2 Punkte von GN⁺ 2023-09-19 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Dieser Artikel will ein Missverständnis in der Psychologie aufklären, wonach sich das menschliche Gehirn dadurch entwickelt habe, dass auf älteren und komplexen Strukturen neue und komplexe Strukturen aufgesetzt wurden. Dazu gehört auch die Behauptung, diese neuen Strukturen hätten dem Menschen komplexere psychologische Funktionen verliehen.
  • Diese Auffassung wird oft als Theorie des dreiteiligen Gehirns bezeichnet und besagt, dass mit dem Auftreten neuer Arten neue Gehirnkomponenten schichtweise außen um ältere herum entstanden seien und dass diese neuen Strukturen mit komplexen psychologischen Funktionen verbunden seien.
  • Unter Neurobiologen und Forschenden zur Evolution des Nervensystems wird diese Vorstellung jedoch ignoriert.
  • Der Artikel argumentiert, dass viele Veränderungen in der Evolution nicht durch das Hinzufügen neuer Teile entstehen, sondern durch die Umgestaltung vorhandener Teile. So sind die Flügel von Fledermäusen keine neuen Anhängsel, sondern umgeformte Vordergliedmaßen.
  • Die Autoren argumentieren, dass der Glaube an einzigartige menschliche neuronale Strukturen, die mit bestimmten kognitiven Funktionen verknüpft sind, Forschende in die Irre führen und Verbindungen zu anderen Fachgebieten behindern kann.
  • Die Autoren fordern Psychologen dazu auf, diese falsche Sicht auf das menschliche Gehirn aufzugeben und zu überlegen, welche Vorteile eine Korrektur ihrer Sicht auf die neuronale Evolution für die Psychologie haben könnte.
  • Der Artikel legt nahe, dass ein genaueres Verständnis der Gehirnevolution zu stärker integrierter und kreativerer Forschung führen kann und innerhalb der Dual-Process-Perspektive auf den menschlichen Willen Fragen aufwerfen könnte, die sonst keinen Sinn ergeben.
  • Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese falschen Vorstellungen von der Gehirnevolution keine Grundlage in unserem Verständnis von Neurobiologie oder Evolution haben und deshalb von Psychologieforschenden aufgegeben werden sollten.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-09-19
Hacker-News-Kommentare
  • Der Artikel diskutiert das triune Gehirnmodell, das wegen eines Strohmannarguments kritisiert wird.
  • Einige Leser argumentieren, dass Einwände wie die Tatsache, dass Evolution nicht linear, sondern verzweigt verläuft, dass ein größeres Gehirn nicht zwangsläufig komplexer ist und dass Evolution bestehende Gehirnstrukturen verändert, anstatt nur neue Schichten hinzuzufügen, offensichtlich seien und die Theorie des triune Gehirns nicht widerlegten.
  • Das triune Gehirnmodell erscheint manchen nicht als wissenschaftlich ungenaue Theorie, sondern als nützliche Vereinfachung zur Unterscheidung des großen Ganzen.
  • Einige Leser verteidigen das Modell als nützliches Werkzeug, um Teile der Psyche zu diskutieren, die wir mit primitiveren Mitgliedern des Tierreichs gemeinsam haben.
  • Die Frage, ob das Modell falsch ist, wird als weniger wichtig angesehen als die Frage, ob es nützlich ist.
  • Einige Leser werfen die Frage auf, welches biologisch bzw. evolutionär korrekte Modell die gegensätzlichen Impulse erklärt, mit denen Menschen umgehen.
  • Das triune Gehirnmodell wird dafür kritisiert, nicht das beste Modell zur Erklärung der Vorgänge im Gehirn zu sein, und einige Leser schlagen vor, dass Modelle wie Reinforcement Learning nützlicher seien.
  • Einige Leser behaupten, dass der Neokortex andere Teile des Gehirns selbst steuern lasse und nur Zugang auf hoher Ebene habe.
  • Der Artikel wird kritisiert, weil er die alte Theorie in Wirklichkeit offenbar nicht widerlegt.
  • Einige Leser argumentieren, dass Modelle wie das triune Gehirnmodell trotz fehlender vollständiger Genauigkeit innerhalb ihres Anwendungsbereichs nützlich sind.
  • Der Titel des Artikels wird als willkommene Abweichung von formelhaften Überschriften gelobt.