5 Punkte von GN⁺ 2024-04-13 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Wikipedia verfolgt die offiziellen URLs bekannter Websites
  • Wenn DNS over Wikipedia installiert ist, werden Domains, die auf .idk enden, in Wikipedia gesucht, die zugehörige URL aus der Infobox extrahiert und dorthin weitergeleitet

Anwendungsbeispiele

  • Gibt man scihub.idk/ in die Adressleiste des Browsers ein, wird man zu https://sci-hub.tw weitergeleitet (Stand zum Zeitpunkt der Erstellung)
  • Statt direkt nach der Website zu suchen, wird der Wikipedia-Artikel der Website gesucht ("schihub wiki")
    • In der Seitenleiste steht meist der aktuellste Link zur Website, während Google Suchergebnisse zensieren muss
  • Wenn man bei Google nach "Piratebay" sucht, ist das erste Suchergebnis die gefälschte Seite "thepirate-bay.org" (mit Bindestrich), während im Wikipedia-Artikel die richtige Adresse aufgeführt ist

Installationsoptionen

  • Chrome-Erweiterung
  • Firefox-Erweiterung
  • (Optional) Rust-Redirect-Skript

Meinung von GN⁺

  • DNS over Wikipedia ist eine interessante Methode, um Zensur zu umgehen. Allerdings könnte dies Wikipedia-Editoren eine dauerhafte Last durch nötige Aktualisierungen aufbürden
  • Es besteht auch die Möglichkeit, dass diese Erweiterung missbraucht wird, um Nutzer auf gefälschte Websites zu leiten. Sie sollte nur aus vertrauenswürdigen Quellen installiert werden
  • Langfristig scheint es notwendig zu sein, dass Website-Betreiber ihre offiziellen Domains stabil aufrechterhalten und verteilte DNS-Lösungen verfügbar sind, die auf Zensur reagieren können
  • Ähnliche Projekte sind etwa die Onion Services des Tor-Projekts oder das Content-Addressing von IPFS

2 Kommentare

 
arfwene 2024-04-19

Eine einfache, aber nützliche Methode.

 
GN⁺ 2024-04-13
Hacker-News-Kommentare

Ich versuche es mal zusammenzufassen:

  • Wikipedia-Editoren wissen, dass Wikipedia-Artikel genutzt werden, um die aktuelle URL von Websites zu finden, die aus rechtlichen/moralischen Gründen ihre URL häufig ändern müssen. Daher wirkt das Ganze widerstandsfähiger gegenüber Forderungen von Rechteinhabern, ist aber nicht vollständig zensurresistent.

  • Es ist bedauerlich, dass eine Chrome-Erweiterung die Daten aller besuchten Websites lesen und verändern kann und dass ein Phishing-Risiko besteht. Es gibt eine Vorgeschichte von Erweiterungen, die in die Hände böswilliger Akteure geraten sind.

    • Selbst Open-Source-Erweiterungen werden riskant, wenn man sie über den Chrome Store installiert. Man sollte sie direkt aus dem Repository über den Store installieren können, und das sollte der Standardmechanismus für die Verteilung sein.
  • Wikipedia kann auch für die Übersetzung technischer Begriffe nützlich sein, aber man sollte vorsichtig sein. Übersetzungsdienste scheitern oft an technischen Begriffen, aber wenn man auf Wikipedia die Seite in der jeweiligen Sprache findet und dann die Sprache wechselt, kann der Titel ein guter Hinweis sein.

  • Wikipedia hat eine "Spezialseite" zum Durchsuchen externer Links. Man kann dort alle externen Links durchsuchen, etwa HN, die Website von PG oder Tweets eines Twitter-Nutzers. Sie kann auch genutzt werden, um die Adoptionsrate neuer gTLDs abzuschätzen.

  • Anstatt dass irgendeine Person nach dem Windhundprinzip einen Domainnamen registriert und verkauft, wird in einem gemeinschaftlichen/Konsensprozess entschieden, auf welche Website ein bestimmtes Wort verweisen soll. Langfristig dürfte ein kollaborativer Prozess zum Festlegen von <Suchbegriff> => <URL>[]-Zuordnungen nützlicher sein als Suchmaschinen oder Domainnamen.

  • Es ist kein DNS im eigentlichen Sinne eines "Resolvers", sondern eher DNS im Sinne eines "Namensprüfers" oder einer "Namenssuche".

  • Beim Titel hatte ich erwartet, dass dort tatsächlich ein DNS-Resolver irgendwo tief in den Wikipedia- oder Talk-Namespaces betrieben wird.