4 Punkte von GN⁺ 2024-06-03 | 3 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Der festgefahrene Vorschlag zu #ChatControl könnte letztlich doch von den Regierungen der Europäischen Union angenommen werden. Frankreich scheint seinen Widerstand aufzugeben
  • Der CEO von Signal sagte dazu Folgendes

    Signal lehnt diesen Vorschlag entschieden ab.
    Ohne jeden Zweifel würden wir den EU-Markt verlassen, statt den Datenschutz zu schwächen.
    Sollte dieser Vorschlag verabschiedet und zu unserem Nachteil umgesetzt werden, müssten wir diese Entscheidung treffen.
    Das ist Überwachungswein in einer Sicherheitsflasche.

3 Kommentare

 
ndrgrd 2024-06-03

Zensur wurde schon immer mit dem Vorwand der sozialen Stabilität gerechtfertigt.
Aber die Zeiten haben sich so sehr geändert, dass die Formulierung „soziale Stabilität“ nicht einmal mehr besonders überzeugend wirkt.
Umso trauriger ist es, dass sich die Denkmuster der da oben trotzdem nicht verändert haben.
In China wie in Südkorea scheint das neueste Repertoire für Zensur wohl Kinderpornografie zu sein.

Etwas zu verhindern ist ja gut, aber dafür die Daten der gesamten Bevölkerung überwachen zu wollen, unterscheidet sich letztlich nicht von der Forderung, zur Verbrechensbekämpfung in jedem Wohnzimmer eine CCTV-Kamera zu installieren.

 
GN⁺ 2024-06-03
Hacker-News-Kommentare
  • Die Erklärung im verlinkten Tweet scheint korrekt zu sein. Dem neuesten Entwurf der Regulierung zufolge sollen Nutzer von Apps und Diensten mit Chat-Funktion gefragt werden, ob sie wahllose und fehleranfällige Scans und Meldungen akzeptieren. Wenn Nutzer das Scannen ablehnen, können sie keine Bilder, Fotos, Videos und Links senden oder empfangen. Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste müssten automatische Durchsuchungen vor dem Nachrichtenversand implementieren. Das Scannen von Textnachrichten und Sprachkommunikation wurde verworfen. Chats von Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden und des Militärs sind ausgenommen.

  • Ein Kommentar fragt, ob es Tipps für „Mainstream“-Parteien gibt, die sich entschieden gegen diese Regulierung stellen. Nächste Woche finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Die Piratenpartei wird wohl kaum Sitze gewinnen.

  • Zentrale Dienste sind anfälliger für Überwachung. Signal sollte Self-Hosting und Föderation einführen.

  • Ein Kommentar meint, der Kampf der EU gegen Kinderpornografie scheine Ängste vor umfassender Online-Überwachung auszulösen. Das könnte Teil von Beschaffungslobbyismus und Korruption in der EU sein.

  • Ein Kommentar zu Signal, das gedroht hatte, das Vereinigte Königreich „zu 100 % zu verlassen“, falls der Online Safety Act die Privatsphäre verletzt. Auch diese Aussage zu dieser Regulierung dürfte wohl nur leeres Gerede sein.

  • Der aktuelle Gesetzentwurf hat derzeit keine Unterstützung durch eine Mehrheit. Selbst wenn er Kommission und Parlament passiert, dürfte er vor dem Europäischen Gerichtshof kaum Bestand haben.

  • Ein Kommentar wartet auf die Wiederbelebung eines Peer-to-Peer-Cloud-Konzepts, das GNUtella und das Signal-Protokoll kombiniert.

  • Ein Kommentar meint, eine Regulierung, nach der Nutzer von Apps und Diensten mit Chat-Funktion wahllose und fehleranfällige Scans akzeptieren müssen, müsste auf alle Web-Kommentar- und Messaging-Plattformen angewendet werden. Das würde bedeuten, dass alle Websites und Webdienste innerhalb der EU zugänglich sein müssten. Ob das realistisch umsetzbar ist, sei fraglich.

  • Ein Kommentar sagt, er werde die EU verlassen, falls diese Regulierung verabschiedet wird. Wohin, wisse er noch nicht.

  • „Wir werden eine sichere Messaging-Plattform dort betreiben, wo es eine Regierung gibt, die die Sicherheit von Messaging-Plattformen schützt“: Ein Kommentar dazu meint, das sei nachvollziehbar, aber nicht besonders interessant.