5 Punkte von quarter 2024-06-28 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Ich war dem AI-Boom gegenüber schon immer eher skeptisch. Denn ich habe oft erlebt, dass sich der Preis verdoppelt, obwohl bestehenden Technologien nur das Schlagwort AI hinzugefügt wurde, oder dass eher unspektakuläre Technik als Hi-tech getarnt wird. Auch die Venture-Capital-Investoren auf der diesjährigen Collision-Technologiemesse in Toronto äußerten eine ähnliche Einschätzung.

Ich habe den entsprechenden Artikel aus dem THE WALL STREET JOURNAL zusammengefasst.


Der Aufstieg von Investitionen in AI-Startups und ihre Risiken

  • Investitionen in Startups im Bereich Künstliche Intelligenz (AI) sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen.
  • Insbesondere seit dem ChatGPT-Hype rücken Tech-Startup-Investitionen noch stärker in den Fokus, zugleich werden aber auch immer mehr Warnungen laut, die Risiken mit der Blase der Dotcom-Ära zu vergleichen.
  • Der ChatGPT-Hype erreichte laut Investoren bereits im vergangenen Jahr seinen Höhepunkt.

Überlebenschancen von AI-Startups

  • Von den 1.623 Startups, die an der Collision-Konferenz teilnahmen, wurde berichtet, dass nur 20 % AI-Produkte entwickeln. (Startups mit einer „AI-Komponente“ im Geschäft nicht eingerechnet)
  • Von diesen dürfte nur ein kleiner Teil die kommenden Jahre überleben; Investoren achten auf Unternehmen mit langfristigem Geschäftsmodell und originärer Technologie.
  • Investoren suchen zunehmend nach Startups mit Geschäftsmodellen, die langfristig überlebensfähig sind, mit Produkten zur Lösung geschäftlicher Probleme in Unternehmen und mit Zugang zu Repositorien aus personenbezogenen oder proprietären Daten, um AI-Modelle zu trainieren.
  • Die größte Herausforderung für AI-Startups besteht darin, große Datenmengen zu sichern, doch vielen Startups fehlt genau das.
  • Um Large Language Models im Maßstab von OpenAI zu trainieren, sind Millionen von Dollar für Compute-Ressourcen und AI-Chips nötig — ein Bereich, in dem neue Startups kaum wettbewerbsfähig sein können.

Aktueller Stand der Investitionen in AI-Startups

  • Der Dotcom-Boom Ende der 1990er Jahre wurde zum „Chaos“, weil jede Venture-Capital-Firma in diesen Bereich investieren musste; das führte zu Kosteninflation bei Posten wie Personal und Büroflächen.
  • In den vergangenen Jahren haben Investitionen in den AI-Sektor Rekordniveau erreicht. Laut CB Insights verfünffachte sich das Gesamtvolumen der Investitionen in Generative AI im vergangenen Jahr auf 21,8 Milliarden US-Dollar. Die durchschnittliche Rundengröße lag bei 51 Millionen US-Dollar, verglichen mit dem Branchenschnitt von 8 Millionen US-Dollar.
  • So wurde Mistral AI jüngst mit 6 Milliarden US-Dollar bewertet und sammelte 650 Millionen US-Dollar ein. Amazon investierte zudem 2,75 Milliarden US-Dollar in Anthropic und erhöhte damit sein Gesamtinvestment auf 4 Milliarden US-Dollar; außerdem erhielt CoreWeave 7,5 Milliarden US-Dollar an privat platzierten Fremdmitteln.
  • Joseph Domani, Partner bei Thomson Reuters Ventures, sagte: „Wenn Leute sagen: ‘Wir investieren in AI’, ist das fast so, als würde man sagen, man investiere in Software. Das bedeutet nicht besonders viel. Entscheidend ist das Produkt.”

Alex Mans, Gründer von Flyr, sagte, er habe sich 50 AI-Startups angesehen, und die meisten davon hätten Produkte entwickelt, die im Wesentlichen dieselben Funktionen wie bestehende AI-Modelle bieten. Mit seinen Worten sei das „wie vertikale Software as a Service, aber letztlich nur eine hübsche Oberfläche auf einem Large Language Model“.

Matt Wood, Vice President für AI-Produkte bei Amazons Cloud-Sparte, sagte ebenfalls, einige AI-Startups seien vom Tempo der technologischen Entwicklung abgehängt worden. Die Nutzung von AI-Modellen wie OpenAIs GPT-4 biete seiner Aussage nach keine große Differenzierung.

Am Ende könnte also der Tag kommen, an dem die zahlreichen AI-Startups zum Problem werden, die im Zuge des Branchenbooms wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, ohne dass ihnen eine grundlegende Produktüberlegenheit zugrunde liegt. Was denkt ihr darüber? Schreibt es in die Kommentare.

Quelle: Can AI Startups Outrun Dot-Com Bubble Comparisons? Investors Aren’t So Sure. - WSJ


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