Französisches Gericht ordnet DNS-Sperren für Google, Cloudflare und Cisco an
DNS-Manipulation auf Ebene lokaler ISPs
- 2023 beantragte Canal+ bei einem französischen Gericht die Sperrung von Piraten-Websites für Sport-Streaming.
- Das Gericht gab dem Antrag von Canal+ statt und verlangte von ISPs wie Orange, SFR, OutreMer Télécom, Free und Bouygues Télécom technische Maßnahmen.
- Die ISPs manipulierten ihre eigenen DNS-Resolver, um den Zugriff auf die betreffenden Websites zu blockieren.
Manipulation öffentlicher DNS-Dienste: eine Maßnahme, die noch weiter geht
- Als Nutzer die Sperren durch die Nutzung anderer DNS-Anbieter umgingen, leitete Canal+ rechtliche Schritte gegen öffentliche DNS-Anbieter wie Cloudflare, Google und Cisco ein.
- Nach Artikel L333-10 des französischen Sportgesetzbuchs können Rechteinhaber bei wiederholten illegalen Übertragungen von Sportveranstaltungen alle geeigneten Maßnahmen verlangen.
Anordnung gegen Google, Cloudflare und Cisco zur Verhinderung von Umgehungen
- Ein Pariser Gericht ordnete an, dass Google, Cloudflare und Cisco Maßnahmen ergreifen müssen, damit Internetnutzer in Frankreich nicht auf rund 117 Piraterie-Domains zugreifen können.
- Googles Anwalt Sébastien Proust argumentierte, dass diese Maßnahme nur geringe Auswirkungen auf Piraterie haben werde.
- Einer Untersuchung zufolge würden durch die DNS-Sperren nur 0,084 % aller französischen Internetnutzer betroffen sein.
Gericht weist Einwände gegen die Sperren zurück
- Das Pariser Gericht entschied, dass die Zahl der Nutzer alternativer DNS-Dienste und die Einfachheit eines DNS-Wechsels nichts miteinander zu tun haben.
- Canal+ besitzt die Übertragungsrechte und hat damit das gesetzliche Recht, eine Sperranordnung zu beantragen.
- Google erklärte, der Anordnung Folge leisten zu wollen.
Meinung von GN⁺
- Technische Umgehungsmöglichkeiten: DNS-Sperren lassen sich durch die Nutzung eines VPNs und ähnlicher Mittel leicht umgehen. Das verringert ihre Wirksamkeit.
- Datenschutzprobleme: Eingriffe bei öffentlichen DNS-Anbietern können das Risiko von Eingriffen in die Privatsphäre der Nutzer erhöhen.
- Rechtliche Kontroversen: Rechtliche Maßnahmen gegen öffentliche DNS-Anbieter könnten Debatten über die Freiheit des Internets auslösen.
- Alternative Technologien: Neben DNS-Sperren könnten auch Technologien wie DPI (Deep Packet Inspection) eingesetzt werden. Diese können jedoch noch größere Datenschutzprobleme verursachen.
- Bedarf an Nutzeraufklärung: Langfristig könnte es wirksamer sein, Nutzer dazu zu bewegen, legale Streaming-Dienste zu verwenden.
3 Kommentare
Da gehen sie sogar noch einen Schritt weiter als bei uns. Aber sie werden wohl nicht wie bei uns direkt die Pakete inspizieren, oder?
Ich denke, sie decken es zwar auf, stoppen es aber nicht ... Ob im Osten oder im Westen, Zensur ist letztlich überall ähnlich ....
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