Deutschland nimmt die Techno-Kultur Berlins in die Kulturerbeliste der UNESCO auf
- Das deutsche Kulturministerium und die UNESCO-Kommission haben die Techno-Kultur Berlins in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und damit ihren Beitrag zur kulturellen Identität der Stadt anerkannt.
- Die Clubcommission Berlin bezeichnete die Entscheidung als einen weiteren Meilenstein für Berliner Techno-Produzenten, Künstler, Clubbetreiber und Veranstalter.
- Lutz Leichsenring, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Clubcommission, sagte dem deutschen Sender DW, dass dies dabei helfen werde, Clubkultur als wichtigen Bereich anzuerkennen, der Schutz und Förderung verdient.
Anerkennung der Techno-Kultur und die Kampagne
- Die Kampagne zur Aufnahme von Techno-Kultur und -Musik in die deutsche Liste lief mehr als zehn Jahre und wurde von Rave the Planet angeführt, einer Non-Profit-Organisation zur Förderung elektronischer Musikkultur.
- Rave the Planet reichte im November 2022 den Antrag auf Aufnahme von Techno in die Liste ein.
- Der Status als immaterielles Kulturerbe wird normalerweise eher traditionellen kulturellen Praktiken verliehen, etwa dem Minoge-Tanz in Malawi oder der Dudelsackkultur in der Slowakei. Nachdem jedoch zuletzt jamaikanischer Reggae und das große Kumbh-Mela-Festival in Indien auf UNESCO-Listen anerkannt wurden, starteten führende Vertreter der Berliner Techno-Community eine Kampagne, um ihre Kultur in die deutsche Liste aufnehmen zu lassen.
Die Bedeutung von Techno für Berlin
- Der in Berlin ansässige DJ und Musikproduzent Peter Kirn sagte, Techno sei ein grundlegender Teil der Stadt.
- Techno sei ein Zufluchtsort für marginalisierte Menschen geworden, und das tolerantere Berlin sei dadurch für Menschen aus weniger offenen Orten ganz natürlich zu einem attraktiven Ziel geworden.
Weitere Informationen
- Die Techno-Kultur ist einer von sechs neu aufgenommenen Einträgen in der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes; zu den anderen gehören Fruchtwein und Bergsteigen.
- Auch die Perchtenlauf-Parade in Bayern wurde in die Liste aufgenommen; die Teilnehmenden verkleiden sich dabei als zottelige Monster.
- Überschrift und Inhalt dieses Artikels wurden am 15. März 2024 korrigiert. Dabei wurde klargestellt, dass die Techno-Kultur nicht in die globale UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde, sondern in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes, die von der Deutschen UNESCO-Kommission geführt wird.
Meinung von GN⁺
- Die Anerkennung der Berliner Techno-Kultur als immaterielles Kulturerbe ist ein wichtiger Fall offizieller Würdigung des künstlerischen Werts und des gesellschaftlichen Einflusses von elektronischer Musik und Clubkultur.
- Diese Anerkennung zeigt, dass Techno-Kultur über bloße Unterhaltung hinausgeht und eine wichtige Rolle für die Identität der Stadt und die Bildung von Gemeinschaft spielt.
- Schutz und Förderung der Techno-Kultur könnten dadurch gestärkt werden, was auch anderen nicht zum Mainstream gehörenden Kulturen zu gesellschaftlicher Anerkennung verhelfen könnte.
- Wenn elektronische Musikgenres wie Techno in die Mainstream-Kultur aufgenommen werden, besteht das Risiko, dass ihr ursprünglicher experimenteller und rebellischer Geist verwässert wird.
- Für elektronische Musikszenen anderer Städte mit ähnlichem Einfluss wie die Berliner Techno-Kultur, etwa Detroit Techno oder House aus Chicago, eröffnet dies die Möglichkeit einer ähnlichen Anerkennung.
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