1 Punkte von GN⁺ 2024-05-23 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Der Konflikt zwischen OpenAI und Scarlett Johansson

  • OpenAI ist das Forschungsunternehmen, das mit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 künstliche Intelligenz in den Mainstream gebracht hat.
  • Kürzlich veröffentlichte Scarlett Johansson gegenüber Bobby Allyn von NPR eine Stellungnahme zur Präsentation von GPT-4o durch OpenAI.
  • Johansson äußerte ihre Wut darüber, dass OpenAI ihre Stimme nachgeahmt habe.

Johanssons Stellungnahme

  • Johansson erklärte, dass Sam Altman sie im September vergangenen Jahres gefragt habe, ob sie die Stimme für das ChatGPT-4.0-System liefern wolle, sie jedoch abgelehnt habe.
  • Neun Monate später habe sie festgestellt, dass die Stimme des neuen Systems „Sky“ ihrer eigenen viel zu ähnlich sei.
  • Sie leitete daraufhin rechtliche Schritte ein, und OpenAI stimmte widerwillig zu, die Stimme zu ersetzen.

Reaktion von OpenAI

  • OpenAI behauptet, dass die Stimme von Sky keine Nachahmung von Johanssons Stimme sei.
  • Altman entschuldigte sich für Johanssons Einwände und kündigte an, die Nutzung der Sky-Stimme einzustellen.

Hintergrund der Kontroverse

  • Während der Präsentation von GPT-4o veröffentlichte Altman einen Tweet, in dem er die Stimme von Sky mit der von Johansson verglich.
  • Johansson behauptet, Altman habe ihr zwei Tage vor der Präsentation erneut ein Angebot gemacht.
  • Nitasha Tiku von der Washington Post wies darauf hin, dass die Stimme von Sky von Anfang an Johansson ähnlich geklungen habe.

KI und Urheberrechtsprobleme

  • OpenAI gerät häufig in Kontroversen rund um Urheberrechtsfragen.
  • Das Unternehmen wird dafür kritisiert, Modelle mit großen Datenmengen ohne Erlaubnis trainiert zu haben.
  • Zuletzt wurden zudem urheberrechtliche Beschwerden zur Verwendung des OpenAI-Logos eingereicht.

Interne Konflikte

  • Auch innerhalb von OpenAI gibt es Unzufriedenheit mit Altmans Führungsstil.
  • Im vergangenen November verlor Altman das Vertrauen des Verwaltungsrats, wurde entlassen und kehrte später zurück.
  • Danach verließen mehrere Mitarbeitende das Unternehmen, einige äußerten ausdrücklich Misstrauen gegenüber Altmans Führung.

Geheimhaltung und Transparenzprobleme

  • OpenAI verlangt von seinen Mitarbeitenden sehr strenge Geheimhaltungsvereinbarungen.
  • Altman behauptete, diese Vertragsklauseln nicht gekannt zu haben, und versprach, sie zu ändern.
  • Altmans Verhalten steht jedoch oft im Widerspruch zu seinen öffentlichen Aussagen.

Meinung von GN⁺

  1. KI und Urheberrechtsprobleme: Mit dem Fortschritt der KI-Technologie werden Urheberrechtsfragen immer wichtiger. Der Fall OpenAI zeigt diese Probleme deutlich.
  2. Die Bedeutung von Transparenz: Für Technologieunternehmen ist es wichtig, Transparenz zu wahren. Die Geheimhaltungspolitik von OpenAI kann das Vertrauen untergraben.
  3. Die Rolle von Führung: Altmans Führungsstil kann Kontroversen auslösen. Entscheidend ist, das Vertrauen der Mitarbeitenden zu gewinnen.
  4. Ähnliche Beispiele: Vergleichbare KI-Sprachassistenten sind Amazons Alexa und Google Assistant. Sie verwenden keine Stimmen von Prominenten, um Urheberrechtsprobleme zu vermeiden.
  5. Worauf bei der Einführung von Technologie zu achten ist: Bei der Einführung von KI-Technologie sollten Urheberrechtsfragen und Transparenz berücksichtigt werden. Werden diese Probleme nicht gelöst, kann Vertrauen verloren gehen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-23
Hacker-News-Kommentar

Zusammenfassung der Hacker-News-Kommentare

  • Altmans Aussagen wirken so, als seien sie von Anwälten formuliert worden: technisch gesehen wahr, implizieren sie in der Praxis aber Unwahrheiten. Das wirke gerissen und täuschend, und jemandem wie ihm solle man die Zukunft nicht anvertrauen.

  • Die Entwicklung von AGI (allgemeiner künstlicher Intelligenz) schreite so schnell voran wie das Wettrennen um die Entwicklung der Atombombe, und Sams Aussagen, man werde vorsichtig vorgehen, hätten praktisch keine Bedeutung. Scarlett Johansson sei dabei nur das jüngste Opfer, und es bestehe die Sorge, dass künftig noch mehr Menschen geschädigt werden.

  • Da es viele Menschen mit einer Scarlett Johansson ähnlichen Stimme gebe, sei es selbstverständlich, jemand anderen mit einer ähnlichen Stimme einzusetzen, wenn sie eine Sprechrolle für OpenAI ablehne. Dass OpenAI vor ihr eingeknickt sei, sei ein Fehler gewesen.

  • An Sam Altman sei nichts besonders beeindruckend, und es wirke, als habe er sich die Leistungen der AI-Wissenschaftler und Ingenieure von OpenAI angeeignet. Das Unternehmen fühle sich lediglich wie ein Werkzeug für seinen Ehrgeiz und sein Vermächtnis an.

  • Kritik daran, dass die Debatte über Urheberrecht und Lizenzen im Zusammenhang mit AI zu einer „GPT vs Google“-Diskussion geworden sei. Das von Künstlern und Ingenieuren beigetragene Wissen sei in die AI-Modelle eingeflossen und lasse sich nicht mehr zurückholen.

  • Wenn man AI ausklammere, sei die Vorstellung unvernünftig, dass eine Synchronsprecherin mit einer Scarlett Johansson ähnlichen Stimme keine Sprechrolle übernehmen dürfe. Wenn Scarlett Johansson für eine Fortsetzung des Films „Her“ eine Sprechrolle ablehne, wäre es dann wirklich verwerflich, eine andere Sprecherin zu engagieren?

  • Die ganze Angelegenheit sei übermäßig aufgebauscht worden. Sam Altman habe es versucht, Scarlett Johansson habe Klage eingereicht, und ChatGPT habe die Stimme entfernt — mehr sei nicht passiert. Deshalb Sam Altman als schlechten Menschen darzustellen, sei nicht nachvollziehbar.

  • Es sei unvernünftig, dass eine von OpenAI engagierte Sprecherin nicht arbeiten dürfe, nur weil ihre Stimme der von Scarlett Johansson ähnele. Umgekehrt stelle sich die Frage, ob Scarlett Johansson klagen könnte, wenn sie die Stimme der Sprecherin nachahmen würde.

  • Sam Altman stecke in einer ähnlichen Reputationskrise wie Sam Bankman-Fried. Diese Sichtweise sei auch auf Twitter mehrfach geäußert worden.

  • Es habe ein unheilvolles Gefühl, als würde die Szene „Ich stimme nicht zu“ aus dem Film „Ghost in the Shell“ in der Realität nachgespielt.