2 Punkte von GN⁺ 2023-11-26 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

NVIDIA nach versehentlicher Offenlegung von Konkurrenz-Code bei Bildschirmfreigabe wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt

  • Der französische Automobilzulieferer Valeo hat Klage gegen NVIDIA eingereicht.
  • Der NVIDIA-Ingenieur Mohammad Moniruzzaman legte während einer Bildschirmfreigabe versehentlich Quellcode-Dateien von Valeo offen.
  • Valeo und NVIDIA arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung fortschrittlicher Park- und Fahrerassistenztechnologien.
  • Moniruzzaman griff unbefugt über seine private E-Mail auf Valeos Systeme zu und entwendete Zehntausende Dateien sowie 6 GB Quellcode.
  • Nach seinem Wechsel zu NVIDIA brachte Moniruzzaman die gestohlenen Informationen mit und arbeitete dort am selben Projekt.

NVIDIAs Reaktion und Valeos Vorwürfe

  • Ein ehemaliger Mitarbeiter von Valeo hat den Softwarediebstahl eingeräumt.
  • Als die deutsche Polizei Moniruzzamans Wohnung durchsuchte, fand sie Valeo-Dokumente und Hardware, die an der Wand befestigt waren.
  • Moniruzzaman wurde bereits von einem deutschen Gericht wegen Verletzung von Geschäftsgeheimnissen schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe verurteilt.
  • NVIDIA erklärt, kein Interesse an Valeos Code oder Geschäftsgeheimnissen zu haben, und teilt mit, Maßnahmen zum Schutz der Rechte seiner Kunden ergriffen zu haben.
  • Valeo wirft NVIDIA vor, durch die Aneignung von Geschäftsgeheimnissen Millionen, möglicherweise Hunderte Millionen Dollar an Entwicklungskosten eingespart und sich einen unrechtmäßigen Vorteil verschafft zu haben.

Verschärfter Wettbewerb im Markt für autonomes Fahren

  • Der Fall zeigt, wie intensiv der Wettbewerb im Markt für autonomes Fahren geworden ist.
  • Bereits 2017 hatte Waymo Uber wegen des Vorwurfs des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt.
  • In diesem Fall wurde Anthony Levandowski zu 18 Monaten Haft verurteilt, jedoch nach sechs Monaten vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump begnadigt.

Meinung von GN⁺

Der wichtigste Punkt dieses Artikels ist die Bedeutung des Schutzes von Geschäftsgeheimnissen und die Härte des Wettbewerbs in der Technologiebranche, insbesondere im Bereich autonomer Fahrtechnologien. Der Rechtsstreit zwischen NVIDIA und Valeo zeigt die komplexen Probleme, die in Kooperationsbeziehungen zwischen Unternehmen entstehen können, und erfordert ein Verständnis nicht nur von Software Engineering, sondern auch von Unternehmensethik und rechtlicher Verantwortung. Für Beschäftigte in der Technologiebranche ist dieser Fall ein interessantes Beispiel, das die Bedeutung des Schutzes von Geschäftsgeheimnissen und geistigem Eigentum unterstreicht.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-11-26
Hacker-News-Kommentare
  • Ein Hacker-News-Nutzer äußerte, dass er nicht verstehen könne, warum ein Mitarbeiter Code des früheren Arbeitgebers stehlen und ihn beim neuen Arbeitgeber verwenden würde. Er wies darauf hin, dass ein solches Verhalten eher als persönlicher Vorteil vor allem erhebliche rechtliche Risiken mit sich bringe, falls es entdeckt werde. Als Beispiel nannte er einen Fall, in dem ein Ingenieur unbefugt auf die Systeme seines früheren Unternehmens zugegriffen und Tausende von Dateien sowie Quellcode gestohlen habe, und stellte infrage, ob es das wert sei, ein solches Risiko einzugehen.
  • Ein anderer Nutzer erwähnte, dass einer der Gründe, warum Grafikunternehmen ihre Treiber nicht als Open Source veröffentlichen, darin liege, dass alle Unternehmen gegenseitig die Patente der anderen verletzten. Er wies darauf hin, dass dies rechtliche Nachteile nach sich ziehen könne, wenn diese Tatsachen zu offensichtlich würden.
  • Ein weiterer Nutzer stellte die Darstellung des Artikels infrage, die so wirke, als werde die gesamte Verantwortung einem einzelnen Mitarbeiter zugeschoben. Er erwähnte, dass Nvidia möglicherweise gewusst habe, dass ein Mitarbeiter mit entsprechender Vorerfahrung Geheimnisse mitbringen würde.
  • Ein Nutzer erklärte, dass Entwickler oft unbeabsichtigt Codeschnipsel oder Ideen in persönlichen Wissenswerkzeugen speichern und sie später in anderen Unternehmen wiederverwenden. Solches Verhalten werde in den meisten Fällen nicht bis auf Managementebene bekannt, und selbst wenn es entdeckt werde, werde oft nur verlangt, den betreffenden Code zu entfernen und ihn nie wieder zu verwenden.
  • Ein Nutzer wies darauf hin, dass es Beweise dafür geben müsse, dass Nvidia von einem Mitarbeiter wusste, der Code seines früheren Arbeitgebers besaß, damit der Fall über die Verantwortung des Mitarbeiters hinaus weiterverfolgt werden könne.
  • Ein Nutzer erwähnte, dass Moniruzzaman unbefugt auf die Systeme seines früheren Unternehmens zugegriffen und Tausende von Dateien sowie Quellcode gestohlen habe.
  • Ein anderer Nutzer scherzte, dass Moniruzzaman jetzt bei AMD arbeite und dies wohl sein Ruhestandspaket sei.
  • Ein Nutzer verglich den Fall Moniruzzaman mit dem Fall von Sergey Aleynikov, dem vorgeworfen wurde, Open-Source-Erlang-Code von Goldman Sachs „gestohlen“ zu haben, und erwähnte, dass Aleynikov zunächst verurteilt, im Berufungsverfahren jedoch freigesprochen wurde. Er stellte dem gegenüber, dass Moniruzzaman trotz tatsächlich begangener Straftaten vergleichsweise nur eine geringe Geldstrafe erhalten habe.
  • Ein Nutzer stellte die moralische Unterscheidung zwischen einer Person, die Code stiehlt, und einem Unternehmen, das Code zum Trainieren von KI verwendet, infrage. Rechtlich könne es Unterschiede geben, moralisch sei es aber womöglich alles nur eine Frage des Ausmaßes von Diebstahl.
  • Abschließend riet ein Nutzer, bei der Wiederverwendung von Code immer ein Refactoring vorzunehmen, Namen zu ändern und Bibliotheken auszutauschen.