1 Punkte von GN⁺ 2024-04-15 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Japanische Polizei nimmt 36-jährigen Mann wegen mutmaßlich illegaler Manipulation von Pokémon-Violet-Speicherdaten fest

  • Die japanische Polizei nahm im Zuge von Cyber-Streifen einen 36-jährigen Mann fest, der verdächtigt wird, online illegal manipulierte Speicherdaten von Pokémon Violet verkauft zu haben
  • Der Verdächtige nahm maßgeschneiderte Bestellungen für seltene Pokémon an und verkaufte die manipulierten Daten von Dezember 2022 bis März 2023 auf Handelsseiten für Spiel-Assets und Items für bis zu 13.000 Yen pro Vorgang (rund 84 US-Dollar)
  • Außerdem bot er Geschäfte an, bei denen für etwa 30 US-Dollar sechs Pokémon erzeugt wurden
  • Der Verdächtige gestand die Tat und sagte aus, er habe dies getan, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten
  • Nach Japans Gesetz zur Verhinderung unlauteren Wettbewerbs von 2019 drohen dem Verdächtigen bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 5 Millionen Yen (rund 32.600 US-Dollar)

Frühere Straftaten im Zusammenhang mit Pokémon

  • 2021 scheiterte ein Mann daran, sich von einem sechsstöckigen Gebäude abzuseilen, um aus einem Geschäft in Tokio Pokémon-Karten und Bargeld zu stehlen
  • 2022 kam es in Tokio mehrfach zu Diebstählen hochwertiger Pokémon-Artikel, darunter auch der Diebstahl von Pokémon-Karten im Wert von mehr als 60.000 US-Dollar
  • Der Wunsch nach Pokémon sorgt auch außerhalb der Kriminalität für Probleme. Im Januar 2022 wurden in Los Angeles zwei Polizisten entlassen, nachdem sie nicht auf einen Diebstahlseinsatz reagiert hatten und stattdessen in Pokémon Go einem Relaxo hinterherjagten

Meinung von GN⁺

  • Der Handel mit In-Game-Items gegen echtes Geld scheint weitere rechtliche und ethische Prüfung zu erfordern. Ein bloßes gesetzliches Verbot dürfte kaum eine grundlegende Lösung sein
  • Um Datenmanipulationen und Item-Handel zu verhindern, braucht es neben technischen Gegenmaßnahmen der Spielefirmen wohl auch vielfältige Bemühungen wie Kampagnen zur Sensibilisierung der Spieler
  • Fragen zu Rechten an Vermögenswerten in virtuellen Welten wie dem Metaverse werden derzeit zu einem neuen Thema. Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, wie dafür künftig ein gesellschaftlicher Konsens geschaffen werden kann
  • Spiele sollten für alle gleichberechtigt und fair genießbar sein. Es braucht institutionelle Vorkehrungen, damit das Wesen von Spielen nicht durch Echtgeldhandel beschädigt wird

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-04-15
Hacker-News-Meinungen
  • In Japan ist es seit 2019 nach dem „Gesetz zur Verhinderung unlauteren Wettbewerbs“ verboten, Pokémon-Speicherdaten illegal zu verändern und online zu verkaufen.
  • Bereits Ende der 1990er gab es einen ähnlichen Fall: Es wurden PlayStation-Memory-Cards mit gehackten Spielständen verkauft, bei denen in dem Dating-Simulationsspiel „Tokimeki Memorial“ alle Werte auf das Maximum gesetzt waren.
    • Konami gewann den Prozess mit dem Argument, dass dies den natürlichen Spielverlauf störe und die Integrität des Werks verletze.
  • Auch nach US-Recht kann die Logik gelten, Reverse Engineering von Software als Umgehung technischer Schutzmaßnahmen zu betrachten; insofern ist das japanische Recht nicht allein ungewöhnlich.
  • Japan ist ein Land, in dem man schon für den bloßen Besitz von Dietrichen verhaftet werden kann.
    • Selbst wenn US-Amerikaner Dietrichknacken auf YouTube als Hobby betrachten, sieht die japanische Polizei das als äußerst verdächtig an.
  • Die Ansicht, dass Einzelpersonen Produkte, die sie gekauft haben, frei nach Belieben verändern dürfen sollten und auch dafür bezahlen dürfen sollten, dass andere diese Änderungen für sie vornehmen.
  • Die Ansicht, dass dies eine Verschwendung öffentlicher Ressourcen sei.
  • Die Ansicht, dass der Artikel Tippfehler, Dopplungen und Wiederholungen enthält und deshalb entweder von einer KI geschrieben oder von jemandem hastig verfasst wurde, der mit den Begriffen nicht vertraut ist.
    • Es wird auch angemerkt, dass unklar sei, was TCG (Trading Card Game) überhaupt mit einer Save-Datei zu tun habe.
  • Die Meinung, dass schwer zu sagen sei, was verrückter ist: dass das Modifizieren von Save-Dateien in Japan eine Straftat ist, oder dass Menschen 30 bis 85 Dollar für diesen Service bezahlen.
  • Die Frage, welcher tatsächliche Schaden überhaupt entsteht, solange modifizierte Pokémon nicht in Turnieren eingesetzt werden.
  • Die Ansicht, dass es eine gute Gegenreaktion auf die Nintendo-Polizei wäre, Open-Source-Tools für einfaches Hacking zu entwickeln.