- Dieser Artikel will ein Missverständnis in der Psychologie aufklären, wonach sich das menschliche Gehirn dadurch entwickelt habe, dass auf älteren und komplexen Strukturen neue und komplexe Strukturen aufgesetzt wurden. Dazu gehört auch die Behauptung, diese neuen Strukturen hätten dem Menschen komplexere psychologische Funktionen verliehen.
- Diese Auffassung wird oft als Theorie des dreiteiligen Gehirns bezeichnet und besagt, dass mit dem Auftreten neuer Arten neue Gehirnkomponenten schichtweise außen um ältere herum entstanden seien und dass diese neuen Strukturen mit komplexen psychologischen Funktionen verbunden seien.
- Unter Neurobiologen und Forschenden zur Evolution des Nervensystems wird diese Vorstellung jedoch ignoriert.
- Der Artikel argumentiert, dass viele Veränderungen in der Evolution nicht durch das Hinzufügen neuer Teile entstehen, sondern durch die Umgestaltung vorhandener Teile. So sind die Flügel von Fledermäusen keine neuen Anhängsel, sondern umgeformte Vordergliedmaßen.
- Die Autoren argumentieren, dass der Glaube an einzigartige menschliche neuronale Strukturen, die mit bestimmten kognitiven Funktionen verknüpft sind, Forschende in die Irre führen und Verbindungen zu anderen Fachgebieten behindern kann.
- Die Autoren fordern Psychologen dazu auf, diese falsche Sicht auf das menschliche Gehirn aufzugeben und zu überlegen, welche Vorteile eine Korrektur ihrer Sicht auf die neuronale Evolution für die Psychologie haben könnte.
- Der Artikel legt nahe, dass ein genaueres Verständnis der Gehirnevolution zu stärker integrierter und kreativerer Forschung führen kann und innerhalb der Dual-Process-Perspektive auf den menschlichen Willen Fragen aufwerfen könnte, die sonst keinen Sinn ergeben.
- Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese falschen Vorstellungen von der Gehirnevolution keine Grundlage in unserem Verständnis von Neurobiologie oder Evolution haben und deshalb von Psychologieforschenden aufgegeben werden sollten.
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