Mangananreicherungen in der Sandsteinschicht im Gale-Krater auf dem Mars
- Der NASA-Rover Curiosity sucht im Gale-Krater auf dem Mars weiterhin nach Hinweisen auf Umgebungen, die mikrobielles Leben tragen könnten.
- Ein Forschungsteam mit dem auf dem Rover installierten ChemCam-Instrument entdeckte in den Gesteinen des ehemaligen Seegrunds im Gale-Krater eine überdurchschnittlich hohe Mangankonzentration.
- Das deutet darauf hin, dass die Sedimente am antiken Seeufer, in einem Delta oder einem Flusslauf entstanden sind.
- Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlicht.
Schwierigkeiten bei der Bildung von Manganoxiden auf der Marsoberfläche
- Patrick Gasda vom Los Alamos National Laboratory, der die Studie leitete, sagte, dass er auf der Marsoberfläche nicht erwartet hätte, dass Manganoxide in dieser Konzentration in Küstensedimenten gefunden werden, da es dort schwierig ist, Manganoxide zu bilden.
- Auf der Erde entstehen solche Sedimentgattungen häufig wegen des hohen Sauerstoffgehalts in der Atmosphäre, der durch photosynthetische Organismen erzeugt wird, und durch Mikroorganismen, welche die Manganoxidationsreaktion beschleunigen.
- Auf dem Mars gibt es keinen Lebensnachweis, und da der Mechanismus zur Erzeugung von Sauerstoff in der antiken Atmosphäre unbekannt ist, bleibt rätselhaft, wie und durch welche Prozesse Manganoxide gebildet und angereichert wurden.
- Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass in der Marsatmosphäre oder im Oberflächenwasser größere Prozesse abliefen, und zeigt, dass mehr Forschung nötig ist, um die Oxidation auf dem Mars zu verstehen.
Wie die manganreichen Sandsteinschichten entstanden
- Das Team untersuchte, wie Mangan in diese Sedimente eingetragen und angereichert wurde, etwa durch versickerndes Grundwasser an Seeufern oder Deltaausläufen, sowie welche Oxidationsmittel die Ausfällung von Mangan im Gestein beeinflusst haben könnten.
- Auf der Erde wird Mangan durch atmosphärischen Sauerstoff angereichert, und dieser Prozess wird oft durch Mikroorganismen beschleunigt.
- Mikroorganismen können verschiedene Oxidationszustände von Mangan für ihren Energiehaushalt nutzen.
- Wenn Leben auf dem antiken Mars existiert hätte, wäre die erhöhte Mangankonzentration in den Ufergesteinen eine Energiequelle für Leben gewesen.
Die antike Seenumwelt im Gale-Krater
- Nina Lanza, die Verantwortliche für das ChemCam-Instrument, erklärte, dass diese urzeitlichen Gesteine einen faszinierenden Einblick in die Gale-Seenumwelt geben, die erstaunlich ähnlich zu bewohnbaren Lebensräumen auf der heutigen Erde ist.
- Mangankonzentrationen werden auf der Erde häufig in flachen, sauerstoffreichen Gewässern an Seeufern gefunden, sodass das Auftreten vergleichbarer Merkmale auf dem antiken Mars bemerkenswert ist.
- Die Ergebnisse wurden ebenfalls in der Fachzeitschrift Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlicht, und die Studie wurde vom NASA Jet Propulsion Laboratory finanziert.
GN⁺-Meinung
- Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass auf dem antiken Mars Seenumgebungen existierten, die den irdischen ähnlich waren und möglicherweise geeignete Bedingungen für Leben boten. Da jedoch keine direkten Spuren von Leben gefunden wurden, ist ein definitiver Schluss jedoch nicht möglich.
- Die hohe Anreicherung von Manganoxiden auf der Marsoberfläche ist äußerst ungewöhnlich. Um das zu erklären, scheint ein besseres Verständnis der antiken Marsatmosphäre und der Marsoberfläche erforderlich. Verschiedene Szenarien sollten geprüft werden, etwa ein hoher Sauerstoffgehalt oder chemische Reaktionen, die die Manganoxidation fördern.
- Dieser Befund liefert keine direkte Spur für eine mögliche Mars-Biologie, zeigt jedoch zumindest, dass auch auf dem Mars erdähnliche Umgebungen vorhanden waren. Künftige Erkundungen könnten Hinweise auf die Lebensmöglichkeit liefern.
- Dass es auf der Erde Mikroorganismen gibt, die Mangan als Energiequelle nutzen, und dass Mangan im Marsgestein angereichert wurde, macht es unmöglich auszuschließen, dass ähnliche Mikroorganismen auf dem antiken Mars existiert haben könnten. Es bleibt Spekulation, ist aber eine anregende Entdeckung.
1 Kommentare
Hacker News Kommentar