- Mobifree strebt ein mobiles Ökosystem an, das frei von Überwachung und Kontrolle durch Big Tech-Unternehmen ist
- Ein System, das alles umfasst: Betriebssystem, App Store, Cloud-Dienste, Messaging-App, E-Mail-Server und mehr
- Es stellt den Schutz der Privatsphäre an erste Stelle, verfolgt einen demokratischen Ansatz und fairen Wettbewerb und stützt den Betrieb der Software auf Open-Source-Lösungen
- Als menschenzentrierte, ethische Alternative priorisiert es Privatsphäre vor Gewinn und setzt auf Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Inklusion
Probleme des Big-Tech-Ökosystems
- Eine Handvoll Big-Tech-Unternehmen in einem einzigen Land bestimmt die Bedingungen des mobilen Telefon-Ökosystems
- Davon betroffen sind Endnutzer, die Apps herunterladen und nutzen wollen, Entwickler, die Schwierigkeiten bei der Veröffentlichung ihrer Lösungen haben, und auch Regierungen, die Bürgern Dienste über Apps bereitstellen möchten
- Durch Gatekeeping, Datenverfolgung und Zwang seitens Big Tech hat das aktuelle mobile Ökosystem erhebliche Probleme
- Für eine bessere Zukunft braucht es neue Alternativen
Die Rolle von Mobifree und F-Droid
- F-Droid setzt sich seit über 14 Jahren für die Rechte von Nutzern und Entwicklern ein und entwickelt Lösungen, die Privatsphäre über Gewinn stellen
- Daher ist es für F-Droid nur folgerichtig, als beitragender Partner am Mobifree-Projekt teilzunehmen
- F-Droid übernimmt die Aufgabe, ein dezentrales Verteilungssystem zu schaffen, über das Entwickler Apps an Android-Nutzer ausliefern können
- Im Mittelpunkt steht die Dreiecksbeziehung zwischen App-Entwicklern, App Stores und App-Nutzern
- Alle Beteiligten sollen an jedem Punkt dieser Interaktion echte Wahlfreiheit haben
- Das System soll ohne Nutzungsbedingungen oder die Registrierung eines Benutzerkontos funktionieren
- Entwickler können Apps über ihre eigenen Repositorien veröffentlichen
- Jeder App Store kann diese Repositorien nutzen, um Nutzern die Installation der Apps anzubieten
- Ist eine App Open Source, kann sie in das Haupt-Repository von F-Droid.org aufgenommen werden und durchläuft dann den bewährten ethischen Prüfprozess von F-Droid
- Nutzer erhalten echte Wahlfreiheit bei Apps und App Stores, zusätzlichen Schutzmechanismen für Privatsphäre sowie bei der Transparenz der Datennutzung
Staatliche Dienste und das Big-Tech-Ökosystem
- Regierungen stellen Bürgern Dienste über mobile Apps bereit
- In vielen Fällen werden mobile Apps zum bevorzugten Weg, um auf wichtige Dienste zuzugreifen
- Diese Apps sind oft ausschließlich über den Apple App Store oder Google Play verfügbar
- Um Apps dort zu installieren, müssen Nutzer deren Nutzungsbedingungen zustimmen
- Beide App Stores basieren darauf, Nutzer zu verfolgen und Daten zu verkaufen
- Dadurch erhalten Apple und Google Macht darüber, wie Bürger Dienste ihrer eigenen Regierung in Anspruch nehmen
- Auch Regierungen selbst sind von diesen Big-Tech-Gatekeepern abhängig
- Bürger, Regierungsbeamte und Angestellte müssen Apps verwenden, die nur bei Apple und Google veröffentlicht werden
Das Beispiel Österreich
- Als Schulen infolge der COVID-19-Maßnahmen auf Online-Lernen umstellen mussten, brauchten viele öffentliche Schulen Bildungs-Apps, damit Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Verbindung bleiben konnten
- Öffentliche Krankenversicherer verlangten von Bürgern, eine bestimmte App namens "Handy Signatur" herunterzuladen, um online auf ihr Konto zugreifen zu können
- Wer die Handy-Signatur-App hatte, konnte Petitionen unterschreiben und Impfnachweise herunterladen
- Ohne diese App war die Teilnahme an manchen Aktivitäten mit deutlich mehr Aufwand verbunden oder in einigen Fällen nahezu unmöglich
Reaktionen von Regierungen weltweit
- Regierungen auf der ganzen Welt ergreifen Maßnahmen, um die Dominanz von Big Tech einzudämmen
- Südafrika und das Vereinigte Königreich haben ihre Wettbewerbspolitik so geändert, dass sie auch die Freiheit der Nutzer in den Regulierungsrahmen einbezieht
- Japan arbeitet an neuen Gesetzen zur Öffnung des Mobilmarkts
- Auch die US-Regierung und viele einzelne Bundesstaaten haben Big Tech verklagt, um monopolistische Praktiken zu stoppen
Die Reaktion der EU
