Erfahrungen bei GitLab
- Von Oktober 2015 bis Dezember 2021 etwa sechs Jahre bei GitLab gearbeitet.
- Entschied sich, GitLab zu verlassen, um sich ganz auf die Arbeit an Inko zu konzentrieren, hatte aber bisher nie über die Erfahrungen bei GitLab gesprochen.
- Da die NDA (Geheimhaltungsvereinbarung) abgelaufen ist, gibt es nun die Energie, auf die Zeit bei GitLab zurückzublicken.
Vor GitLab
- Arbeitete bei einem kleinen Startup mit Sitz in Amsterdam und entwickelte dort unter anderem an den XML/HTML-Parsing-Bibliotheken Rubinius und Oga.
- Wegen Geldmangel und technischer Probleme wurde die Nutzung von Rubinius nicht weiterverfolgt.
- Trat GitLab bei, nachdem gefragt wurde, ob ein Tag pro Woche für die Arbeit an Rubinius aufgewendet werden könne.
2015-2017
- Der erste Tag bei GitLab war der Tag nach dem letzten Arbeitstag bei der vorherigen Firma, womit der Wechsel zur Remote-Arbeit begann.
- GitLab war zwar ein Remote-Unternehmen, aber zugleich ein soziales Unternehmen mit vielen Treffen und Veranstaltungen.
- GitLab hatte mit Performance-Problemen, häufigen Serverausfällen und Management-Problemen zu kämpfen.
- Es fehlte an Infrastruktur für Performance-Monitoring, was Verbesserungen erschwerte.
- Es wurde versucht, Kultur und Haltung bei GitLab zu verändern, doch die Unzufriedenheit des Unternehmens mit den Fortschritten bei der Performance machte das schwierig.
2017-2018
- Die Performance verbesserte sich deutlich, und GitLab begann, das Thema ernster zu nehmen.
- Der Fokus wechselte zu einem „Datenbank-Team“, das sich auf Datenbank-Performance konzentrierte.
- Der Aufbau des Datenbank-Load-Balancers von GitLab hatte einen positiven Einfluss auf die Performance.
- Den Anforderungen von GitLab in Bezug auf Datenbank-Sharding wurde auf Basis von Daten widersprochen.
2019-2021
- Wechsel ins „Delivery“-Team mit dem Schwerpunkt, den Release-Prozess und die Tools von GitLab zu verbessern.
- Nachdem ein Commit den Main-Branch erreicht hatte, dauerte es im Durchschnitt mehrere Tage und im schlimmsten Fall bis zu drei Wochen, bis er auf GitLab.com ausgerollt wurde.
- Leitete die Arbeit zur Zusammenführung von GitLab Community Edition und GitLab Enterprise Edition in ein einziges Produkt.
- Probleme rund um das Laptop-Management und kulturelle Veränderungen führten zu sinkender Motivation und Produktivität.
- Konflikte mit einer neuen Führungskraft führten zur Aufstellung eines „Performance Improvement Plan“.
Erkenntnisse
- Skalierbarkeit muss Teil der Unternehmenskultur sein: GitLab hat sich nicht ausreichend um Skalierbarkeit gekümmert.
- Teams sollten stärker daten- und entwicklerzentriert sein: GitLab hatte eine produktmanagerzentrierte Struktur.
- Ohne Daten lässt sich kein „Minimum Viable Product“ bestimmen: GitLab machte „minimal changes“ zum Kernprinzip, entwickelte in der Praxis aber viele wenig nützliche Funktionen.
- SaaS und Self-Hosting passen nicht gut zusammen: GitLab bot sowohl Self-Hosting-Installationen als auch SaaS an, was nicht effektiv war.
- Mehr Menschen bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse: GitLab stellte über Jahre viele Menschen ein, doch mehr Entwickler steigern die Produktivität nicht automatisch.
- Konflikte rund um den Einsatz von Ruby on Rails: GitLab war mit Ruby und Ruby on Rails erfolgreich, doch bei großen Projekten wird das zur Herausforderung.
- Die Zeit bis zur Code-Auslieferung ist entscheidend für den Erfolg einer Organisation: Die Verkürzung der Deployment-Zeit war bei GitLab ein wichtiges Ziel.
- Standortbasierte Gehälter sind diskriminierend: GitLab zahlte je nach Standort unterschiedlich, was als diskriminierende Praxis bewertet wird.
Meinung von GN⁺
- Die Erfahrungen bei GitLab helfen dabei, Vor- und Nachteile von Remote-Arbeit sowie die verschiedenen Probleme im Wachstumsprozess eines Startups besser zu verstehen.
- Es wird die Bedeutung von Performance-Verbesserungen und Skalierbarkeit betont sowie wie wichtig es ist, dies kulturell zu verankern.
- Auf die Probleme standortbasierter Gehälter wird hingewiesen; das ist ein wichtiges Beispiel für die Diskussion über faire Vergütung im Remote-Arbeitsumfeld.
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