- Im Verfahren Epic gegen Google wurde bekannt, dass Google Spotify durch einen geheimen Vertrag von Play-Store-Gebühren befreit hat
- Spotify zahlt bei eigenem Bezahlsystem 0 % Gebühren, bei Nutzung von Googles Bezahlsystem nur 4 %, zudem richteten beide Seiten gemeinsam einen „Erfolgsfonds“ im Umfang von 50 Millionen US-Dollar ein
- Google verlangt für Abo-Apps normalerweise 15 % Gebühren, kann diese über das User Choice Billing-Programm jedoch auf bis zu 11 % senken
- Google erklärte, dass man einigen Entwicklern, die direkt in Android und Play investieren, besondere Partnerschaftskonditionen anbiete
- Die Enthüllung gilt als Beispiel für die Intransparenz von Googles App-Store-Gebührenpolitik und eine auf große Unternehmen zugeschnittene Vorzugsstruktur
Spotifys Vertrag im Verfahren Epic gegen Google aufgedeckt
- Googles Partnerschaftschef Don Harrison sagte vor Gericht aus, dass Spotify überhaupt keine Play-Store-Gebühren zahlt
- Wenn Spotify sein eigenes Bezahlsystem verwendet, fallen 0 % an; bei Nutzung von Googles Bezahlsystem werden nur 4 % Gebühren erhoben
- Beide Unternehmen richteten gemeinsam einen „Erfolgsfonds“ (
success fund) mit Einlagen von jeweils 50 Millionen US-Dollar ein
- Diese Informationen wurden öffentlich, nachdem Google beantragt hatte, die Details des Vertrags unter Verschluss des Gerichts zu halten
Googles allgemeine Gebührenpolitik und Ausnahmen
- Google verlangt für Abo-Apps in der Regel 15 % Gebühren
- Über das User Choice Billing-Programm können Entwickler bei Nutzung eines eigenen Bezahlsystems oder eines Drittanbieter-Zahlungssystems eine Senkung auf bis zu 11 % erhalten
- Googles Sprecher Dan Jackson erklärte, dass für einige Entwickler, die direkt in Android und Play investieren, andere Gebührenmodelle gelten können
- Solche Investitionspartnerschaften dienten angeblich dazu, die Nutzererfahrung zu verbessern und die Möglichkeiten für Entwickler zu erweitern
Ähnliche Fälle bei anderen Unternehmen
- Google soll zuvor auch Netflix 10 % Gebühren angeboten haben
- Netflix unterstützt derzeit keine Abo-Zahlungen innerhalb der Android-App
- Die Match Group einigte sich im Oktober 2023 mit Google darauf, die Nutzung eines Drittanbieter-Zahlungssystems zu erlauben
- Der Wettbewerber Bumble nimmt seit November 2022 am User Choice Billing-Pilotprogramm teil
Konflikt mit Epic und weitere offengelegte Inhalte
- Epic Games lehnte Googles User-Choice-Billing-Angebot ab und reagierte mit einem Gerichtsverfahren
- Im Verlauf des Verfahrens wurde bekannt, dass Google 2021 197 Millionen US-Dollar angeboten hatte, um Fortnite in den Play Store zu holen, was Epic ablehnte
- Außerdem kam ans Licht, dass Google auch mit anderen Spielefirmen wie Activision Blizzard und Riot Games Verträge im Wert von mehreren Millionen US-Dollar anstrebte
Bedeutung und Auswirkungen
- Die Aussage zeigt, dass Google nicht öffentliche Verträge abgeschlossen hat, die vor allem großen Content-Unternehmen zugutekamen
- Die Intransparenz des App-Store-Gebührensystems und Fragen des fairen Wettbewerbs rücken erneut in den Fokus
- Das Verfahren Epic gegen Google entwickelt sich zu einem zentralen Streitpunkt rund um plattformbezogene Monopolstrukturen und die Fairness von Bezahlsystemen
2 Kommentare
Wahrscheinlich gibt es noch mehr solche Unternehmen ..?
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