazon an einem kostenpflichtigen Alexa-Dienst namens "Remarkable Alexa"
- Er soll auf einem neuen Technologie-Stack basieren und stärker auf generative KI setzen
- Einige Teammitglieder bezweifeln jedoch, ob Kunden noch einen weiteren kostenpflichtigen Abodienst wollen und ob das neue Alexa ein Produkt bieten kann, das den Preis wert ist
Meinung von GN⁺
- Amazons Echo und Alexa sind in Haushalten weit verbreitet, kämpfen aber wegen Rentabilitätsproblemen. Zugleich ist der Wettbewerb im Markt für Sprachassistenten mit Konkurrenten wie Google und Apple intensiv
- Die Abhängigkeit von vagen internen Kennzahlen wie DSI scheint es erschwert zu haben, die tatsächliche Rentabilität des Geschäfts korrekt zu erfassen. Unter CEO Jassy werden offenbar strengere Rentabilitätsmaßstäbe angelegt
- Damit ein kostenpflichtiger Alexa-Dienst erfolgreich sein kann, muss er einen klar differenzierten Mehrwert gegenüber dem bisherigen kostenlosen Dienst bieten. Eine bloße Umstellung auf ein Bezahlmodell könnte Kundenabwanderung kaum verhindern
- Der Fall Amazon Echo zeigt, dass selbst innovative Produkte ohne klares Erlösmodell schwer nachhaltig zu betreiben sind. Auch eine Niedrigpreisstrategie zur frühen Markteroberung kann langfristig zur Belastung werden
- Da sich die Technologie im Bereich Voice AI rasant weiterentwickelt, muss Amazon die Fähigkeiten von Alexa weiter stärken. Gleichzeitig braucht es Maßnahmen gegen Probleme wie Datenschutz und algorithmische Verzerrungen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
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Geteilte Erfahrungen aus der Arbeit in Amazons Alexa-Organisation
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Echo wird hauptsächlich für kostenlose Apps verwendet (Wecker stellen, Wetter prüfen)
Das Alexa-Team braucht einen Führungswechsel
Probleme bei der Monetarisierung von Sprach-/Chat-Apps
Probleme mit der Kennzahl "Downstream impact"
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