1 Punkte von GN⁺ 2024-05-08 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

NYU-Professoren legten ihre Verbindungen zu Juul nicht offen

  • Laut einer Untersuchung von STAT arbeiteten die New Yorker Universitätsprofessoren David Abrams und Ray Niaura direkt mit Führungskräften des E-Zigaretten-Unternehmens Juul zusammen, legten diese Beziehungen jedoch weder in Fachjournalen noch gegenüber dem US-Kongress offen
  • Während das Problem des E-Zigarettenkonsums unter Jugendlichen gravierend war und viele Fachleute im Bereich Public Health umfassende Maßnahmen forderten, die die gesamte Branche erschüttern könnten, entwickelten sich Abrams und Niaura zu einflussreichen Stimmen, die bereit waren, E-Zigaretten als wirksame Public-Health-Strategie zur Reduzierung des Rauchens bei Erwachsenen oder zur Unterstützung beim Rauchstopp zu verteidigen, obwohl sie unter Jugendlichen immer beliebter wurden

Die Verbindungen von Professor Abrams zu Juul

  • Professor Abrams kommentierte E-Zigaretten häufig in Nachrichtenmedien wie CBS This Morning, CNN und The New Yorker
  • Laut Firmen-E-Mails stimmte Abrams sich 2017 und 2018 intensiv mit Juul über öffentliche Botschaften ab
  • Abrams bat Juul-Führungskräfte um Talking Points, erlaubte der Unternehmensführung, wissenschaftliche Artikel vor der Veröffentlichung zu prüfen, und nahm an Sitzungen des wissenschaftlichen Beirats von Juul teil, legte diese Verbindungen jedoch weder Journalverlagen noch der Öffentlichkeit offen

Meinung von GN⁺

  • Dieser Fall kann als Beispiel dafür gesehen werden, wie einige Personen in der Wissenschaft die Position bestimmter Unternehmen vertreten und dabei ihre Objektivität verlieren. Gerade bei Themen mit großen Auswirkungen auf die Gesundheit Jugendlicher kann das Verschweigen von Interessenkonflikten ein ethisches Problem darstellen
  • Zur Wirkung von E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung gibt es bislang noch keinen wissenschaftlichen Konsens, daher sollten die Behauptungen von Befürwortern von E-Zigaretten mit Vorsicht aufgenommen werden. Weitere Forschung zu den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen scheint notwendig zu sein
  • Um unangemessene Verflechtungen zwischen Unternehmen und Wissenschaft zu verhindern, erscheint es dringend notwendig, institutionelle Mechanismen zu schaffen, etwa die Pflicht zur Offenlegung von Interessenkonflikten bei Forschungsförderung oder Beratungstätigkeiten. Wichtig ist es, die Unabhängigkeit und Objektivität der Forschung zu sichern
  • Bei der Ausarbeitung von Regulierungsmaßnahmen für E-Zigaretten sollte darauf geachtet werden, dass kein übermäßiger Einfluss von Unternehmen ausgeübt wird. Die Gesundheit Jugendlicher sollte oberste Priorität haben, zugleich ist aber auch die mögliche Rolle als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung zu berücksichtigen, sodass ein ausgewogener Ansatz erforderlich scheint

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-08
Hacker-News-Kommentare
  • Erstaunen darüber, wie schnell Vaping massentauglich wurde. Eine Generation, die der Rauchsucht fast entkommen wäre, ist erneut in die Nikotinsucht geraten.
  • Erfahrungsbericht von jemandem, der in der Oberstufe war, als Juul erstmals populär wurde:
    • Anfangs machte er sich über Gleichaltrige lustig, die freiwillig nikotinsüchtig wurden, doch bald begannen auch Freunde in seinem Umfeld mit dem Vapen.
    • Acht Jahre später vapen seine Freunde noch immer weiter, und selbst wenn sie aufhören wollen, ist das nicht leicht.
    • Inzwischen dominieren Einweg-Vapes, bei denen das ganze Gerät entsorgt wird statt nur den Pod zu wechseln.
    • Viele Gleichaltrige haben sich neben der Nikotinsucht auch enorme Mengen an Elektroschrott eingehandelt.
  • Juul trieb die Verbreitung des Vapens in der Gen Z maßgeblich voran, und das setzt sich weiter fort. Der kurze Moment, in dem unsere Generation vielleicht nikotinfrei hätte werden können, wurde verpasst.
  • Ein perfektes Beispiel dafür, dass unser System nicht zum Wohl der Bürger oder des öffentlichen Interesses funktioniert. Geräte zur Verabreichung stark suchterzeugender Substanzen hätten grundsätzlich blockiert werden müssen, bis sie ausdrücklich zugelassen sind.
  • Es wird negative Auswirkungen des Vapens geben, und strengere Regulierung ist nötig, aber Juul auszuschalten und seinen Platz von unzähligen chinesischen Klonprodukten einnehmen zu lassen, war ein großer Fehler.
  • Die Netflix-Dokumentation zeigt gut, wie Menschen, die anfangs sichereres Rauchen anstrebten, aus Geldgründen nach und nach immer schlimmere Dinge rechtfertigen.
  • Dass so etwas immer weiter passiert, liegt daran, dass niemand für die Folgen Verantwortung trägt. Unternehmen haben schon immer für die Meinung von „Experten“ bezahlt und werden das auch weiterhin tun.
  • Das Verkaufsverbot für Pods mit Mangogeschmack wirkt willkürlich. Niemand verbietet Wodka mit Fruchtaroma.
  • Es war erstaunlich, dass ein Public-Health-Forscher die Nutzung von E-Zigaretten und Nikotinbeuteln durch Jugendliche als „sauber“ herunterspielte.
  • Erfahrungsbericht über eine Sucht nach Einweg-Vaporizern:
    • Der Umstieg auf eine nikotinfreie Version brachte nichts.
    • Seit sechs Monaten treten Symptome wie Brennen im Hals, Zittern sowie Taubheitsgefühle in Händen und Füßen auf.
    • Ob es an Wechselwirkungen mit Medikamenten oder an Formaldehyd liegt, ist unklar, aber dass Vaping nicht gesund ist, steht fest.
  • Worin unterscheidet sich das davon, dass Prominente offenlegen müssen, wenn es sich um bezahlte Werbung handelt?