NYU-Professoren legten ihre Verbindungen zu Juul nicht offen
- Laut einer Untersuchung von STAT arbeiteten die New Yorker Universitätsprofessoren David Abrams und Ray Niaura direkt mit Führungskräften des E-Zigaretten-Unternehmens Juul zusammen, legten diese Beziehungen jedoch weder in Fachjournalen noch gegenüber dem US-Kongress offen
- Während das Problem des E-Zigarettenkonsums unter Jugendlichen gravierend war und viele Fachleute im Bereich Public Health umfassende Maßnahmen forderten, die die gesamte Branche erschüttern könnten, entwickelten sich Abrams und Niaura zu einflussreichen Stimmen, die bereit waren, E-Zigaretten als wirksame Public-Health-Strategie zur Reduzierung des Rauchens bei Erwachsenen oder zur Unterstützung beim Rauchstopp zu verteidigen, obwohl sie unter Jugendlichen immer beliebter wurden
Die Verbindungen von Professor Abrams zu Juul
- Professor Abrams kommentierte E-Zigaretten häufig in Nachrichtenmedien wie CBS This Morning, CNN und The New Yorker
- Laut Firmen-E-Mails stimmte Abrams sich 2017 und 2018 intensiv mit Juul über öffentliche Botschaften ab
- Abrams bat Juul-Führungskräfte um Talking Points, erlaubte der Unternehmensführung, wissenschaftliche Artikel vor der Veröffentlichung zu prüfen, und nahm an Sitzungen des wissenschaftlichen Beirats von Juul teil, legte diese Verbindungen jedoch weder Journalverlagen noch der Öffentlichkeit offen
Meinung von GN⁺
- Dieser Fall kann als Beispiel dafür gesehen werden, wie einige Personen in der Wissenschaft die Position bestimmter Unternehmen vertreten und dabei ihre Objektivität verlieren. Gerade bei Themen mit großen Auswirkungen auf die Gesundheit Jugendlicher kann das Verschweigen von Interessenkonflikten ein ethisches Problem darstellen
- Zur Wirkung von E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung gibt es bislang noch keinen wissenschaftlichen Konsens, daher sollten die Behauptungen von Befürwortern von E-Zigaretten mit Vorsicht aufgenommen werden. Weitere Forschung zu den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen scheint notwendig zu sein
- Um unangemessene Verflechtungen zwischen Unternehmen und Wissenschaft zu verhindern, erscheint es dringend notwendig, institutionelle Mechanismen zu schaffen, etwa die Pflicht zur Offenlegung von Interessenkonflikten bei Forschungsförderung oder Beratungstätigkeiten. Wichtig ist es, die Unabhängigkeit und Objektivität der Forschung zu sichern
- Bei der Ausarbeitung von Regulierungsmaßnahmen für E-Zigaretten sollte darauf geachtet werden, dass kein übermäßiger Einfluss von Unternehmen ausgeübt wird. Die Gesundheit Jugendlicher sollte oberste Priorität haben, zugleich ist aber auch die mögliche Rolle als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung zu berücksichtigen, sodass ein ausgewogener Ansatz erforderlich scheint
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