2 Punkte von GN⁺ 2024-06-17 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Der Raspberry Pi 5 kann mit kleinen Mini-PCs nicht mithalten

Vergleich zwischen Raspberry Pi und Mini-PCs

  • Der Raspberry Pi 5 wurde gegenüber dem Vorgängermodell in der Leistung verbessert, ist aber weiterhin durch die SD-Karten-Performance eingeschränkt.
  • Während der Pandemie führte die Knappheit beim Raspberry Pi dazu, dass viele nach Alternativen suchten.
  • 1-Liter-Mini-PCs von Dell, Lenovo und HP haben sich dabei als Alternative etabliert.

Hardware-Vergleich

  • HP Elitedesk Mini G3 800

    • CPU: Intel i5-6500 (65W)
    • RAM: 16GB (maximal 32GB)
    • Speicher: 250GB SSD
    • Netzwerk: 1Gb (Intel)
    • Preis: €160
    • Leerlaufleistung: 4W
  • HP Elitedesk Mini G4 705

    • CPU: AMD Ryzen 3 PRO 2200GE (35W)
    • RAM: 16GB (maximal 32GB)
    • Speicher: 250GB NVME
    • Netzwerk: 1Gb (Realtek)
    • Preis: €115
    • Leerlaufleistung: 10W

Leistungsvergleich

  • Die Intel-i5-6500-CPU ist bei der Single-Core-Leistung 13% schneller als der AMD Ryzen 3 PRO.
  • Beide Mini-PCs sind bei der Single-Core-Leistung 42% bis 62% schneller als der Raspberry Pi 5.

Speicherleistung

  • Der Raspberry Pi 5 unterstützt standardmäßig keine NVME SSD.
  • Mini-PCs unterstützen SATA-SSDs und NVME-SSDs und bieten dadurch eine bessere IO-Performance.

Geräuschpegel

  • Beide Systeme sind im Leerlauf kaum hörbar.
  • Das AMD-System ist unter Volllast lauter.

Stromverbrauch im Leerlauf

  • Elitedesk 800 (Intel)

    • Nach der Installation von Debian 12 lässt sich der Leerlaufverbrauch auf 3,5W senken.
    • Mit dem Befehl powertop --auto-tune sind zusätzliche Energieeinsparungen möglich.
  • Elitedesk 705 (AMD)

    • Nach der Installation von Debian 12 lässt sich der Leerlaufverbrauch auf 10–11W senken.
    • Mit dem Befehl powertop --auto-tune und durch das Abtrennen des Monitors sind zusätzliche Energieeinsparungen möglich.

Fazit

  • Gebrauchte 1-Liter-Mini-PCs eignen sich besser als Home-Server als der Raspberry Pi 5.
  • Die wichtigsten Vorteile sind CPU-Leistung, integrierte SSD-/NVME-Unterstützung, Erweiterbarkeit auf bis zu 32GB RAM und ein konkurrenzfähiger Preis auf dem Gebrauchtmarkt.

Meinung von GN⁺

  • Leistung und Erweiterbarkeit: Mini-PCs bieten mehr Leistung und eine bessere Erweiterbarkeit als der Raspberry Pi und eignen sich daher für verschiedenste Einsatzzwecke.
  • Stromverbrauch: Mini-PCs bieten bei einem ähnlichen Stromverbrauch wie der Raspberry Pi deutlich mehr Leistung.
  • Speicher: Fehlende NVME-SSD-Unterstützung ist beim Raspberry Pi 5 ein großer Nachteil bei der Speicherleistung.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Gebrauchte Mini-PCs bieten starke Leistung fürs Geld und eignen sich gut als Home-Server oder für Experimente.
  • Alternative Produkte: Auch Small-Form-Factor-PCs wie der Intel NUC sind überlegenswerte Alternativen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-06-17
Hacker-News-Kommentare
  • Veränderte Rolle des Raspberry Pi: Der Raspberry Pi wird inzwischen nicht mehr als günstiger Computer für Bildung oder Hobby gesehen, sondern als Entwicklungs-Kit für Hersteller. Da er Mainline-Linux gut unterstützt, sind Elektronikingenieure bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

  • Hardware-Funktionen des Raspberry Pi: Der Raspberry Pi legt viele Pins und Hardware-Funktionen offen und weckt dadurch wieder Interesse an der Elektronik. Er ist für mehr als nur die Nutzung als einfacher Computer ausgelegt.

  • Wechsel zu Micro-PCs: Ein Nutzer hat Retro Pi durch einen Micro-PC ersetzt. Er schätzt zwar die Flexibilität und Community des Pi, aber für Zwecke wie Heimkino oder Home Assistant seien gebrauchte Micro-PCs besser geeignet.

  • Geringe Attraktivität von Mini-PCs: Für manche ist der Reiz von Mini-PCs gering. Beim Raspberry Pi lässt sich das Netzteil leicht austauschen, und er kann für viele unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Mini-PCs hätten dagegen kaum einen Nischenvorteil.

  • Microcontroller und Docker-Images: Viele Menschen nutzen den Raspberry Pi, weil sie Microcontroller oder Docker-Images nicht kennen. Der Pi ist nützlich, wenn man beides braucht, andernfalls treibt er eher den Preis in die Höhe.

  • Thin Clients als Alternative: Thin Clients wie der Fujitsu Futro s740 und der Dell Wyse 5070 können gute Alternativen sein. Sie bieten niedrigen Stromverbrauch und hohe Leistung und sind gebraucht günstig zu bekommen.

  • Wahl je nach Einsatzbereich: Die Entscheidung hängt vom Verwendungszweck ab. Wer hohe Rechenleistung und gute Konnektivität will, greift eher zum Mini-PC; wer GPIO braucht, ist mit dem Raspberry Pi besser bedient.

  • Empfindlichkeit gegenüber Lärm: In kleinen Wohnungen oder bei Lärmempfindlichkeit kommen lüfterlose N100-Systeme oder der Raspberry Pi infrage. Ein Lenovo-i5-6500-System bietet zwar ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, kann aber Geräusche verursachen.

  • Neuprodukte vs. Gebrauchtgeräte: Der Vergleich zwischen neuen und gebrauchten Geräten ist wichtig. Der Raspberry Pi punktet mit seinem Ökosystem, lüfterlosem Design und günstigem Preis. Für Hobbyprojekte werden oft ESP32/ESP8266 verwendet.

  • Leistungssteigerung älterer PCs: Wer ältere PCs nutzen will, kann die Leistung deutlich steigern, indem er Spectre- und Meltdown-Gegenmaßnahmen deaktiviert und CPU-Mikrocode entfernt. Im Homelab seien solche Gegenmaßnahmen nicht nötig.