Die Geschichte, wie ein Entwickler den CTO anlog
- Das ist eine Geschichte aus meiner Zeit vor einigen Jahren, als ich bei einem Fortune-500-Unternehmen gearbeitet habe
- Damals akquirierte der CTO für einen wichtigen Kunden aus seinem persönlichen Netzwerk ein großes Projekt und entschied, den Kernteil an einen großen technischen Dienstleister auszulagern
- Das „Produkt“ des Anbieters erforderte in Wirklichkeit jedoch massive Anpassungen, um zu den Anforderungen zu passen, und das war die denkbar schlechteste Wahl
- In den Status-Meetings mit dem CTO hielt niemand diese Idee für gut, aber alle sagten nur: „Gute Idee, Boss“
- Als der Anbieter das „Produkt“ schließlich lieferte, war bereits September, und der Death March für den Oktober-Launch begann
- Beim Testen wurden schwerwiegende Bugs entdeckt, darunter Performance-Probleme und das Erreichen des MongoDB-Dokumentlimits von 16 MB
- Dem Kunden wurde mitgeteilt, dass der Launch sich um einen Monat verzögere, und gleichzeitig wurde beschlossen, heimlich ein Projekt zu starten, das die Integration des Anbieters ersetzen sollte
- Ich war ein junger, leidenschaftlicher Entwickler und bekam drei Teammitglieder zugeteilt, mit denen ich die Entwicklung des Ersatzsystems begann
- Mitte Dezember hatten wir die Ersatzsoftware im vergangenen Monat fast fertiggestellt, aber alle waren ausgebrannt
- In diesem Moment kam der CTO vorbei und sagte, dass der Urlaub gestrichen werde, und ich antwortete: „Verstanden“
- Dann erinnerte ich mich an den Rat meines Vaters, sagte den Teammitgliedern, sie sollten in den Urlaub fahren, und nahm allein am Death-March-Status-Meeting mit dem CTO teil und log
- „Das Team arbeitet hart. Heute haben wir den 73. Milestone-Integrationspunkt erreicht“
- „Das Team hat gestern gute Fortschritte gemacht. Wir haben noch einen weiteren Web Service fertiggestellt“
- Eine Woche später kamen die ausgeruhten Teammitglieder zurück, und im Januar konnten wir pünktlich und erfolgreich launchen
Meinung von GN⁺
- Dies ist ein Fall, in dem die Leadership hervorsticht, mit der das Projekt trotz schlechter Bedingungen und überzogener Anforderungen erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. Besonders eindrucksvoll ist die Aufmerksamkeit für den Zustand des Teams
- Dennoch ist es nicht wünschenswert, den CTO anzulügen. Langfristig kann das zu Vertrauensverlust innerhalb der Organisation führen und größere Probleme verursachen
- Dass die Auswahl des Anbieters und das Management des Outsourcings scheiterten, liegt in hohem Maß in der Verantwortung des CTO. Im Prozess der Korrektur wäre jedoch eine transparentere und aktivere Kommunikation nötig gewesen
- Um Burnout bei Entwicklern zu verhindern, hätte von Anfang an ein realistischeres Zeitmodell aufgestellt und ausreichend Personal eingesetzt werden müssen. Crunch Mode ist eine Praxis, die vermieden werden sollte
- Als Alternative, die in ähnlichen Problemsituationen als Orientierung dienen kann, bietet sich die agile Methodik an. Durch die Wiederholung kurzer Entwicklungszyklen mit anschließendem Feedback lassen sich Risiken minimieren und die Arbeitsbelastung im Team steuern
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