- Die EU hat mit dem Digital Markets Act Maßnahmen ergriffen, um Abstand zwischen Bürgern und Big-Tech-Gatekeepern zu schaffen
- Das stellt einen völlig neuen Ansatz im Umgang mit Gatekeeper-Unternehmen dar, die jede Form von Wettbewerb ausschließen wollen
- Aufbauend auf dem Erfolg der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurde ein wichtiger Schritt hin zu mehr Ethik, Demokratie und Bürgerorientierung gemacht
- All diese Bemühungen helfen dabei, mobilen Nutzern neue Möglichkeiten zu eröffnen
- Dank der Förderung durch Horizon Europe und die Mobifree-Partnerschaft kann F-Droid seine Open-Source- und datenschutzorientierten Lösungen mit einem größeren Publikum teilen
Veränderungen durch den DMA
- Google hat andere App Stores ausgegrenzt, indem es ihnen im Vergleich zum eigenen App Store eine schlechtere Third-Party-User-Experience bietet
- Der DMA verbietet es Google nun rechtlich, den eigenen App Store gegenüber Alternativen wie F-Droid zu bevorzugen
- Auch Apple hat sich erstmals für externe App Stores geöffnet
- Das ist ein hervorragender erster Schritt in die richtige Richtung, doch Regulierung und Klagen allein schaffen noch keine Software
- Vor diesem Hintergrund ist Mobifree bereit, die neuen Chancen des Marktes zu nutzen und ein beispielloses mobiles Erlebnis für Nutzer und Entwickler aufzubauen
- Im Zentrum stehen ethische Praktiken, digitale Souveränität, Fairness, Nachhaltigkeit und Inklusion
Wie man sich an der Mobifree-Bewegung beteiligen kann
- F-Droid ist eine der beteiligten Organisationen, die beim Aufbau dieses neuen mobilen Ökosystems mitwirken
- Um jedoch den traditionellen, von Big Tech geschaffenen Rahmen aufzubrechen, braucht es weitere Perspektiven, Fachwissen, Inspiration und konkrete Arbeit
- Unterstützung in jeder Form ist willkommen, von Community-Support über juristische Hilfe bis hin zu Entwicklern, Forschern und Endnutzern
- Wer Interesse hat, sich an der Mobifree-Bewegung zu beteiligen, kann über f-droid.org Kontakt aufnehmen
2 Kommentare
Mobifree-Projekt – Open-Source-Mobil-Ökosystem und die Rolle von f-Droid
Hacker-News-Kommentare
Probleme von F-Droid: F-Droid braucht noch viele Verbesserungen, bevor es für die breite Masse geeignet ist. Wenn man zum Beispiel nach „Browser“ sucht, erscheint Firefox nicht. Das liegt daran, dass die Suche von F-Droid genaue Teiltreffer verwendet und Firefox als „Fennec F-Droid -- Browse the web“ angezeigt wird.
Unzureichende Erklärung von Mobifree: Mobifree ist weder ein Software-Stack noch ein Konsortium. Es ist eine Förderung der EU für Open-Source-Entwickler. Dadurch könnten bestehende Anwendungen verbessert werden und neue Software- und Hardwareprojekte entstehen.
Problem des Internetzugangs: Das heutige globale Daten- und Überwachungssystem ist zu komplex und zu eng vernetzt. Ohne ein neues Internet aufzubauen, ist es unmöglich, sich dem aktuellen System zu entziehen.
MicroG und Mobifree: MicroG ist ebenfalls Teil von Mobifree. Manche Custom-ROMs enthalten MicroG nicht, weil sie Reaktionen von Google fürchten. MicroG ist eine Open-Source-Neuimplementierung der Google-Play-Dienste.
Design der Mobifree-Website: Das Design der Mobifree-Website ist schlecht und weckt Zweifel am technischen Aufwand.
Unzureichende Erklärung der Problemlösung: Mobifree erklärt nicht ausreichend, wie die Probleme gelöst werden sollen. Es wirkt wie reines Marketing.
Unklares Ziel von Mobifree: Es ist nicht klar, was Mobifree eigentlich ist. Der Blogbeitrag wirkt, als wäre er von einer KI erzeugt worden.
Bedarf an einem Zahlungsabwickler: Das Mobifree-Konsortium braucht einen Zahlungsabwickler. Derzeit wird eine Möglichkeit benötigt, kontaktloses Bezahlen oder In-App-Zahlungen auf dem Smartphone zu ermöglichen, ohne auf Google oder andere Big-Tech-Unternehmen angewiesen zu sein.
Nur für EU-Bürger nutzbar?: Es stellt sich die Frage, ob Mobifree nur von EU-Bürgern genutzt werden kann. Außerdem wird ein alternatives OS benötigt, das nicht auf Android basiert.
Problem der Google-OS-Basis: Auf einem Google-OS zu basieren, ist keine Alternative zu Big Tech. So wie ein Open-Source-Projekt von Microsoft nicht als Alternative gilt, gilt das auch für Projekte aus dem Google-Umfeld.