Der seltsame Nerd kommt mit Trade-offs
(writingruxandrabio.com)- In letzter Zeit haben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler „Frauen in STEM“ unterstützt, sich dann aber über Katalin Karikó geärgert, die Mit-Erfinderin der mRNA-Technologie und Nobelpreisträgerin von 2023
- Karikó erwähnt in ihrem Buch, dass die Wissenschaft zu sehr von Gefälligkeiten und politischen Spielchen bestimmt werde
- Deshalb wurde sie von vielen kritisiert
„Ich habe gelernt, dass man, um an Forschungseinrichtungen wie der University of Pennsylvania erfolgreich zu sein, Fähigkeiten braucht, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Man musste sich selbst und seine Forschung verkaufen, Geld einwerben, Menschen zufriedenstellen und die politische Leiter hinaufklettern, um Mentoring zu bekommen. An solchen Fähigkeiten hatte ich kein Interesse.“
- Karikó galt in der Wissenschaft als „seltsamer Nerd“ und wollte sich nicht auf politische Spielchen einlassen
- Viele „seltsame Nerds“ finden im Internet einen Zufluchtsort
- Sie sind für kreative und intellektuelle Arbeit geeignet, passen aber oft nicht gut in gewöhnliche Berufe
Genies sind selten
- Karikó wanderte aus Ungarn in die USA aus und widmete sich der Forschung an mRNA-Impfstoffen, erreichte jedoch lange weder große Erfolge noch hohes Ansehen
- Sie besaß intellektuellen Mut, eine in der Wissenschaft äußerst wichtige Eigenschaft
- Genies sind sehr selten und brillieren meist nur in einem bestimmten Bereich
Auch die schlechten Seiten gehören dazu
- Um intellektuellen Mut zu haben, braucht man auch eine leicht „verrückte“ Seite
- Karikó spielte keine politischen Spiele, was es ihr ermöglichte, sich auf ihre Forschung zu konzentrieren
- Wer Zeit auf politische Spielchen verwendet, hat weniger Zeit für Wissenschaft
- Es kann schädlich sein, wenn akademische Institutionen Menschen nach Eigenschaften wie Extraversion oder Verträglichkeit auswählen
Soziale Tendenzen
- Eine wissenschaftliche Laufbahn beginnt mit viel Kleinarbeit und gewinnt erst nach und nach an Unabhängigkeit
- Die Postdoc-Phase bringt wissenschaftliche Eigenständigkeit, ist aber sehr instabil
- Wenn man PI (Principal Investigator) wird, werden politische Fähigkeiten noch wichtiger
- Karikó stieß in dieser Phase an eine Wand, was sowohl an ihrem Forschungsthema als auch an ihrer Persönlichkeit lag
- In STEM-Fächern sind die Einstiegshürden hoch, daher sind politische Spielchen weniger wichtig; in den Geistes- oder Sozialwissenschaften kann das ein noch größeres Problem sein
Meinung von GN⁺
- Intellektueller Mut: Der Fall Karikó zeigt, wie wichtig intellektueller Mut ist. Er ist für wissenschaftliche Entdeckungen unverzichtbar.
- Politische Spielchen: In der Wissenschaft können politische Spielchen die Qualität der Forschung beeinträchtigen. Es braucht ein Umfeld, in dem sich Forschende auf ihre Arbeit konzentrieren können.
- Diversität: Es ist wichtig, dass vielfältige Talente wie „seltsame Nerds“ nicht aus der Wissenschaft ausgeschlossen werden.
- Gesellschaftliches Vertrauen: Das Vertrauen in die Wissenschaft schwindet. Das könnte auch daran liegen, dass sie unterschiedliche Talente nicht ausreichend einbindet.
- Alternative Wege: Alternative Wege wie das Internet können für „seltsame Nerds“ ein wichtiger Zufluchtsort sein.
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